Sotschi-Investitionsforum: Sanktionen bringen Franzosen in die Region Perm

Französische Investoren wollen die Schweinefleischproduktion in der Region Perm ausweiten. Hier sind bereits Österreicher und Schweizer tätig, die bislang über 250 Millionen Euro investiert haben. Wie die Region mit ausländischen Partnern zusammenarbeitet, erläuterte deren Gouverneur Wiktor Basargin in einem Gespräch mit RBTH.

Bild: Natalja Michajlenko

Im vergangenen Jahr betrug die Gesamtsumme der Investitionen in die Wirtschaft der Region Perm etwa drei Milliarden Euro. Wir erwarten, dass die Summe in diesem Jahr ähnlich ausfallen wird. Hinsichtlich der Investitionen aus dem Ausland sind alle Abmachungen bislang eingehalten worden.

Wir arbeiten mit Investoren aus der Schweiz im Bereich der Forstwirtschaft zusammen, bisher erfüllen sie ihre Verpflichtungen. Dabei geht es um eine Fabrik zur Holzverarbeitung (Produktion von Sonderplatten aus Holzspänen, die für den Bau und für Möbel verwendet werden, Anm. d. Red.). Bislang haben die Partner etwa zehn Millionen Euro investiert, wir schätzen, dass die Gesamtsumme der Investitionen sich auf 250 Millionen Euro belaufen wird. Das Projekt befindet sich in seiner aktiven Phase – Grundstück und Waldfläche wurden zugeteilt und eine Reihe von Arbeiten zur Errichtung der Infrastruktur bereits durchgeführt.

Auch mit Investoren aus Österreich arbeiten wir zusammen, bei der Herstellung von Harzen und in der Petrochemie. Auch hier werden die Verpflichtungen, insgesamt drei Millionen Euro, erfüllt. Zudem gibt es eine Reihe weiterer, kleinerer Projekte.

 

Europa kommt auf den russischen Markt

Wiktor Basargin, Gouverneur der Region

Perm. Foto: RBTH

Zurzeit führen wir aktiv Gespräche mit Unternehmen aus Frankreich, die in unserem Gebiet ein Projekt zur Lebensmittelproduktion planen. Dieses Beispiel bestätigt die Worte des Vorsitzenden einer europäischen Produzentenvereinigung, der während des Forums in Sotschi sagte: Wenn die europäische Wirtschaft nicht direkt mit Russland wird zusammenarbeiten können, wird sie Möglichkeiten finden, nach Russland zu kommen. Die Franzosen werden uns helfen, unser bereits existierendes, aber technisch veraltetes Projekt zur Schweinefleischproduktion zu entwickeln. Uns steht die Modernisierung eines riesigen Betriebs mit 150 000 Schweinen bevor. Die erwarteten Investitionen werden auf 50 Millionen Euro, verteilt auf zwei Jahre, geschätzt.

Auch hinsichtlich unserer Außenwirtschaft geht es uns etwas besser als im vergangenen Jahr, hier verzeichnen wir Wachstum in Höhe von etwa sieben Prozent, und am Jahresende werden wir wohl rund zehn Prozent Wachstum verbuchen können. Die wichtigsten Exportmärkte sind Asien und Lateinamerika. In diese Regionen exportieren wir Papier, Kalium- und Magnesiumsalze, Erdölprodukte sowie Waren aus der Chemieproduktion. In diesem Jahr haben wir zudem eine Zusammenarbeit mit zwei Regionen Chinas begonnen. In Zukunft wollen wir mehrere Projekte gemeinsam angehen, für die nähere Zukunft planen wir zunächst die Einrichtung gemeinsamer Finanzfonds, um im Falle von finanziellen Problemen die Realisierung dieser Projekte aufrechterhalten zu können.

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