YotaPhone 2: Das Lifestyle-Smartphone

Der Hauptbildschirm des YotaPhones 2 wurde auf fünf Zoll vergrößert; beim ersten Modell betrug die Bilddiagonale noch 4,3 Zoll. Foto: RBTH

Der Hauptbildschirm des YotaPhones 2 wurde auf fünf Zoll vergrößert; beim ersten Modell betrug die Bilddiagonale noch 4,3 Zoll. Foto: RBTH

RBTH war unter den ersten Testern des Prototyps der zweiten Generation des YotaPhones, das mit zwei Bildschirmen aufwartet. Änderungen zum Vorgänger gibt es in vielerlei Hinsicht – das YotaPhone 2 soll den Sprung auf den Massenmarkt schaffen.

Ende Februar wurde auf der Messe Mobile World Congress 2014 in Barcelona der Nachfolger des YotaPhone vorgestellt. Die RBTH-Redaktion durfte einen Prototyp des YotaPhone 2 testen.

 

Optimierte Optik

Die zweite Auflage des russischen Smartphones ist schmaler und leichter geworden, außerdem verfügt sie über die aktuelle Version von Android sowie den Vier-Kern-Prozessor Snapdragon 800.

Der Hauptbildschirm wurde auf fünf Zoll vergrößert; beim ersten Modell betrug die Bilddiagonale noch 4,3 Zoll. Jetzt können Bilder und Filme außerdem in Full-HD dargestellt werden. Die strenge „backsteinartige" Gehäuseform ist runder geworden, wodurch das Gerät eleganter und stromlinienförmiger wirkt. Der zusätzliche Bildschirm ist ebenfalls verändert worden: Die Pixeldichte wurde von 170 auf 235 Pixel pro Zoll (ppi) erhöht, was die Qualität des Schwarzweiß-Bildschirms deutlich verbessert. Zusätzlich wurden die Funktionen des zweiten Bildschirms erweitert. Beim neuen Modell zeigt dieser nicht nur Bilder, sondern kann auch als Bedienfeld benutzt werden.

 

Weniger Technik, mehr Erholung und Gesundheit

Der größte Vorteil des YotaPhones ist laut seiner Entwickler der zweite Bildschirm. Er belastet den Akku zwar stärker, aber ermöglicht es auch, Neuigkeiten zu erfahren, ohne Zeit für die Entsperrung des zweiten, Farbbildschirms zu verlieren.

Diese Funktion des YotaPhones hat noch weitere Vorteile, wie der amerikanische IT-Spezialist und Autor des Buchs „Digital Diet" Daniel Sieberg anmerkt: „Studien zeigen, dass ein großer Teil der Nutzer seine Zeit eher im Internet verbringt, als sich mit Freunden und Familie zu unterhalten. Durch das Entfallen der Sperrfunktion bleibt nun mehr Zeit dafür. Die Geräte sollen effektiv sein, uns aber nicht von der realen Welt abschneiden", sagt Sieberg und betont, dass das Produkt von Yota Devices genau diese Philosophie vertrete.

Wie Wlad Martynow, der Chef von Yota Devices  betonte, soll die zweite Generation des Smartphones kein Nischenprodukt sein wie das Vorgängermodell, sondern ein Gadget für den Massenmarkt. Die erste Generation des YotaPhone war vor allem an sogenannte „Early Adopters" gerichtet, die häufig neue Technologien nutzen und immer an Neuheiten auf dem Markt interessiert sind.

Zum Konzept von Yota Devices gehört es laut Entwicklern auch, den Nutzer bei einer gesunden Lebensweise zu unterstützen. Laut Martynow wird derzeit eine App für das zweite YotaPhone entwickelt, die die gelaufenen Kilometer und verbrannten Kalorien des Besitzers zählt.

 

Unpolitische Technologie

Auch wenn das YotaPhone oft als das erste russische Smartphone bezeichnet wird, sehen seine Erfinder es als universelles, globales Produkt.

„Wir stellen unser Produkt nicht ausschließlich für russische Verbraucher her. YotaPhone muss auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sein", merkt Martynow an.

Deshalb werde das Unternehmen auch nicht auf die Aufrufe russischer Beamter und anderer bekannter Personen, die wegen der politischen Lage einen Boykott von US-amerikanischen Produkten, darunter Smartphones, und stattdessen einen Wechsel zum YotaPhone forderten, nicht reagieren, so der Chef von Yota Devices.

Nutzer außerhalb Russlands, vor allem die amerikanischen, würden das YotaPhone kaum aus politischen Gründen ablehnen oder wählen, davon ist der wissenschaftliche Berater von „Crowdsourcing.com", Tim Olsen, überzeugt. Er meint: „Die Unterschiede zwischen russischen, amerikanischen und anderen Technologien werden immer geringer."

 

Ohne Marketing geht auch

Martynov kündigte an, dass das YotaPhone 2 ungefähr genauso viel oder etwas weniger kosten wird wie Android-Smartphones führender Anbieter in vergleichbarer Qualität. Die mit dem YotaPhone 2 vergleichbaren Smartphones Sony Xperia Z1 und LG G2 kosten derzeit in Russland ungefähr 515 Euro und 415 Euro.

Experten, darunter die größten Anbieter in Russland, Jewroset und Swjasnoj, sehen die Erfolgschancen des neuen Smartphones allerdings

eher skeptisch. Das im Dezember 2013 auf den Markt gekommene YotaPhone hatte als das erste russische Smartphone mit gleich zwei Bildschirmen – einem normalen und einem Schwarzweiß-Display mit E-Ink-Technologie, das immer in Betrieb ist – für Aufsehen gesorgt. Im Verkauf war es allerdings gefloppt, nicht zuletzt wegen eines fehlenden Marketingkonzepts.

Der Chef von Yota Devices ist der Meinung, dass ein Telefon keine Werbung und kein Marketing brauche: „Ein Telefon muss sich selbst verkaufen." Jedoch waren bis Februar 2014 kaum mehr als 21 000 Geräte des ersten YotaPhones in Russland und Europa auf dem Markt. Das Unternehmen plant, auch beim Nachfolger an seiner Strategie festzuhalten. Verkaufsstart von YotaPhone 2 ist Ende 2014.