Oligarchen-Erbe: Friedman und Mamut spenden ihr Vermögen

Die russischen Milliardäre Michail Friedman (l.) und Alexander Mamut (r.) bei der Verleihung des russischen Literaturpreises "Big Book" in Moskau.

Die russischen Milliardäre Michail Friedman (l.) und Alexander Mamut (r.) bei der Verleihung des russischen Literaturpreises "Big Book" in Moskau.

Kommersant
Die Oligarchen Michail Friedman und Alexandr Mamut wollen ihr Vermögen größtenteils nicht vererben. Die gleiche Entscheidung hatten zuvor schon die US-Milliardäre Bill Gates und Warren Buffet getroffen.

Die russischen Milliardäre Michail Friedman, dessen Vermögen laut „Forbes“ auf 13,3 Milliarden US-Dollar (etwa zwölf Milliarden Euro) geschätzt wird, und Alexander Mamut (2,2 Milliarden Euro) haben beschlossen, ihre Vermögen nicht an ihre Kinder zu vererben.

Dies berichtete Friedman, Miteigentümer der Alpha-Gruppe, einer der größten Investitionsholdings Russlands, auf einem Treffen des Forbes Clubs am vergangenen Donnerstag. Der Portfolio-Investor, Medien-Mogul Alexander Mamut, machte seine Entscheidung im Magazin „Forbes“ bekannt.

Seinen eigenen Weg gehen

Michail Friedman vertraut darauf, dass seine Kinder selbstständig zu beruflichen Erfolgen kommen werden – so wie er selbst, wie der Unternehmer erklärte. Außerdem wolle er verhindern, dass sie die Aufmerksamkeit von Leuten erregen, „die verwerfliche Ziele verfolgen“.

Ähnlich denkt auch Alexander Mamut. „Seinen Weg zu finden und selbst erfolgreich zu werden, ist wohl der Sinn des Lebens. Und dieser Erfolg hängt nicht zwingend mit Geschäft und Geld zusammen. Man kann auch ein guter Musiker, Sportler, Wissenschaftler oder Ingenieur werden“, meint der Medien-Mogul. Geschäftsmann sei nicht der beste Beruf, fügte Mamut hinzu.

Jeder Zweite will spenden

Bereits zuvor hatte Wladmir Potanin, Generaldirektor von Norilskij Nikel, dem weltweit größten Hersteller von Zink und Nickel, verkündet, sein Vermögen der Wohltätigkeit zukommen zu lassen. Potanin ist bei „Forbes“ mit einem Vermögen von 12,1 Milliarden Dollar (10,8 Milliarden Euro) gelistet. „Mein Kapital soll dem Wohl der Gesellschaft zugutekommen und sozialen Zwecken dienen“, machte er deutlich.

Die altruistischen Züge der Oligarchen sind kein spezifisch russisches Phänomen: Den größten Teil ihres Milliarden-Vermögens Wohltätigkeitsfonds zu überlassen, haben auch schon Microsoft-Gründer Bill Gates und der erfolgreichste Investor der Welt Warren Buffet testamentarisch verfügt.

Nach Angaben des Zentrums für Wohlstand und Philanthropie der Business-School Skolkowo beabsichtigen nur 48 Prozent der russischen Geschäftsleute, ihr gesamtes Vermögen an die Kinder weiterzugeben. 36 Prozent wollen mehr als die Hälfe und 13 Prozent einen kleineren Teil vererben.

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