Rostec will international durchstarten

Vize-Generaldirektor von Rostec Dmitrij Schugajew. Foto: Pressebild

Vize-Generaldirektor von Rostec Dmitrij Schugajew. Foto: Pressebild

Dmitrij Schugajew, stellvertretender Generaldirektor des Staatsunternehmens Rostec erklärt in einem Gespräch mit Russland HEUTE, dass Rostech seine Marktposition vor allem im zivilen Bereich verbessern will.

In einem Exklusivinterview mit Russland HEUTE erzählt der stellvertretende Generaldirektor für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit des Staatsunternehmens Rostec, Dmitrij Schugajew, von den Erfolgen und strategischen Plänen des Unternehmens und bewertet auch die zukünftige Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern.

Unlängst ging in Schukowskij, in der Nähe von Moskau, die internationale Luft- und Raumfahrtausstellung MAKS 2013 zu Ende. Welche Neuvorstellungen hat Ihr Unternehmen in diesem Jahr auf der MAKS vorgestellt?

Auf der MAKS 2013 stellte die Rostec-Gruppe, die über 80 Prozent der Komponenten für die russische Luftfahrtindustrie herstellen, nahezu das gesamte Spektrum der in der Luft- und Raumfahrt eingesetzten Gerätetechnik aus. Konkret sind das Luftfahrtelektronik, modernste Konstruktionselemente für Raumfahrtapparate, verschiedenste optische Geräte, Systeme für die Luft- und Raumfahrtkommunikation sowie Rüstungsmaterial für die Luftstreitkräfte und die Luftverteidigung und vieles anderes mehr. Im Bereich der Elektronik wurden zum Beispiel neue Geräte für das Mehrzweckkampfflugzeug Suchoj T-50 aus einem Entwicklungsprogramm der russischen Luftwaffe vorgestellt, ebenso das aktuell leistungsstärkste passive Radarsystem der Welt, das IRBIS-E für die Su-35BM.

Außerdem haben Rostec und seine Mitglieder während der Luftfahrtausstellung eine Reihe von Abkommen über die Zusammenarbeit mit russischen und ausländischen Konzernen abgeschlossen. Unter anderem wurde ein Abkommen mit der Unternehmensgruppe Denel (Südafrika), der französischen Firma Turbomeca und EADS unterzeichnet. Außerdem prüfen wir auch die Möglichkeit, in Russland ein Joint Venture für die Montage von Flugzeugen zu gründen. Über die dazugehörigen Maschinen für den regionalen Luftverkehr wurde im Rahmen der Ausstellung ebenfalls ein Abkommen geschlossen. Zuvor hat Rostec mit Diamond Aircraft Industries bereits ein gemeinsames Projekt zur Entwicklung einer neuen Art von Leichtflugzeugen mit einer Kapazität von neun bis 19 Passagieren gestartet.

Welches sind die vorrangigen Absatzmärkte für das Unternehmen im Allgemeinen und für die auf der MAKS 2013 ausgestellten Neuvorstellungen im Speziellen? Welche Märkte sehen Sie als die aussichtsreichsten an, welche entwickeln sich am dynamischsten?

Fast ein Drittel aller Produkte, die in den Betrieben unserer Mitglieder entstehen, sind für den Export bestimmt. Unser Konzern verfügt über fünfzig Vertretungen im Ausland, die uns dabei unterstützen, unsere Produkte in mehr als siebzig Ländern der Welt zu vertreiben. Dadurch ist es zum Beispiel der Holding Wertoljoty Rossii gelungen, mit ihrem Kampf- und Jagdhubschraubern bei den Verkaufszahlen weltweit den ersten Platz zu belegen, und die Produktionsvereinigung VSMPO-AVISMA deckt mehr als 30 Prozent des Weltmarktbedarfs an Titan ab. Auf die größten ausländischen Unternehmen bezogen stellen wir 40 Prozent des Bedarfs von Boeing, 60 Prozent von Airbus und den kompletten Bedarf von Embraer (Brasilien) bereit. Insgesamt konzentrieren wir unsere Anstrengungen zurzeit darauf, den Marktanteil bei der zivilen Luftfahrt sowohl im In- als auch im Ausland zu steigern.

Bei welchen Ausstellungen neben der MAKS und über welche sonstigen Vertriebskanäle entwickeln Sie die Kontakte zu Ihren zukünftigen Partnern?

Lieferverträge über zukunftsorientierte russische Technik werden häufig auf den weltweit größten Luft- und Raumfahrtausstellungen, wie zum Beispiel bei der Pariser Luftfahrtschau, der Farnborough International Airshow in

England, der peruanischen SITDEF, der Airshow in Dubai, der HeliRussia und anderen Messen geschlossen. Rostec organisiert die russischen Auftritte bei mehr als zwanzig ausländischen Ausstellungen im Bereich der militärisch-technischen Zusammenarbeit. Auf diesen Messen führt unser Staatsunternehmen Verhandlungen mit internationalen Partnern. Im Ergebnis werden nicht selten Joint Ventures gegründet. Das ermöglicht seinerseits den Transfer innovativer Technologien in die russische Industrie und erweitert die Präsenz Russlands auf den Exportmärkten.

Unsere Unternehmensgruppe kann viele erfolgreiche Kooperationen mit strategischen Partnern aus dem Ausland vorweisen: mit Renault und Nissan bei AVTOVAZ, mit Daimler bei KAMAZ sowie mit Pirelli in den Reifenwerken in Woronjesch und Kirow. Rostec ist ebenso an einem Ausbau der Beziehungen mit dem italienischen Hubschrauberhersteller AgustaWestland, Partner im Joint Venture HeliVert, interessiert. Unter anderem wird derzeit auch die Möglichkeit einer Beteiligung der Italiener an Wertoljoty Rossii mittels Aktienkauf. 

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