Kaspersky-Mitarbeiter wegen Landesverrats verhaftet

Der Manager war für das Aufspüren von Internetkriminalität verantwortlich.

Der Manager war für das Aufspüren von Internetkriminalität verantwortlich.

Reuters
Ein Manager von Kaspersky Lab sitzt in Haft – er wurde wegen Landesverrats verhaftet. Auch ein Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdienstes soll involviert sein.

Kaspersky Lab, eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich Internetsicherheit, bestätigte am Mittwoch die Verhaftung seines Abteilungsleiters für Internetkriminalität Ruslan Stojanow.

Die Verhaftung habe nichts mit dem Unternehmen zu tun, sagte die Firma dem Fernsehsender RT (Russia Today). Stojanow sei zu dem Zeitpunkt, an dem das Strafverfahren eingeleitet wurde, noch kein Mitarbeiter gewesen. Zudem gehöre der Abteilungsleiter nicht zu den Top-Managern des Unternehmens.

Laut der Zeitung „Kommersant“ wurde Stojanow bereits im Dezember verhaftet. Auch ein ranghoher Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes FSB, der stellvertretende Leiter des Zentrums für Informationssicherheit Sergej Michailow, sei nach Informationen aus Geheimdienstkreisen verhaftet worden.

Ermittelt werde aufgrund von Landesverrat, schreibt die Zeitung weiter. Der FSB prüfe Berichte, wonach Michailow Gelder von einem Unternehmen aus dem Ausland im Austausch für sensible Informationen erhalten haben soll. Stojanow soll als Vermittler agiert haben.

Kaspersky Lab arbeitet im Bereich Internetkriminalität seit Jahren mit dem FSB und dem russischen Innenministerium zusammen. Laut „Kommersant“ war Stojanow bis 2006 bei der Moskauer Polizei tätig.

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