Russe kauft Burger King-Filialen

 Laut Angaben von Burger King verfügt die Kette in Deutschland über 160 Franchise- und 673 eigenen Restaurants. Foto: RIA Novosti

Laut Angaben von Burger King verfügt die Kette in Deutschland über 160 Franchise- und 673 eigenen Restaurants. Foto: RIA Novosti

Der Konzern Burger King Worldwide hat ihr Tochterunternehmen in Deutschland verkauft. Alexander Kolobow, Chef des russischen Franchiseunternehmens Burger Russ, ist nun Miteigentümer von Burger King in Deutschland.


Die Burger King Worldwide hat ihr Tochterunternehmen in Deutschland, die Burger King GmbH, mit all den dazu gehörigen 91 Restaurants verkauft. Der Käufer ist die deutsche Yi-Ko Holding GmbH, die zu gleichen Teilen dem Gründer der Café-Kette Schokoladniza, Alexander Kolobow, und Ergün Yildiz gehört. Über den Kaufbetrag bewahren die Seiten Stillschweigen. Burger King verweist lediglich darauf, dass die neuen Eigentümer der Restaurantkette sich dazu verpflichtet haben, im Laufe der nächsten fünf Jahre neue Filialen zu eröffnen und 57 existierende in den kommenden anderthalb Jahren zu modernisieren. Damit verfügen sie über die größte Franchising-Kette in Deutschland.

Kolobow stand gestern für ein Interview nicht zur Verfügung, Yildiz, der mehr als zehn Jahre eine Franchising-Kette in Deutschland betreibt, und die Pressestelle von Burger King haben auf eine Anfrage der Zeitung Wedemosti nicht reagiert.

Kolobow kennt sich mit Burger King bereits gut aus: 2010 eröffnete sein Unternehmen Burger Russ im Rahmen eines Franchisevertrags das erste Restaurant dieser Marke. Im Herbst erklärte der Generaldirektor des Unternehmens, Dmitrij Medowoj, dass Burger King mindestens zwanzig Jahre zu spät in den russischen Markt eingestiegen sei, aber beabsichtige, Marktführer in diesem Segment zu werden. Damals umfasste die Kette 70 Verkaufsstellen, mittlerweile sind es laut Unternehmens-Webseite 96 Filialen.

Der Internetseite des Unternehmens zufolge betragen die Investitionen für die Eröffnung eines Restaurants im Rahmen eines Franchise-Vertrags je nach Höhe der Mieten und des Renovierungsaufwandes zwischen 245 000 und 2 Millionen Euro, einschließlich einer Abschlagszahlung in Höhe von rund 40 000 Euro. Laut Angaben von Burger King verfügt die Kette in Deutschland über 160 Franchise- und 673 eigenen Restaurants. Das bedeutet, dass der Kaufbetrag bis zu 186 Millionen Euro betragen haben könnte. Bei dem Deal wurde möglicherweise ein Rabatt eingeräumt, sagt der Manager einer anderen Restaurantkette. Denn die neuen Eigentümer müssen schließlich den größten Teil der Restaurants renovieren. Seiner Meinung nach könnte die Yi-Ko Holding in etwa 80 Millionen auf den Tisch gelegt haben.

„Kolobow steigt in ein für ihn bereits bekanntes Geschäft ein. Er weiß, wie er mit diesem Unternehmen umgehen muss, und Burger King weiß ebenso, dass die Filialen in die Hände eines Profis kommen", sagt der Geschäftsführer des Consultingunternehmens Restcon, Andrej Petrakow. In Russland sei es nicht leicht Geschäfte zu führen, deshalb sei der Einstieg in ausländische Märkte mit einer namhaften Marke absolut nachvollziehbar, ergänzt er. Attraktiv sei auch, dass es sich bei dem Kaufobjekt nicht einfach nur um ein Franchise-Abkommen handele, sondern um bereits etablierte

Restaurants, was deren Rentabilität besser prognostizieren lasse, erklärt Petrakow.

Zu Beginn des Jahres hatte Burger King bereits einige seiner Tochterunternehmen in den USA und in Kanada verkauft. „Die Übergabe der eigenen Filialen an Franchisenehmer könnte bedeuten, dass Burger King auf diese Weise Kapital freisetzen möchte, um dieses in die Entwicklung der Kette zu investieren", sagt der Manager eines gastronomischen Unternehmens.

Burger King ist eine der größten Fastfoodketten in der Welt und wird nur vom mächtigsten Wettbewerber des Unternehmens, Mc Donald's, in seinen Umsatzzahlen übertroffen. Burger King vereinigt mehr als 13 000 Restaurants in 88 Ländern, wobei über 90 Prozent der Filialen von Franchisenehmern betrieben werden. Nach Angaben von Euromonitor International bedient Burger King 2,7 Prozent des weltweiten Fastfood-Marktes, auf dem im vergangenen Jahr 470 Milliarden Euro erwirtschaftet wurden.

 

Dieser Beitrag erschien zuert bei Wedomosti.

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