Platz eins für Scheremetjewo

Der internationale Flughafen Scheremetjewo investiert weiter in seine Infrastruktur. Foto: Lori / Legion Media

Der internationale Flughafen Scheremetjewo investiert weiter in seine Infrastruktur. Foto: Lori / Legion Media

Der Moskauer Flughafen Scheremetjewo belegt in einer internationalen Rangliste den ersten Platz und investiert weiter in seine Infrastruktur. Bis zum Jahr 2015 soll das erste Gebäude des nördlichen Terminal-Komplexes fertiggestellt sein.

Der Moskauer Flughafen Scheremetjewo ist bei der Betreuung der Fluggäste Spitze. Dies geht aus einem vor kurzem veröffentlichten Rating des Internationalen Flughafenrates ACI, bei dem weltweit alle Flughäfen bewertet wurden, hervor. „Scheremetjewo ist der erste russische Flughafen, dem die Ehre zuteil wurde, in diesem unabhängigen Rating als Spitzenreiter hervorzugehen. Er erlangt somit weltweite Anerkennung vonseiten der Passagiere und Experten", kommentierte Michail Wasilenko, Generaldirektor des Flughafens, erfreut das Ergebnis.

Olivier Jankovec, Generaldirektor des ACI Europe, lobte, dass der Moskauer Flughafen das anwachsende Passagieraufkommen harmonisch mit einem hohen Serviceniveau vereine. Dies zeuge davon, dass sowohl das Management als auch das Personal stets darum bemüht seien, ihre strategischen Ziele im Bereich des Kundenservices zu erreichen.

Der Flughafen investiert ständig in die Weiterentwicklung seiner Infrastruktur. So teilte Generaldirektor Wasilenko am 13. März mit, dass an der Stelle des alten Terminals B ein neues Passagierterminal mit einer Kapazität von rund zehn Millionen Fluggästen errichtet werden soll. Diese neue Abfertigungshalle soll zum Hauptterminal der nördlichen Flughafenanlage werden und pro Jahr bis zu 40 Millionen Menschen als Start- oder Zielpunkt ihrer Reisen dienen. Die Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf rund 155 Millionen Euro, wobei noch weitere 77 bis 116 Millionen Euro für den Bau eines Tunnels, der den nördlichen Teil des Flughafens mit dem südlichen verbinden wird, dazukommen.

Wer genau dieses Bauvorhaben finanziert, steht bis dato noch nicht fest. Die Gespräche mit potenziellen Investoren laufen noch. Am Wahrscheinlichsten ist, dass das Projekt im Rahmen einer staatlichen und privaten Zusammenarbeit realisiert wird. Die russische Regierung hat bereits 39 Millionen Euro für die Ausarbeitung der Projektdokumentation aufgebracht. Der Bau des Tunnels sowie des Terminals soll voraussichtlich im Jahr 2015, gleichzeitig mit dem Bau einer dritten Landebahn, vollendet werden.

„Das Projekt ist in erster Linie auf unsere Hauptfluggesellschaft ‚Aeroflot' ausgerichtet und steht in direktem Zusammenhang mit deren Expansionsplänen. Allerdings wollen wir auch neue Fluggesellschaften anlocken", teilte ein Sprecher des Flughafens Scheremetjewo mit. Nach Meinung von Oleg Panteleew, dem Leiter des analytischen Dienstes „Awiaport", sei man sich am Flughafen sehr wohl bewusst, dass die Fluggesellschaft „Aeroflot" sehr schnell wachse. Bald werde die ihr zur Verfügung gestellte südliche Zone des Flughafens nicht mehr ausreichen. In diesem Sinne könne jeder von diesem Projekt profitieren, so Panteleew überzeugt. Einerseits wäre „Aeroflot" in beiden Terminals vertreten, andererseits würde der Flughafen dadurch die Möglichkeit bekommen, auch andere Fluglinien zu bedienen.

Viel Staub wirbelte indes eine Vereinbarung zwischen „Aeroflot" und dem Flughafen Scheremetjewo vom Oktober 2012 auf, der zufolge die nationale Fluggesellschaft, ihre Tochterfluglinien und ihre Partner aus der „Sky Team Allianz" sämtliche Terminals der südlichen Flughafenanlage zur Verfügung gestellt bekommen sollten. Die Föderale Antimonopolbehörde (FAS) Russlands erachtete die Vereinbarung als einen Verstoß gegen das Antimonopolgesetz. Ein Strafverfahren gegen beide Seiten wurde eingeleitet und der Flughafen zu einer Geldstrafe in Höhe von 2500 Euro verurteilt. Am 12. Februar fand ein Treffen zwischen der Leitung der Antimonopolbehörde und der Fluglinie „Aeroflot" statt, auf dem die Details des Abkommens zwischen der Fluggesellschaft und Scheremetjewo besprochen wurden.

 

Das Terminal B

 

Das Terminal B wurde 1964 in Betrieb genommen und war für jährlich vier Millionen Flugpassagiere ausgelegt. Nach der Inbetriebnahme des neuen Terminals D im Jahr 2009 kam es allerdings zu Problemen in der Auslastung des alten Terminals.

Um diesem Umstand entgegenzuwirken, plante man, Billigfluglinien anzulocken. Allerdings ging die dort angesiedelte Fluglinie „Avianova" bereits 2011 Pleite. Seitdem hat das alte Terminal seine Arbeit praktisch eingestellt.

 

Quelle: Zusammenstellung von Meldungen aus dem Nachrichtenagentur „ITAR-TASS" und dem Internetportal „RBC Daily".