Steven Seagal soll russische Waffenindustrie promoten

Der Hollywoodstar Sleven Seagal (links) wird das neue „Gesicht" der  russischen Schusswaffen. Foto: RIA Novosti

Der Hollywoodstar Sleven Seagal (links) wird das neue „Gesicht" der russischen Schusswaffen. Foto: RIA Novosti

Das Degtjarjow-Werk für Schusswaffen in der Oblast Wladimir soll zu einer hochmodernen Waffenschmiede für Robotertechnik ausgebaut werden. Aushängeschild wird vielleicht der berühmte US-Actionstar Steven Seagal.

Der stellvertretende russische Ministerpräsident und Vorsitzende der Militärisch-industriellen Kommission Dmitri Rogosin führte eine Reihe von Gesprächen mit dem Degtjarjow-Werk, das in Kowrow in der Oblast Wladimir gelegen ist, und gab schließlich eine interessante Erklärung ab. Die Wirkung dieser Erklärung wurde durch die Tatsache verstärkt, dass der wichtigste Rüstungsfunktionär des Landes nicht nur von den Mitgliedern der Militärisch-industriellen Kommission begleitet wurde, sondern auch vom Hollywoodstar Steven Seagal.

Steven Seagal, mit dem Rogosin, wie sich herausstellte, eine lange Freundschaft verbindet, begrüßte die Veteranen der Rüstungsindustrie. Der US-amerikanische Schauspieler nahm die Einladung des stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten an und besichtigte mit großem Interesse die aktuelle Produktion des Degtjarjow-Werks.

Möglicherweise wird der Hollywoodstar sich bereit erklären, das neue „Gesicht" der in Kowrow gefertigten russischen Schusswaffen zu werden. Rogosin sagte: „Wir haben darüber gesprochen, für die Demonstration russischer Waffen auf ausländischen Märkten unter anderem Herrn Seagal gewinnen zu können. Wir wollen mit ihm unsere Marke im Ausland auf großen internationalen Messen promoten und sie neben den besten Produkten der amerikanischen und überhaupt der westlichen Waffentechnik präsentieren." Der Vorschlag klingt – wie soll man es anders sagen – interessant. Nach den Worten Rogosins solle damit bewiesen werden, dass „wir lernen, im Wettbewerb mit neuen Methoden zu kämpfen."

Allem Anschein nach soll das Degtjarjow-Werk jedoch zu einem Zentrum für Robotertechnik ausgebaut werden. Nach den Worten Rogosins solle dies, wenn nicht der einzige, so doch der wichtigste Standort für die Entwicklung spezialisierter Robotertechnik werden. Die Bedeutung des Werksausbaus erklärte der stellvertretende russische Ministerpräsident damit, dass heutzutage „die Kriegsführung kontaktlos geführt werden muss, damit unsere Kinder nicht umkommen. Dafür ist es notwendig, Kampfroboter einzusetzen."

Rogosins Vorschlag stimmte auch Wladimir Pawlow, Leiter der Abteilung Informationstechnische Unterstützung des Entwicklungszyklus von Erzeugnissen am Zentralen Forschungsinstitut für Robotertechnik und technische Kybernetik, zu. „Es ist gut, wenn wir ein Hauptwerk haben, in dem bestimmte robotertechnische Systeme gefertigt werden. Das Degtjarjow-Werk hat einen guten Ruf und verfügt über hervorragende Technologien. Ich kann dem nur Positives abgewinnen", erklärte er gegenüber der Zeitung Wsgljad.

 

Russland muss viel aufholen

Im Ganzen bezeichnete der Experte den Entwicklungsstand der Robotertechnik in Russland jedoch als mangelhaft. „Wir haben nahezu alle Positionen aufgegeben, die wir noch in den 1970er-Jahren inne hatten. Militärische Robotertechnik war damals praktisch noch unbekannt. Im Wesentlichen handelte es sich um Industriekomponenten und Roboter für die wissenschaftliche Forschung. Der Einsatz im Militärbereich begann erst später, als die Entwicklung der Robotertechnik bereits positive Ergebnisse lieferte. Und in den 1990er-Jahren gab es dann einen richtigen Boom –

neben der Industrie insbesondere in der Wissenschaft. Jedoch wurde fast die gesamte Forschung in diesem Bereich eingestellt", so der Experte.

Einen Tag vor Rogosin hatte sich auch der russische Verteidigungsminister Sergej Schojgu zu dem Rückstand der einheimischen Robotertechnik im Vergleich zu den ausländischen Wettbewerbern geäußert. Drohnen, landgestützte Roboterkomplexe und unbemannte Unterwasserfahrzeuge, die für das Verteidigungsministerium Russlands entwickelt werden, verfügten über wesentlich schlechtere taktisch-technische Kenndaten als vergleichbare ausländische Modelle, so der Minister.

Vor allem, so führte Schojgu weiter aus, hinge dies mit dem „technologischen Rückstand der Betriebe, der mangelhaften organisatorischen Realisierung von Staatsaufträgen und der unzureichenden fachlichen Qualifikation des Personals" zusammen.

 

Zusammengestellt aus Materialien der Internetzeitung "Wsgljad" sowie der Zeitung "Rossijskaja Gaseta".