Apple und VW erobern den russischen Markt

Foto: Sergey Kusnetsov / RIA-Novosti

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Russische Verbraucher bevorzugen Produkte ausländischer Hersteller – Volkswagen und Coca-Cola lösen Lada und Kwas ab.

Die meisten Russen bevorzugen ausländische Produkte: Wenn es um Autos geht, werden die koreanischen Marken Hyundai und KIA favorisiert, im Bereich Technik ist Samsung führend. Die Moskauer kaufen im Gegensatz zu den übrigen Russen sehr häufig Produkte von Apple und Volkswagen.


Deutsche und amerikanische Qualität

Laut Angaben des Meinungsforschungsinstituts Online Market Intelligence legen über 50 Prozent der Russen beim Einkauf Wert auf den Hersteller der Produkte. Eine bekannte Marke setzt der Verbraucher demnach mit Qualität gleich. Der beliebteste Autohersteller in Moskau ist nach Angaben der Agentur Avtostat Volkswagen, auf Rang zwei und drei folgen KIA und Hyundai. Besonders beliebt sind die Modelle Volkswagen Golf, Hyundai Solaris, Ford Focus und Skoda Octavia. 2013 verkaufte allein der Volkswagen-Konzern in Russland 5,93 Millionen Autos, der Absatz zum Vorjahr stieg dabei um 3,3 Prozent.

Während in Moskau die deutsche Autoindustrie führend ist, wird der Automarkt in den Regionen von den koreanischen Herstellern dominiert.

Beliebtestes Modell dort ist der Hyundai Solaris – das Auto wurde im vergangenen Jahr 114 000 Mal verkauft. Es folgt der KIA Rio New mit insgesamt 89 788 Verkäufen.

Nicht weniger erbittert ist der Kampf um den russischen Markt zwischen den Smartphone-Herstellern Apple und Samsung. Nach Angaben der Marketing-Abteilung von Evroset verkauft Samsung die meisten seiner Modelle in Moskau. Den höchsten Umsatz in der Hauptstadt erzielt allerdings Apple – der Grund dafür liegt in dem hohen Preis der iPhones. Hinter Samsung und Apple folgt Nokia auf Platz drei. Laut OMI Marketing liegt Samsung auf dem russischen Markt insgesamt im Smartphone-Segment vor Apple, beim Absatz von Tablets jedoch dahinter: Die Mehrheit der Russen bevorzugt das iPad. 


Hamburger und Sprudelwasser

Coca-Cola hat auf dem russischen Markt bereits während der Olympischen Spiele 1980 Fuß gefasst und ist aktuell seinem weltweiten Konkurrenten PepsiCo um einiges voraus. Im Januar dieses Jahres hat das Meinungsforschungsinstitut Mix-Research eine Telefonumfrage durchgeführt, um festzustellen, welche Trink- und Mineralwassermarken die Verbraucher bevorzugen. Die Befragten nannten demnach an erster Stelle Aqua Minerale von PepsiCo und Bon Aqua von Coca-Cola – jeweils 17 Prozent. Aqua Minerale von PepsiCo und Bon Aqua von Coca-Cola haben im vorhergehenden Monat 38 Prozent beziehungsweise 37 Prozent der Befragten getrunken. Wenn man zusätzlich die süßen kohlensäurehaltigen Getränke berücksichtigt, so beträgt der Anteil von Coca-Cola auf dem russischen Markt 24 Prozent und der von Pepsi-Cola 15 Prozent.

Neben Coca-Cola bevorzugen die Russen US-amerikanisches Fastfood. Historisch gesehen ist McDonald’s auf dem russischen Fastfood-Markt führend. Die Kette kam bereits 1990 nach Russland, die Eröffnung der ersten Filiale am Puschkin-Platz wurde dabei zu einem Großereignis: Über 30 000 Menschen standen dort Schlange. Über viele Jahre blieb diese Filiale europaweit das bekannteste McDonald’s-Restaurant. Sein erster Geschäftsführer Chamsat Chasbulatow wurde später zum Geschäftsführer des Unternehmens in Ost-Europa.

Obwohl weltweit etwa 80 Prozent der Marke als Franchisekette aufgebaut sind, führte McDonald’s seine Filialen in Russland ausschließlich in Eigenregie. Letztendlich verfügt die Kette nach dem Stand von April 2014 über 422 McDonald’s-Restaurants in 72 russischen Städten und Regionen. Der weltweit größte Mitbewerber Burger King stieg erst 2010 in Russland ein. Das Unternehmen wurde allerdings als Franchise-Kette aufgebaut: 2014 haben in Russland bereits 200 Restaurants eröffnet. Auch McDonald’s hat mittlerweile beschlossen, nach diesem Modell zu arbeiten. Seit 2014 vergibt das Unternehmen Lizenzen an Franchisenehmer.

Dabei passen ausländische Unternehmen ihre Produkte dem russischen Markt an. „In den McDonald’s-Restaurants wird die Speisekarte auf die Traditionen und den Geschmack von den Bewohnern des jeweiligen Landes abgestimmt. In Indonesien beispielsweise gibt es den bewährten  Hamburger mit Maisfladen statt Brötchen und in den spanischen Restaurants wird die kalte Tomatensuppe McGazpacho mit Olivenöl und Essig serviert. „In Russland wiederum ist es das Beef à la Rus mit Schinken und Roggenbrötchen“, erklärt Wadim Gussinoosjorski, Executive Manager der PR- und Marketing-Agentur Kasnoje slovo. Bei Burger King wird sogar zur Fastenzeit eine entsprechende Tageskarte angeboten, zu der ein vegetarischer Burger und eine Rolle mit Linsenfrikadelle gehören.

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