G20-Treffen in Moskau: Abkehr vom Abwertungs-Rennen

Teilnehmer des Treffens der Finanzminister und Notenbankgouverneure der G20-Länder in Moskau. Foto: Ricardo Marquina, Russland HEUTE

Teilnehmer des Treffens der Finanzminister und Notenbankgouverneure der G20-Länder in Moskau. Foto: Ricardo Marquina, Russland HEUTE

Die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 größten Industrie- und Schwellenländer haben beschlossen, den Übergang zu einer Bestimmung der Wechselkurse vom Markt allein zu beschleunigen und angekündigt, dass es zu keinem „Wettabwerten“ von Währungen kommen soll.

„Wir geben zu, dass eine übermäßige Volatilität der Finanzströme und eine ungeordnete Dynamik der Wechselkurse negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität haben. Wir werden uns einem Konkurrenzverhältnis bei der Abwertung von Valuta enthalten", heißt es in

der Abschlusserklärung des G-20-Gipfels in Moskau. Abstand werde man auch von jeder Art von Protektionismus nehmen und die Märkte offen halten, so der Konsens in der Erklärung.

Die schnellere Bewegung hin zu vom Markt bestimmten und flexiblen Wechselkursen würden sich in den grundlegenden wirtschaftlichen Kennzahlen widerspiegeln und der „ständigen Unausgewogenheit der Wechselkurse" ein Ende setzen.

Diese Woche hatten bereits die G7-Länder versprochen, weder Steuer- und Budget- noch Geld- und Kreditpolitik auf die nationalen Währungskurse einwirken zu lassen. Die Erklärung der „Großen Sieben" hatte die Sorge vor sogenannten „Währungskriegen" etwas beruhigt, die sich in letzter Zeit vor dem Hintergrund der Positionierung der neuen japanischen Regierung gebildet hatte, die sich aktiv für eine Schwächung der Währungspolitik ausspricht und damit bereits einen Einsturz des Yen-Kurses bewirkt hat.

Wie der russische Finanzminister Anton Siluanow auf dem Abschluss-Briefing des G20-Treffens ausführte, hat Japan seine Ende des Vorjahrs beschlossene Linie bereits klar dargelegt. „Sie ist ausgerichtet auf eine Lösung des Problems der Deflation, sie brauchen Maßnahmen, um einen Weg aus dieser Lage zu finden. Darauf ist die Politik der neuen Regierung gerichtet", so Siluanow am Samstag.

Die „Großen Zwanzig" haben seinen Worten nach Verständnis für diese Politik gezeigt und in der gemeinsamen Erklärung keine Wertung über die Tätigkeit der japanischen Regierung abgegeben. „Wir haben uns ausgemacht, dass das eine innere Angelegenheit des Landes ist. Es wurde ein weiteres Mal das Festhalten an der Politik des Nicht-Konkurrierens der Währungen bestätigt und wir sind der Ansicht, dass die Handlungen der japanischen Regierung noch im Rahmen des gemeinsamen Konsens der Währungspolitik liegen, die wir auf der Ebene der Finanzminister und Zentralbankchefs der G20 diskutiert haben", sagte der russische Finanzminister.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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