Deutsche Firmengruppe investiert in den russischen Fashion-Shop Lamoda

Foto: Lamoda.ru

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Am 11. Juni schloss Lamoda.ru, einer der größten russischen Online-Einzelhändler, seine letzte Investitionsrunde ab. Das Unternehmen erhielt Kapital in Höhe von 130 Millionen US-Dollar von Leonard Blavatniks Access Industries, Summit Partners und Tengelmann Ventures. Die Firmengruppe beteiligt sich traditionell an den Projekten des deutschen Gründungszentrums Rocket Internet (zu denen auch Lamoda.ru gehört).

Der Online-Einzelhändler schloss die vorherige Akquirierungsrunde gerade erst vor neun Monaten ab. Laut verschiedenen Quellen investierte JP Morgan im vergangenen Jahr 40 bis 80 Millionen US-Dollar in das Projekt.

TechCrunch berichtet, dass Niels Tonsen, Mitbegründer und Geschäftsführer von Lamoda.ru, die Meldung zur Gelegenheit nimmt, das Unternehmen zu vergrößern. „Die Investition wird in den Aufbau einer eigenen Logistikinfrastruktur der Gesellschaft in Russland und der Ukraine gesteckt“, sagte er. Zurzeit vertreibt Lamoda.ru auf den Märkten der GUS-Staaten mehr als 800 Marken und beliefert mithilfe von Lamoda-Express insgesamt zehn Städte. Er geht davon aus, dass dieser Wert zum Jahresende auf 25 anwachsen wird.

Tonsen äußerte sich nicht über das finanzielle Abschneiden des Shops, offenbarte aber, dass die Zahl der Nutzer eine Million übersteige (für die russische und kasachische Webseite), die Zahl der Besuche auf den Seiten ist bis auf 20 Millionen angestiegen. Ungefähr 15 % des Verkehrs stamme von mobilen Geräten. Der Geschäftsführer von Lamoda.ru versicherte, dass seine Gesellschaft die Investition nicht dazu verwenden werde, irgendwelche Mitbewerber zu erwerben, schließt aber eine Zusammenarbeit mit anderen Start-up-Unternehmen von Rocket Internet nicht aus, solange dies sinnvoll sei. Die Investition in Höhe von 130 Millionen US-Dollar werde für die Logistik und die Entwicklung von Visualisierungstechnologien sowie die Verbesserung ihres Online-Kundendienstes ausgegeben.

Bis jetzt wurde der Rekord bei den Investitionen in Russlands Online-Handel von Ozon gehalten. Das Unternehmen schaffte es 2011, eine Finanzierung in Höhe von 100 Millionen US-Dollar zu akquirieren.

Tonsen hat das Projektvolumen nicht bekanntgegeben, die Analyseagentur Infoline glaubt jedoch, dass Lamoda.ru den zweiten Platz beim Umsatz hält (170 Millionen US-Dollar im Jahre 2012). Den ersten Platz belegt immer noch Wildberries (200 Millionen US-Dollar). Die Esper-Gruppe schätzt ein, dass der Umsatz von Lamoda.ru 150 Millionen US-Dollar im Jahre 2012 erreicht haben.

Lamoda.ru, ein Einzelhändler für Kleidung, Schuhe, Accessoires, Haushaltswaren und Kosmetikartikel, wurde im Dezember 2010 durch das deutsche Gründungszentrum Rocket Internet, das bereits auch in Mebelrama.ru, Zalando, eDarling, Groupon, TopTarif und andere Projekte investiert hat, an den Start gebracht. Die Gründer von Lamoda.ru sind Dominique Picker, Florian Jansen, Burkhard Binder und Niels Tonsen.

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