Roboterbau erlebt Renaissance

Die Internationale Konferenz Skolkovo Robotics war der Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Personalroboter und der Serviceroboter gewidmet. Foto: Pressebild

Die Internationale Konferenz Skolkovo Robotics war der Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Personalroboter und der Serviceroboter gewidmet. Foto: Pressebild

Das Innovationszentrum Skolkowo will den Roboterbau fördern. Ein Teil der Mittel soll für die Fertigung erster Prototypen verwendet werden. Mitte Februar fand die Internationale Konferenz Skolkovo Robotics statt.

Am zweiten Wochenende im Februar erinnerten die unteren beiden Etagen des Hypercube im Innovationszentrum Skolkowo in Moskau an Forschungsstätten aus Science-Fiction-Filmen über das nächste

Jahrtausend. Die Internationale Konferenz Skolkovo Robotics war der Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Personalroboter und der Serviceroboter gewidmet. Organisiert wurde sie von der Skolkowo-Stiftung mit Unterstützung des Ministeriums für Nachrichtenwesen und Massenkommunikation. Über 500 Gäste wurden begrüßt. Das Interesse am Roboterbau erlebt derzeit in Russland eine Renaissance, nachdem das Thema Ende der 1980er Jahre bis zum Anfang des neuen Jahrtausends jegliche Anziehungskraft verloren zu haben schien. Sowjetische Schüler träumten fast ausnahmslos davon, Raumfahrer zu werden und verschlangen geradezu jegliche Science-Fiction-Literatur. Die dann folgenden Zeiten der Marktwirtschaft brachten neue Vorbilder hervor, zu denen erfolgreiche Unternehmer und Beamte gehörten. Der Preissturz bei High-Tech-Komponenten jedoch eröffnete ganz neue Perspektiven auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und Mechanik und ließ das Interesse am Roboterbau neu aufleben.

Die Redner im Expertenforum Skolkovo Robotics, der Vorstandsvorsitzende der Mail.ru Gruppe Dmitrij Mischin und der Chef des Russischen Venture-Unternehmens OAO RWK Igor Agamirsjan, waren sich darin einig, dass sich gegenwärtig fundamentale Veränderungen vollziehen und die Menschheit an der Schwelle einer umfassenden Revolution in der Robotertechnik steht. „Heute kann ein Team von 4-5 Ingenieuren Robotertechnik entwickeln. Ohne Smartphone- und Elektronikboom wäre das undenkbar", bemerkte Mischin.

Beispiele neuer Entwicklungen konnten in der ersten Etage des ultramodernen Baus aus Glas und Beton in Augenschein genommen werden. Die meisten Exponate hatten die Teilnehmer des Forums selbst gebaut. Die Mehrheit der Ausstellungsstücke war auf die Lösung aktueller Probleme zugeschnitten. Als „Neuland" in wissenschaftlicher oder technischer Hinsicht jedoch hätte man sie kaum bezeichnen können.

Einer der Roboter etwa konnte im Automatik-Modus einen einfachen Dialog mit einem Ausstellungsbesucher führen und die Gespräche sodann twittern. Ein anderer war darauf programmiert, den Zustand von Rohrleitungen zu überprüfen. Er ließe sich unter anderem für Risiko-Objekte wie Atomkraftwerke einsetzen, um dort Sicherheitstests durchzuführen, mit denen man Menschen nicht beauftragen möchte. Die Besucher bekamen außerdem einen in Kooperation mit dem Zivilschutzministerium konstruierten Minicopter zu sehen, der 15 Minuten in einem autonomen Arbeitsregime funktionieren und in dieser Zeit eine komplette Diagnostik eines Objektes – eines Hauses oder eines eingestürzten Gebäudes in einem Katastrophengebiet – liefern kann. Ein Teil der Erfindungen, meist Entwicklungen für militärische Zwecke, wurden in einem geschlossenen Bereich präsentiert.

Der Einladung zur Skolkovo Robotics waren namhafte Forschungsgruppen und internationale Experten von Rang gefolgt. Unter den Referenten befanden sich der Leiter der Forschungsstelle für Weltraum- und Spezial-Robotertechnik des Massachusetts Institute of Technology Steven Dubovsky und die Professorin am Institut für humanoide Robotertechnik des Imperial College London Jannice Dimeris.

Die Förderung des Roboterbaus soll in den Projekten der Skolkowo-Stiftung einen festen Platz bekommen. Ihr Präsident Viktor Wekselberg verkündete zur Eröffnung der Konferenz den Beschluss, einen jährlichen Wettbewerb um innovative Robotortechniken unter dem Titel Skolkovo Robotics Challenge auszuschreiben. Mit einem Teil der von der Stiftung bereitgestellten Mittel soll dabei die Herstellung von Prototypen gefördert werden, die für Technik-Startups kostenintensivste Entwicklungsphase eines neuen Produkts. „Wir wollen, dass Sie Ihre Arbeitsmodelle auch umsetzen können", versicherte Viktor Wekselberg den Teilnehmern der Konferenz.

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