Industrieparks: Gemachtes Bett für Investoren

Mit den Veranstaltungen in Düsseldorf und Stuttgart wollen sich die Industrieparks den Investoren vorstellen. Foto: Dmitri Chromow

Mit den Veranstaltungen in Düsseldorf und Stuttgart wollen sich die Industrieparks den Investoren vorstellen. Foto: Dmitri Chromow

Immer mehr ausländische Unternehmen denken darüber nach, in Russland einen Fertigungsstandort zu errichten. 
Industrieparks bieten die Infrastruktur und Serviceleistungen.

Am 8. und 10. Oktober finden dazu in Düsseldorf und Stuttgart Investitionsforen unter dem Titel „Die Lokalisierung der Fertigung in Russland vor dem Hintergrund des Beitritts zur WTO" statt. Organisiert werden die Veranstaltungen von der Vereinigung der Industrieparks Russlands (VdI) und der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK).

Die VdI reguliert die Einrichtung von Industrieparks in Russland und kontrolliert die Einhaltung der Qualitätsstandards auf der Grundlage russischer und internationaler Erfahrungen. Inzwischen sind 55 Industrieparks in 27 russischen Regionen Mitglieder der VdI. Neben Geschäftsführern der Industrieparks sind auch regionale Planungs- und Bauunternehmen sowie Beratungsunternehmen wie Ernst & Young und Knight Frank vertreten.

Nach Meinung Denis Schurawskijs, dem geschäftsführenden 
Direktor der VdI, ist das System der Parks gegenwärtig noch nicht voll entwickelt, wird jedoch in naher Zukunft ein wichtiges Ins-trument zur Stimulierung direkter Investitionen und zur Entwicklung der Industrialisierung im Lande werden. „Die wachsende Zahl der Industrieparks wird die Schaffung neuer Arbeitsplätze und zunehmende Direktinvestitionen in die Realwirtschaft nach sich ziehen", ist sich Schurawskij sicher.

„Inzwischen sind bereits eine ganze Reihe von Industrieparks für die Großindustrie gegründet worden, für die es bei uns in der Regel aber keinen Bedarf gibt", erklärt Schurawskij die Situation. An großen Investoren hätten die Regionalverwaltungen jedoch ein erhöhtes Interesse, weil diese Tausende Arbeitsplätze und Milliarden Rubeln an Steuern generieren würden.

„Dabei werden Industrieparks in erster Linie von Klein- und mittelständischen Unternehmen benötigt. Aber die Nachfrage aus dieser Richtung ist leider momentan nicht ausreichend gedeckt. Normalerweise sind dies moderne Hochtechnologiefirmen."
„Außerdem", so fährt Schurawskij fort, „ist über unsere Industrieparks im Ausland nur wenig bekannt. Wenn also jemand seine Fertigung in Russland lokalisieren möchte, nimmt die Suche nach dem geeigneten Standort sehr viel Zeit in Anspruch." Mit den Veranstaltungen in Düsseldorf und Stuttgart wollen sich die Industrieparks nun den Investoren vorstellen.

„Zudem brauchen die westlichen Unternehmen ein ‚gemachtes Bett', das heißt ein erschlossenes Grundstück mit vorhandenen Anschlusspunkten für Elektrizität, Gas und Wasser, mit rechtlich geklärten Grenzen sowie einer Verwaltungsfirma, die Dienstleistungen zur Verfügung stellt und Service anbietet", erklärt Schurawskij.

Vergangenen Juli schlug der erste stellvertretende Minister für Industrie

und Handel der Russischen Föderation, Gleb Nikitin, beim Internationalen Investitionsforum in Moskau vor, im Regierungs-programm zur Entwicklung der Industrie bis 2020 eine gesonderte Position für die Industrieparks hinzuzufügen. Außerdem erklärte Nikitin, dass es notwendig sei, nationale Standards für die Industrieparks entsprechend den russischen Rechtsnormen zu erarbeiten.

Schurawskij unterstützt die Initiative der Beamten: „Die Industrieparks können sich ganz allein entwickeln und werden es auch tun, aber dieser Prozess wird mit staatlicher Unterstützung wesentlich effektiver verlaufen."


Mehr Informationen zu 
den Veranstaltungen: 
Wladimir Nikitenko, 
nikitenko@russland-ahk.ru

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