Russland fällt um 14 Plätze im Bloomberg Innovation Index

Die Auswirkungen der Sanktionen und niedrigen Energiepreise seien schuld.

Die Auswirkungen der Sanktionen und niedrigen Energiepreise seien schuld.

Reuters
Im aktuellen Innovationsranking der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg kommt Russland schlecht weg: 14 Plätze hat das Land im Vergleich zum Vorjahr eingebüßt. Schuld daran seien die Auswirkungen der Sanktionen und der anhaltend niedrigen Energiepreise.

Südkorea steht erneut an der Spitze des diesjährigen Bloomberg Innovation Index, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Das Land führt mit einem deutlichen Vorsprung vor Schweden, Deutschland, der Schweiz und Finnland.

Russland fiel von seinem zwölften Platz im Vorjahr auf den 26. Platz. Bloomberg erklärt den Abstieg mit den Auswirkungen der Sanktionen und dem niedrigen Erdölpreis: „Die Sanktionen und die Folgen jahrelang niedriger Energiepreise haben Russlands zuletzt solide Werte in den Bereichen der Produktion und Produktivität zunichte gemacht.“  

Drei Kennwerte gaben den Ausschlag

2017 hat sich die russische Position bei drei wichtigen Kennzahlen verschlechtert: bei der Wertschöpfung in der verarbeitenden Industrie, bei der Arbeitsproduktivität sowie beim Anteil von Hightech-Unternehmen an der Gesamtmarktkapitalisierung. Bei den übrigen Kennzahlen hat sich an der Position des Landes im Ranking praktisch nichts verändert.

„Das Nachlassen der ersten beiden Kennzahlen ist eine offensichtliche Folge der aktuellen Rezession“, erklärt Wladimir Korowkin, Leiter des Innovationszentrums der Moskauer Verwaltungshochschule Skolkowo. Nach Angaben des russischen Statistikamts Rosstat hatte die verarbeitende Industrie im November 2016 im Ganzen einen Rückgang von drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen.

Der Rückgang der dritten Kennzahl habe seine Ursache darin, dass in Russland nur ein relativ kleiner Teil der Hightech-Branche öffentlich gehandelte Unternehmen seien, glaubt Korowkin. An der Moskauer Börse sind bestenfalls 20 der 250 gelisteten Unternehmen der Hightech-Branche zuzuordnen.

„Die Wirtschaftszweige, in denen Russland traditionell stark ist – die Verteidigungs-, Weltraum- und Luftfahrt- sowie Atomindustrie als auch ähnliche Branchen – sind in der Regel Staatsunternehmen der verschiedensten Form und werden an der Börse nicht gehandelt“, erklärt der Experte und fügt hinzu: „Ein Großteil der IT-Unternehmen sind zudem sogenannte ‚geschlossene Aktiengesellschaften‘, die dort ebenso nicht zu finden sind.“

Darüber hinaus berücksichtige Bloomberg nicht alle Aspekte der russischen Realität, ergänzt Wladimir Peruschin, Dozent für Innovationsmanagement an der Russischen Akademie für Wissenschaften und Öffentlichen Dienst. So seien in den vergangenen Jahren in Russland Voraussetzungen geschaffen worden, um einen deutlichen technologischen Sprung zu vollführen: der Bau großer regionaler Technologieparks etwa oder die Förderung von Disziplinen, die Innovationen im Bildungsbereich entwickeln.

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