Sicherheit und Multimedia: Russische Neuheiten auf der Innoprom

Daria Kezina
In Jekaterinburg, 1 400 Kilometer östlich von Moskau, fand die Innoprom statt – eine Messe, die jährlich die neusten Entwicklungen aus der Industrie vorstellt. In diesem Jahr nahmen Unternehmen aus 95 Ländern teil. RBTH stellt die fünf interessantesten Produkte aus Russland vor.

1. Humanoider Rettungsroboter

Foto: Darja KesinaFoto: Darja Kesina

Das Unternehmen Androidnaja Technika stellte den humanoiden Roboter „Spasatel“ (zu Deutsch: „der Retter“) vor. Der Roboter ist flexibel einsetzbar: Er kann Menschen aus Trümmern befreien, Feuer löschen und darüber hinaus in chemisch oder radioaktiv verseuchten Gefahrenzonen eingesetzt werden. Der Roboter ist über einen speziellen Anzug von jedem beliebigen Ort aus mit nur einer Millisekunde Verzögerung steuerbar.

Da der Roboter für das russische Militär entwickelt wurde, macht das Unternehmen keine weiteren Angaben zu den Details seiner Entwicklung. Man könne nicht beweisen, dass dieser Roboter besser als die Konkurrenz sei, räumte Alafia Sirazetdinowa in einem Gespräch mit RBTH ein. Wie die Unternehmensvertreterin sagte, bedürfe eine praktische Darbietung der Genehmigung durch das russische Verteidigungsministerium.

2. „Smarte“ Löschanlage

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Innovazionnyje sistemy pozharobesnosti (zu Deutsch: „Innovative Flammsicherheitssysteme“) hat eine Inertgas-Löschanlage mit der Technologie des Internets der Dinge entwickelt, das heißt, die Anlage überwacht sich selbst, Fehlermeldungen erfolgen über SMS, E-Mail oder eine App.

„Früher brauchte der Beauftragte des Leningrader Atomwerks anderthalb Stunden, um die Anlagen zu prüfen. Nun verfolgt er den Zustand der 40 Anlagen über eine App, sieht das Datum der letzten Wartung und was demnächst noch ansteht“, erzählt der Leiter des Entwicklungsteams Sergej Lektorowitsch.

Auch bei einem Stromausfall funktioniert die Anlage und bekämpft den Brand. Ein Hochdruckbehälter dient als Hülle des Moduls. Eine ähnliche Technologie wird bei Mondrovern eingesetzt. Die Anlagen werden bereits in manchen Abteilungen des Geheimdienstes FSB, in Sberbank-Filialen und in Supermärkten eingesetzt.

3. Signal mit großer Reichweite

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Das Moskauer Unternehmen T8 stellte einen Langstrecken-Signalsender mit einer der größten Reichweiten weltweit vor. Damit lassen sich laut Hersteller bis zu acht Terabit pro Sekunde über einen Lichtwellenleiter übertragen. Oder anders ausgedrückt: Mit dem Sender können 1 600 Filme in HD-Qualität 4 000 Kilometer weit übertragen werden.

T8 gehört mit dieser Entwicklung neben Konkurrenten aus China, Finnland und den USA zu den vier führenden Unternehmen in dieser Branche weltweit. Das Besondere? „Unsere Anlagen reduzieren deutlich die Baukosten und den Endpreis für den Kunden“, meint Konstantin Martschenko, stellvertretender Unternehmensleiter.

Inzwischen hat die Firma auch ausländische Märkte im Visier. Vor allem mit dem Iran und Vietnam, aber auch mit Indien und Indonesien wird derzeit verhandelt.

4. Supersensibler Sensor

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Eine weitere besondere Entwicklung kommt ebenfalls aus dem Hause T8: eine sensible Schutz- und Überwachungsanlage. Mit dem vibro-akustischen Sensor „Dunai“ können Lichtwellenleiterstrecken überwacht werden, die zwischen 40 und 75 Kilometer lang sind. Das akustische Mikrofon überwacht die Umgebung und sendet bei Gefahr ein Alarmsignal.

Die Anlage wurde eigentlich zur Überwachung von Öl- und Gasleitungen entwickelt. Es wird aber inzwischen geplant, sie auch für die Überwachung der Luftfahrt und der Bahn einzusetzen. Der Sensor kann auf ein beschädigtes Flugzeugradlager, einen Riss in den Gleisen und viele weitere Schäden aufmerksam machen, indem er unüberhörbare Geräusche verursacht.

5. Einkristall-Saphire

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Das Unternehmen Monokristall präsentierte Produkte mit synthetischen Saphiren. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen von sich reden, als es einen 300 Kilogramm schweren Rekordsaphir herstellte. Die Konkurrenz aus den USA und China erzeugt Kristalle, die lediglich bis zu 100 Kilogramm schwer sind.

Nur Diamanten sind noch härter als Saphire. Aber auch die Oberfläche der Kristalle ist so gut wie absolut kratzfest. Deshalb werden Saphire vor allem in Kameralinsen und Smartphone-Bildschirmen eingesetzt. Das russische Unternehmen exportiert über 98 Prozent seiner Produkte. 2015 schätzte die französische Marktforschungsagentur Yole Development, dass jedes dritte Smartphone weltweit Produkte von Monokristall enthält.

Da der wertvolle Stoff inzwischen künstlich hergestellt werden kann, können in Zukunft Bildschirme von Smartphones, Tablets und anderen Geräten komplett aus Saphir hergestellt werden, prophezeien Vertreter des Unternehmens.

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