Printmedien verlieren Umsätze

Der wichtigste Grund für den Ertragsrückgang der Printmedien ist das Verbot der Alkoholwerbung, meinen die Experten. Foto: AFP / East News

Der wichtigste Grund für den Ertragsrückgang der Printmedien ist das Verbot der Alkoholwerbung, meinen die Experten. Foto: AFP / East News

Das erste Quartal 2013 hat den russischen Zeitungsverlagen erstmals Ertragsrückgänge beschert. Der Grund dafür liegt im Verbot der Alkoholwerbung. Eine Besserung ist nicht in Sicht.

Im ersten Quartal 2013 investierten russische Werbetreibende rund 200 bis 205 Millionen Euro in Anzeigen für Zeitungen und Zeitschriften. Das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, errechneten Experten der Assoziation der Kommunikationsagenturen Russlands (AKAR). Printmedien waren die einzigen Medien, deren Erträge Anfang des Jahres zurückgingen. Der gesamte russische Werbemarkt verzeichnete in den ersten drei Monaten ein Wachstum um 14 Prozent auf 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro.

Im Segment der Printmedien fielen die Erträge durch das Anzeigengeschäft besonders schnell und erreichten zum Quartalsende ein Minus von 57 bis 60 Millionen Euro. Der Abwärtstrend hat sich damit deutlich beschleunigt. Insgesamt gingen im vergangenen Jahr die Erträge durch Werbung in den Medien nur um einen Prozent zurück. Zeitschriften und Zeitungen verloren im ersten Quartal jeweils zwei Prozent ihrer Einnahmen durch das Anzeigengeschäft.

Der wichtigste Grund für den Ertragsrückgang der Printmedien ist nach Einschätzung von Alexander Jefremow, einem Experten des Analysezentrums Video International, das Verbot der Alkoholwerbung, das im Januar 2013 in Kraft getreten ist. Diese Meinung teilen der stellvertretende Generaldirektor des Verlagshauses Komsomolskaja Prawda Wladislaw Gemst und der Präsident von Hearst Shkulev Media

Viktor Schkuljew. Gemst geht davon aus, dass Alkoholwerbung den Zeitungen bis zu fünf Prozent der Erlöse aus dem Anzeigengeschäft einbrachte, den Zeitschriften bis zu 20 Prozent. Andere Werbetreibende erhöhten ihr Werbebudget in den Printmedien praktisch nicht. Der Markt stagniert.

Die Verleger rechnen für das zweite Quartal 2013 nicht mit einer Verbesserung der Situation, denn ab Juni tritt ein weiteres Verbot in Kraft: In Zeitungen und Zeitschriften darf dann nicht mehr für Zigaretten geworben werden. Die Tabakindustrie nutzt derzeit die letzten Wochen, in denen ihre Erzeugnisse in Printmedien beworben werden dürfen, und gibt dafür mehr Geld aus als sonst, erklärte Schkuljew. Aber das wird den Ertragsrückgang im Juni nicht kompensieren können. Auf Zigaretten entfallen, so Gemst, zwei bis drei Prozent der Werbeeinnahmen in den Printmedien.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Wedomosti.

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