Expo Real 2014: Russland ist als Investitionsstandort weiter gefragt

Foto: Pressebild

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Vom 6. bis 8. Oktober präsentierte sich Russland auf der Expo Real in München. Vordergründiges Ziel war es, Investoren zu werben. Diese zeigten sich trotz angespannter politischer Beziehungen offen für den Investitionsstandort Russland. Mehr noch, es gab sogar vorsichtige Kritik an den gegen Russland verhängten Sanktionen.

Vor dem Hintergrund der angespannten Beziehungen zwischen Russland und der EU präsentierten sich verschiedene russische Regionen auf der Messe Expo Real, die vom 6. bis 8.Oktober 2014 in München stattfand. Die Expo Real ist die europaweit führende Immobilienmesse im B2B-Segment. Zu den russischen Ausstellern gehörten neben der Hauptstadt Moskau die Städte Sankt Petersburg und Krasnodar sowie die Regionen Moskau, Tula und Leningrad.

Dabei präsentierten sich die einzelnen Gebiete der Russischen Föderation mit unterschiedlichen Schwerpunkten. So betonte das Gebiet Tula, das etwa 200 Kilometer südlich von Moskau liegt, seine kulturellen und industriellen Traditionen ebenso wie seine Attraktivität für Investitionen, die sich auch aus der Nähe zur russischen Hauptstadt ergibt. Die südrussische Stadt Krasnodar präsentierte sich auf der Expo Real mit den bereits in der Stadt und ihrer Umgebung befindlichen Produktionsstätten internationaler Unternehmen wie dem Landmaschinenhersteller Claas, dem Baustoffunternehmen Knauf und dem Tabakkonzern Philipp Morris. Auf die Vorteile einer Unternehmensansiedlung in einer neu geplanten Industriezone wurde ebenso hingewiesen wie auf das milde Klima und die relative Nähe zum Schwarzen Meer, die die Region für die Tourismuswirtschaft besonders interessant machen.

Das an die russische Hauptstadt angrenzende Gebiet Moskau warb auf der Messe mit den in der Region geplanten Industrieparks. Allein für 2014 ist die Schaffung von vier neuen Industriezonen vorgesehen. Zudem plant die Gebietsregierung umfangreiche Investitionen im Nahverkehr, dem Wohnungsbau und der Energieversorgung, die im Rahmen von Public Private Partnership Projekten auch für internationale Investoren ausgeschrieben werden. Sankt Petersburg betonte neben den guten Investitionsmöglichkeiten in der Stadt auch die traditionelle Ausrichtung nach Europa sowie das große kulturelle Erbe.

 

Moskau setzt auf Infrastrukturprojekte

Die Hauptstadt Moskau präsentierte aktuelle Projekte aus den Bereichen Infrastruktur, Wohnungsbau und der Erschließung von Gewerbeflächen. Auf den Diskussionsforen wurden unterschiedliche Fragen der Stadtentwicklung wie die Schaffung neuer Industrie- und Gewerbezonen, die Entwicklung Moskaus zu einem Finanzzentrum oder architektonisch besonders interessante Projekte erörtert.

Als Diskussionsteilnehmer waren Architekten, Wissenschaftler, Unternehmer und Vertreter der Kommunalverwaltungen anwesend. So nahmen auf russischer Seite unter anderem der Minister der Stadtregierung Moskaus und Leiter des Departments für außenwirtschaftliche Beziehungen, Sergey Cheremin, und der Chefarchitekt der Stadt Moskau, Sergey Kusnezov, sowie Vorstände und Leiter verschiedener russischer Unternehmen teil.

Aus Deutschland waren unter anderem der Bürgermeister und Beigeordnete für Wirtschaft und Arbeit der Stadt Leipzig, Uwe Albrecht, und Ralf Meurer, Vorsitzender der Fachkommission Wirtschaftsförderung des Deutschen Städtetages vertreten, die anhand der Erfahrungen in den Kommunen Leipzig und Duisburg beispielhafte Projekte aus der Entwicklung und Neugestaltung von Industriegebieten vorstellten.

 

Deutsche Investoren sind willkommen

Sergey Cheremin betonte, dass „die Präsentation der Stadt Moskau auch zur weiteren Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland beitragen soll". Trotz der gegen Russland verhängten Sanktionen der USA und der EU gibt es auf russischer Seite weiterhin ein großes Interesse an deutschen Investitionen.

So war die Stimmung, trotz der eingetrübten Beziehungen zwischen Russland und der EU, durchaus positiv. Von Seiten der deutschen Wirtschaft wurde sogar vorsichtige Kritik an der Sanktionspolitik der

Bundesregierung geübt. So unterstrich der Präsident der IHK München und Oberbayern, Dr. Eberhard Sasse, bei der Eröffnung des Moskauer Stands, dass sich die Sanktionen negativ auf die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und Deutschland auswirken. Dr. Sasse befürwortete die baldmöglichste Aufhebung der Sanktionen im Rahmen einer diplomatischen Lösung im Ukraine-Konflikt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es den russischen Regionen mit ihren Präsentationen auf der Expo Real gelungen ist zu zeigen, dass sie weiterhin als Investitionsstandorte attraktiv sind und dass das aktuell angespannte politische Klima deutsche Investoren nicht vor einem Engagement in Russland abschrecken sollte.

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