Normandie-Treffen: Aktienmarkt reagiert positiv

Durch die Einigung in Minsk bekommen die Aktienmärkte Luft zum Atmen. Foto: AP

Durch die Einigung in Minsk bekommen die Aktienmärkte Luft zum Atmen. Foto: AP

Die russische Börse reagierte auf die positiven Nachrichten aus Minsk mit steigenden Kursen. Die Schlüsselindizes der MICEX-RTS-Börse stiegen um mehr als drei Prozent. Zudem festigte sich der Rubelkurs. Experten raten jedoch dazu, keine voreiligen Rückschlüsse aus der momentanen Situation zu ziehen.

Gleich nachdem der Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin gegenüber der Presse verkündete, dass die Parteien bei den Verhandlungen in Minsk eine Einigung erzielt hätten und man nun endlich über die Möglichkeit eines Waffenstillstands sprechen könne, zeigte der russische Aktienmarkt eine positive Reaktion. Der MICEX-Index stieg um vier, der RTSI-Index um drei Prozent. Im Verlauf des Handelstages wies RTSI sogar ein Wachstum von fünf Prozent auf.

Experten bewerten die Reaktion des Aktienmarkts als „deutlich". Nach Aussage von Anna Kokorewa vom internationalen Devisenhändler Alpari sei ein Sprung der russischen Indizes um drei bis vier Prozent aufgrund des zuvor langsamen Wachstums sehr wichtig. „Eine andere Sache ist, dass das wahrscheinlich nur ein spekulatives Wachstum ist, das auf konkrete Aussagen reagiert. Das weitere Verhalten der Märkte wird davon abhängen, ob die Minsker Vereinbarungen tatsächlich erfüllt werden, oder nicht", glaubt Kokorewa. Auch Grigorij Birg vom Broker Investcafe teilte diese Einschätzung. Seiner Meinung nach wäre es allerdings voreilig, über eine Stabilisierung des russischen Marktes zu reden. „Die wirtschaftlichen Probleme bleiben dieselben: Das Bruttoinlandsprodukt sinkt, es gibt eine hohe Inflation und außerdem spricht noch niemand über eine Aufhebung der Sanktionen", konkretisiert er.

 

Auch der Rubel steigt

Der Währungsmarkt reagierte auf die Ergebnisse der Verhandlungen mit einer leichten Festigung des Rubels. Die russische Währung legte zum Handelsbeginn um 0,7 Prozent zu. Analysten zufolge ist die Stärke der Währung eng an den Erdölpreis gekoppelt und weniger von politischen Aussagen abhängig.

In Erwartung von positiven Nachrichten aus Minsk waren die Kurse zunächst sogar deutlicher gestiegen. Doch kurz danach folgte eine Aussage des ukrainischen Präsidenten wonach Moskaus Forderungen bei den Verhandlungen in Minsk „inakzeptabel" seien. Dies ließ den Rubelkurs um 1,7 Prozent gegenüber dem Dollar sinken. Die Indizes MICEX und RTSI verloren drei beziehungsweise fünf Prozent.

 

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