Putin: „Russland kann nicht isoliert werden“

In Moskau äußerte sich der russische Präsident zu vielen Wirtschaftsfragen.

In Moskau äußerte sich der russische Präsident zu vielen Wirtschaftsfragen.

Mikhail Metzel/TASS
Auf einem Forum in Moskau sprach der russische Präsident über die Aussichten der heimischen Wirtschaft. Beschränkungen, die von der Politik aufgezwungen werden, seien schädlich für alle, so Putin. Dennoch zog er ein positives Fazit für 2016: Die Wirtschaft habe sich gut erholt.

Aufgrund seiner Größe und der wirtschaftlichen Bedeutung sei es unmöglich, Russland zu isolieren, sagte der russische Präsident Wladimir Putin im Rahmen seines Auftritts auf dem Forum VTB-Kapital „Russland ruft!", das am Mittwoch in Moskau stattfand.

„Was die Isolation betrifft: Unsere Grenzen sind so weit, dass ihnen das Benzin nicht reicht! Wie kann man von einer Isolation reden, wenn es um Russland geht?!" So reagierte Putin auf eine Frage aus dem Publikum bezüglich möglicher Sanktionen gegen Russland aufgrund der Lage in Syrien.

Wirtschaftliche Einschränkungen, die von der Politik aufgezwungen werden, seien schädlich für alle, so der Präsident. Er bestritt zudem nicht, dass die russische Wirtschaft negative Auswirkungen durch die westlichen Sanktionen verspüre: „Die Gefahr sehe ich vor allem beim Transfer von Technologien", so Putin.

Eine Stabilisierung wurde erreicht

Laut Putin habe man es in den letzten Jahren geschafft, eine anhaltende makroökonomische Stabilisierung der russischen Wirtschaft zu erreichen. Dies werde vor allem durch die Erfolge der Zentralbank bei der Reduzierung der Inflation deutlich. Darüber hinaus werde die Inflation Ende des Jahres 2016 mit weniger als sechs Prozent ein historisches Minimum in der jüngeren Geschichte Russlands erreichen. „Anfang Oktober 2016 betrug die Inflation 6,4 Prozent. Vor genau einem Jahr waren es 15,7 Prozent", sagte Putin. Zudem gab der Präsident bekannt, dass sich die Zentralbank für das Jahr 2017 vier Prozent Inflation als Ziel gesetzt habe.

Andere Anzeichen für eine Stabilisierung seien die Verringerung der Volatilität der nationalen Währung sowie der Zuwachs an Währungsreserven der Zentralbank, die heute etwa 400 Milliarden US-Dollar betragen. „Am 1. Januar des laufenden Jahres waren es 368 Milliarden", so Putin.

Der Netto-Zufluss an ausländischen Investitionen im Nichtfinanzsektor verdreifachte sich in den ersten acht Monaten des Jahres 2016 und betrug 3,8 Milliarden US-Dollar, rund 3,45 Milliarden Euro. Der Netto-Kapitalabfluss aus Russland verringerte sich im vergangenen Jahr von 48 Milliarden auf 9,6 Milliarden US-Dollar, also von 43,5 Milliarden auf rund 8,7 Milliarden Euro. Eine große Herausforderung für die Regierung sei die Optimierung des Staatshaushaltes und die Erhöhung seiner Effizienz. „Den Staatshaushalt für 2017 konnte man mit drei Prozent Defizit ausgleichen. Das ist selbst im Vergleich zu den weltweit führenden Wirtschaften akzeptabel", so Putin.

Zusammenarbeit mit Asien zeigt großes Potenzial

Es sei nicht nur für Russland, sondern für die Weltwirtschaft allgemein wichtig, die Ölförderung auf dem heutigen Stand einzufrieren. „Wenn die Opec-Länder untereinander eine Einfrierung vereinbaren, dann schließen wir uns an", sagte Putin und sagte, dass dies vor allem von den Quoten des Irans und Saudi-Arabiens abhänge.

Der Güterverkehr zwischen Russland und asiatischen sowie südamerikanischen Ländern betrage nur 28 Prozent, aber es gebe noch Luft nach oben. Zwischen Russland und den Ländern der asiatisch-pazifischen Region finde eine Diversifizierung der Beziehungen statt. Laut Putin gebe es gegenseitige Investitionsströme, sowohl nach Russland als auch aus Russland nach Japan, Südkorea, China und Südostasien. Im Jahr 2016 sei zudem der Handelsumsatz mit Vietnam gestiegen.

Die Zukunft für Investitionen in die russische Wirtschaft seien vor allem der Bereich der Hochtechnologie sowie die Ausbildung von qualifizierten Fachleuten, glaubt der russische Präsident. Diese Entwicklung werde von der Weitergabe von Technologien an andere Länder leben.