Roboter sorgen in Moskauer Parks für Sicherheit

Roboter aus Skolkowo sollen ab September im Sokolniki-Park eingesetzt werden. Foto: PhotoXPress

Roboter aus Skolkowo sollen ab September im Sokolniki-Park eingesetzt werden. Foto: PhotoXPress

Die in Skolkowo entwickelten Roboter überwachen derzeit Grünanlagen in Selenograd; im September sollen sie im Moskauer Park Sokolniki patrouillieren.

Für die öffentliche Ordnung in Moskaus Parks sorgen künftig vielleicht Roboter. Die ersten automatischen Beobachtungssysteme, die Bilder aufnehmen und zur Zentrale des Aufsichtspersonals schicken können sowie auf Bewegungen reagieren, werden demnächst in den Parkanlagen der Hauptstadt getestet.

Die Roboter zur Überwachung einer Umgebungszone sind eine Entwicklung

Robotertechnik für die Überwachung öffentlich genutzter Orte ist bereits in den USA und in Japan im Einsatz. Der Vizepräsident des Russischen Tourismus-Verbands ist davon überzeugt, dass Roboter in den Parks der Hauptstadt ihren Besuchern, unter anderem auch ausländischen Touristen, ein Gefühl von Sicherheit verschaffen werden.

des Unternehmens SMP Robotics aus Skolkowo. Der Unternehmenschef Alexej Polubojarinow kündigte an, Sokolniki einen Testroboter mit dem Namen „Trail Patrouille" schon im September kostenlos zur Verfügung zu stellen.

„Anstelle von Wächtern, die in traurigen schwarzen Uniformen und mit Gummiknüppeln gerüstet durch Parks marschieren, kann man Roboter auf den Weg schicken", sagt Polubojarinow. „Der Roboter ist oben mit einer Überwachungskamera ausgestattet, die einen Radius von 80 Metern erfasst. Im Gegensatz zu Menschen hat er eine Rundumsicht. Bemerkt die Kamera vor sich ein bewegtes Objekt, zum Beispiel einen Menschen, ein Auto oder einen großen Hund, dann fokussiert ihr Objektiv es automatisch und beginnt es zu verfolgen. Die Patrouille im eigentlichen Sinn führt die Parkaufsicht durch, die über Wi-Fi alle Bewegungen sieht, die der Roboter erfasst, und entscheidet, ob Sicherheitspersonal dorthin geschickt werden soll oder nicht."

Der Roboter ist für einen Einsatz rund um die Uhr fast zu jeder Jahreszeit bei Temperaturen von -20 bis +40 Grad Celsius vorgesehen und wiegt 120 Kilogramm. Er fährt auf vier Rädern mit Hinterradantrieb und bewegt sich in Schrittgeschwindigkeit mit fünf bis sieben Kilometer pro Stunde. Wie Polubojarinow erläutert, bestehe die Einzigartigkeit des Gerätes darin, dass er nicht auf Asphalt angewiesen sei, sondern auch auf unbefestigtem Gelände, etwa Rasenflächen oder Pfaden, funktioniere. Die Roboter seien bereits in Grünanlagen von Selenograd getestet worden, auch im Winter. Sie hätten sich auch unter widrigen Bedingungen wie Schnee und Kälte bewährt.

Eine ähnliche Robotertechnik stellen auch andere russische Unternehmen her. Laboratorija trjochmernaja srenija etwa brachte einen Polizeiroboter mit dem Namen „R.BOT № 1" auf den Markt.

Er wurde 2007 auf den Straßen von Perm getestet. Der Roboter ist mit Geräten für Videoaufzeichnungen ausgestattet und kann via Lautsprecherverbindung über Unfälle und Ausnahmesituationen informieren, einen Verbandkasten für die Erste Hilfe zur Verfügung stellen und mithilfe eines Signalstabs den Straßenverkehr auf Kreuzungen regulieren oder an beliebigen Stellen einer Straße den Verkehr einschränken.

Der Leiter des Sokolniki-Parks Andrej Lapschin erklärt, man könne „Trail Patrouille" in den ebenerdigen Flächen des Parks einsetzen.

„Robotereinsätze dienen weniger nur der Sicherheit, sondern eher auch der Kontrolle des Geländes. Mithilfe der Technik lässt sich überwachen, ob alles in Ordnung ist, jemand Graffiti an verbotene Stellen sprüht oder randaliert", so Lapschin.

Ob die Technik von SMP Robotiks nach erfolgreichem Testlauf für den ständigen Einsatz in Moskaus bekanntem Naherholungsgebiet eingesetzt wird, und wenn ja, in welchem Umfang, ist noch nicht entschieden.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Iswestija.