Sotschi-Forum: Archangelsk will Holz und Biomasse nach Europa liefern

Das waldreiche Gebiet Archangelsk will Investoren aus China und Schweden für die holzbearbeitende Industrie anwerben. Igor Orlow, Gouverneur von Archangelsk, sprach auf dem Investitionsforum in Sotschi mit RBTH darüber, welche ausländischen Unternehmen sich bereits in der Region engagieren und welche neuen Produkte künftig exportiert werden sollen.

Bild: Natalja Michajlenko

Das Gebiet Archangelsk ist bekannt als Schiffsbau-Zentrum und für die Holzindustrie, sozusagen als größtes russisches Sägewerk, und als Standort des einzigen Kosmodroms in Russland. Ausländische Investoren interessieren sich vor allem für den Wald. Seit 2007 ist das amerikanische Unternehmen International Paper hier in der Unternehmensgruppe Ilim, einem Joint Venture mit dem Zellulose- und Papierkombinat aus dem Gebiet Archangelsk, tätig. Die Amerikaner haben in den vergangenen zwei Jahren fast eine Milliarde US-Dollar in die Innovation der Produktionssysteme investiert.

Igor Orlow, Gouverneur von Archangelsk.

Foto: RBTH

Interesse an der Holzindustrie, genauer an der Holzbearbeitung und der Herstellung von Holzprodukten, zeigen auch die Schweden und die Chinesen. Wir bewerten die Situation sehr optimistisch. Natürlich brauchen wir noch mehr Investoren und neue Technologien, aber man investiert hier bereits kräftig.

Wir sind interessiert daran, ausländische und russische Unternehmen für den Wohnungsbau zu gewinnen. Wir brauchen mehr Wohnungen, noch ist die Bauwirtschaft in unserer Region nicht gut aufgestellt.

Biomasse ist neuer Exportschlager

Wir engagieren uns derzeit sehr im Bereich Biomasse, es läuft eine ganze Serie von Projekten mit einem Gesamtvolumen von mehreren Milliarden Rubel. Hauptsächlich produzieren wir Biomasse in Form von Pellets. In den nächsten eineinhalb Jahren werden wir wohl zum größten Hersteller von Holzpellets in Russland werden. Dieser Heizstoff ist ein modernes und sehr effektives, auch unter ökologischem Gesichtspunkt zukunftsweisendes Exportprodukt, das sich in Europa großer Nachfrage erfreut.

Auswirkungen der Sanktionen auf das Gebiet

Schwierigkeiten bei den geschäftlichen Abläufen, die mit der Ressourcenbeschaffung zusammenhängen, sind gelegentlich festzustellen. Sie haben aber keine kritischen Dimensionen erreicht. Manche Prozesse nehmen mehr Zeit in Anspruch und sind umständlicher, aber sie laufen.