Klage gegen Microsoft: Russische Juristen sehen Verstöße gegen Datenschutz

Reuters
Laut dem Fernsehsender „NTW“ wäre ein Verkauf an die Werbeindustrie sowie eine Weitergabe an staatliche Geheimdienste denkbar.

Anwälte des Moskauer Büros "Bubnow und Partner" haben bei Generalstaatsanwalt Jurij Tschajka Klage gegen Microsoft eingereicht. Sie werfen dem Unternehmen vor, mit dem Betriebssystem Windows 10 persönliche Daten der Nutzer ohne deren Wissen zu speichern und weiterzuverarbeiten. So greife Microsoft den Verlauf der durch die Nutzer besuchten Websites, Daten über den Aufenthaltsort, Teile der E-Mail-Konversationen, im Kalender vermerkte Informationen sowie ein Stimmmuster ab. Vermutet wird zudem, dass Microsoft die Daten zu eigenen Zwecken nutzt, aber auch an Dritte weitergibt. Laut dem Fernsehsender „NTW“ wäre ein Verkauf an die Werbeindustrie sowie eine Weitergabe an staatliche Geheimdienste denkbar.

Microsoft widerspricht den Vorwürfen. „Windows 10 erlaubt es den Nutzern, selbst auszuwählen, wie ihre Informationen genutzt werden, um maximal personalisierte Services zu erhalten. In dem neuen Betriebssystem werden ihnen mehrere Einstellungsarten für den Datenschutz angeboten und diese können durch den Nutzer jederzeit verändert werden“, schreibt der Microsoft-Pressedienst. Vertreter des Unternehmens unterstrichen zudem, dass sie keiner Regierung Zugang zu Inhalten und Mitteilungen des Nutzers gewährten.

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