Apps aus Russland: Strategie und Süßigkeitenmonster

Jeder kann den Platz Gottes einnehmen, versichern die Spieleentwickler von Doodle God. Tatsächlich findet sich der User in den Schöpfungsprozess seiner eigenen Welt einbezogen, genau wie etwa hundert Millionen andere Nutzer auf der ganzen Welt. Foto: Pressebild

Jeder kann den Platz Gottes einnehmen, versichern die Spieleentwickler von Doodle God. Tatsächlich findet sich der User in den Schöpfungsprozess seiner eigenen Welt einbezogen, genau wie etwa hundert Millionen andere Nutzer auf der ganzen Welt. Foto: Pressebild

Im App Store von Apple findet man eine Reihe von Apps, die von Russen oder in Russland entwickelt wurden. Anfangs ging es noch um nützliche Informationen und Lehrreiches, heute sind unter den besten russischen Apps ausschließlich Spiele zu finden. RBTH stellt die beliebtesten vor.

„Made in Russia“ heißt eine Kategorie im App Store von Apple. Hier werden Apps von russischen Entwicklern oder russischen Unternehmen angeboten. Schon im Jahr 2011 gab es in der Kategorie mehr als 30 Apps, darunter vor allem Nützliches und Lehrreiches wie den praktischen Einkaufshelfer „Kupi baton!“, „Star Walk“, ein mit dem Apple Design Award 2010 preisgekrönter Führer durch den Sternenhimmel, ein Metroplan von „Yandex.Metro“ oder „Bukwario“, ein farbenfrohes Alphabet für Kinder.

Heute steht mehr der Spaß im Vordergrund. Unter „Made in Russia“ finden sich nur noch Spiele, zum Teil alte Bekannte, die ein Update erfahren haben, wie das beliebte Spiel „Cut the Rope“.

 

„Cut the Rope“ – Seile und Süßigkeiten

Seit Langem ist das Spiel „Cut the Rope“ besonders populär, das von der Firma ZeptoLab entwickelt wurde. Der Spieler streicht mit seinem Finger über den Bildschirm, um Seile  durchzuschneiden, an denen Süßigkeiten für das niedliche Monster Om Nom hängen. Auch im aktualisierten zweiten Teil geht es wieder um Seile und Süßigkeiten. Wirkliche Neuerungen gibt es nicht, seit der Erstveröffentlichung im Jahr 2010 ist es nahezu unverändert. Nur die Ausstattung ist etwas besser geworden: Om Nom hat nun auch endlich Helfer zur Seite gestellt bekommen. Seit dem Update ist das Spiel erstmals kostenpflichtig.

 

„Pudding Monsters“ – Flucht aus dem Kühlschrank

Eine weitere Kreation von ZeptoLab ist das Geschicklichkeitsspiel „Pudding Monsters“. Nach dem Update gibt es nicht mehr ein, sondern eine ganze Gruppe von Puddingmonstern, die die Flucht aus dem Kühlschrank planen, um ihr Leben zu retten. Der simple Spielverlauf ist größtenteils auf Kinder ausgerichtet, begeistert aber auch Erwachsene.

ZeptoLab wurde vor sechs Jahren in Russland gegründet, wo bis heute der Hauptsitz und die Entwicklungsabteilung sind. Herausgeber der beiden Apps war die britische Niederlassung ZeptoLab UK Ltd.

 

Defenders“ – Ein echtes Liebhaberstück

Das Strategiespiel "Defenders" wird kostenlos vertrieben. Foto: Pressebild

Um das Spiel „Defenders“ gab es seinerzeit viel Rummel – hauptsächlich, weil das gut ausgearbeitete Strategiespiel kostenlos vertrieben wird. Es punktet mit einer 3-D-Landkarte, einer hervorragenden Grafik und Gestaltung der Figuren sowie einem gut durchdachten Plot. Das Fazit von Daniel Tack, Kommentator bei „Forbes“, ist eindeutig: „Defenders ist ein absolutes Muss für jeden Liebhaber des Genres.“

Entwickler von „Defenders“ ist die Firma Nival, ein namhaftes internationales Unternehmen. Es existiert bereits seit zwanzig Jahren und wurde in Russland gegründet. Bis heute befinden sich seine beiden Hauptsitze in Moskau und Sankt Petersburg.

 

Evolution: Battle for Utopia“ – Kampf gegen außerirdische Echsen

„Evolution: Battle for Utopia“ ist ein Multi-Genre-Spiel. Den Hauptteil der Spielzeit nimmt der strategische Aufbau, die Gewinnung von Rohstoffen, ein. Die Action beginnt, wenn gegen  außerirdische Echsen und Insekten gekämpft werden muss. Nach dem Urteil der Nutzer könnte die Grafik besser sein und die unterlegte Musik passender.

Herausgeber von „Evolution“ ist der Anbieter My.com, ein Tochterunternehmen der Mail.ru Group. Mit diesem Service beabsichtigt Mail.ru, den internationalen Markt zu erobern. Aber Anbieter mit russischen Namen im Westen zu vermarkten, gilt in der Branche als schwierig. Daher entwickelte die Mail.ru Group in Moskau My.com mit einem Mailprogramm, Chatfunktion und Spielen.  

 

Megapolis“ – Die geschenkte Stadt

„Megapolis“ ist ein Städteplanungsspiel. Foto: Pressebild

„Megapolis“ ist ein Städteplanungsspiel, wobei das Material für den Aufbau nicht unbedingt gekauft werden muss – man kann es sich auch von den anderen Spielern schenken lassen. Auf die soziale Funktion wurde besonders viel Wert gelegt. Beim Kauf zusätzlichen Materials kann man nämlich schnell pleitegehen, die Währung des Spiels reicht von sieben bis 50 US-Dollar. Wer sparen will, sollte daher möglichst oft „Geschenk sammeln“ anklicken.

„Megapolis“ hat etwa 20 Millionen Fans. Hersteller von „Megapolis“ ist die russische Firma Social Quantum. Einigen Angaben zufolge hat die Firma sieben Sitze, die in Russland und anderen GUS-Ländern angesiedelt sind.

 

Doodle God“ – Einmal Gott spielen

Jeder kann den Platz Gottes einnehmen, versichern die Spieleentwickler. Tatsächlich findet sich der User in den Schöpfungsprozess seiner eigenen

Welt einbezogen, genau wie etwa hundert Millionen andere Nutzer auf der ganzen Welt. „Doodle God“ wurde ursprünglich für iOS entwickelt, läuft inzwischen aber auch auf anderen Betriebssystemen.

Das Spiel wurde von der Firma JoyBits Ltd entwickelt. Aus einem kleinen Arbeitszimmer in Sankt Peterburg heraus entwickelte sich die Firma innerhalb von zwölf Jahren zu einem internationalen Spielelabel. In ihrem Portfolio gibt es mehr als 40 Handyspiele und Apps, darunter auch ein Spiel mit dem Sankt Petersburger Fußballclub Zenit und ein Spiel für den Mobilfunknetzanbieter Dixis.

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