Microsoft engagiert sich in Russland

Der Präsident von Microsoft Russland Nikolaj PrjanischnikowFoto: ITAR-TASS

Der Präsident von Microsoft Russland Nikolaj PrjanischnikowFoto: ITAR-TASS

Microsoft stärkt seine Position auf dem russischen Markt: Neben der kostenlosen Vermittlung von Computerkenntnissen für interessierte Russen fördert das Unternehmen Start-ups und ist offizieller Softwarepartner für die Olympischen Winterspiele im nächsten Jahr in Sotschi.

Das Sankt Petersburger Internationale Wirtschaftsforum (SPIEF), Russlands größter jährlicher Treffpunkt für Investoren, widmet seine Aufmerksamkeit für gewöhnlich großen Industrieprojekten ab einem Gesamtumfang von 4,6 Milliarden Euro. Aber während der vergangenen drei Jahre rückten Software und Innovationen immer mehr in den Mittelpunkt der Veranstaltung, wobei der US-amerikanische Technologiegigant Microsoft dabei eine führende Rolle übernommen hat.

Im Jahr 2010 nahm sich Microsoft auf dem Wirtschaftsforum des Problems der geringen Computerkenntnisse unter den Russen an. Seit das Land im vergangenen Jahr bei der Internetnutzung eine Rate von 50 Prozent erreicht hat, steigen diese jedoch kontinuierlich an. Kernstück des von Microsoft initiierten Projekts ist das Zentrum Your Course, das eine kostenlose Ausbildung an der Sankt Petersburger Universität für Informationstechnologien, Mechanik und Optik anbietet. „Seitdem haben wir die Zahl der Zentren auf über 100 vergrößert und dabei mehr als 300 000 Russen ausgebildet", so ein Vertreter von Microsoft.

Im darauffolgenden Jahr unterzeichnete der Präsident von Microsoft Russland, Nikolaj Prjanischnikow, ein Abkommen mit dem russischen Vize-Ministerpräsidenten Dmitrij Kosak, das Microsoft zum offiziellen

Softwarepartner der Olympischen Winterspiele 2014 erklärte. Das Unternehmen nahm auch den Sankt Petersburger Ingria-Technopark in sein BizSpark-Programm auf, das den Start-ups des Parks freie Software und Entwicklungsinstrumente zur Verfügung stellt. „Sankt Petersburg hat BizSpark mehr als 400 Start-ups vermittelt", sagt Diana Tokmaschowa, Marketingmanagerin für Start-ups in Russland. „Ingria war für ungefähr 50 Prozent der Summe verantwortlich."

Beim SPIEF im vergangenen Jahr schloss Microsoft ein bilaterales Abkommen mit dem Sankt Petersburger Fonds für Vorinvestitionen ab, das ein vereinfachtes Auswahlverfahren für Empfänger von Fördergeldern des Microsoft-Gründerfonds anbietet. Microsofts Gründerfonds hat in Russland bisher ungefähr 765 000 Euro in 17 Projekte, zwei davon bei Ingria, investiert.

„Microsoft unterstützte uns genau zum richtigen Zeitpunkt, gerade als wir den Prototyp entwickelten. Das Geld, das wir vom Gründerfonds bekamen, half uns, ein professionelles Team zusammenzustellen und uns sechs Monate lang auf die Arbeit zu konzentrieren, um ein verkaufsfertiges Produkt zu entwickeln", sagt Dmitrij Schuwajew von Pirate Pay, einem Unternehmen im Technologiepark Skolkowo.

Microsofts Gründerfonds bot für die Entwicklung einer Softwarelösung zur Abwehr von illegalen, digitalen Inhalten eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 76 500 Euro an. „Es war sehr wichtig, dass das Geld ohne Bedingungen zur Verfügung gestellt wurde, zum Beispiel ohne irgendwelche Anteile abtreten zu müssen. Dadurch wurden wir nicht durch Investitionsabmachungen eingeschränkt", erklärt Schuwajew.

Der US-amerikanische Konzern vereinbarte außerdem mit der Stadtverwaltung von Sankt Petersburg ein Abkommen, das im Anschluss an das diesjährige SPIEF im Juli 2013 die Austragung des Finales des Microsoft Imagine Cup in der Stadt vorsieht. Über 100 studentische Teams aus 109 Ländern werden sich dem Wettbewerb um die Preisgelder in Höhe von 3 825, 7 650 und 38 255 Euro stellen.

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