Roboter-Utopie oder Katastrophe: Wie wird die Erde in 30 Jahren aussehen?

Das russische IT-Unternehmen Kaspersky blickt in die Zukunft.

Das russische IT-Unternehmen Kaspersky blickt in die Zukunft.

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IT-Spezialisten von Kaspersky Lab haben das Projekt „Earth 2050“ gestartet, das gemeinsam mit Zukunftsforschern Szenarien für unsere Welt in zehn, zwanzig und dreißig Jahren entwirft. Dabei zeigt sich: Die Visionen sind so wenig eindeutig wie die Zukunft selbst.

„Es gehört zu unserer Arbeit, an die Zukunft zu denken. Wir müssen die Gefahren der Zukunft und entsprechende Lösungen voraussagen können“, schrieben die Gründer von „Earth 2050“, einem Projekt von Kaspersky Lab, dem größten russischen Unternehmen für Informationssicherheit. Zu ihrem 20-jährigen Jubiläum startete die Firma ein Multimedia-Projekt, das sich mit Zukunftsszenarien für unsere Welt beschäftigt.

Das Projekt ist interaktiv angelegt: Auf dem futuristisch designten Portal können Nutzer für 2030, 2040 und 2050 Szenarien entwerfen und bewerten. Diese erscheinen dann auf einer virtuellen Erdkugel. Die ersten Prognosen entwarfen die Kaspersky-Mitarbeiter selbst, einige stammen auch von dem Zukunftsforscher Ian Pearson. Niemand weiß, inwieweit diese Vorhersagen eintreffen werden, doch dadurch wird es auch ungleich spannender. Was erwartet uns in der Zukunft laut Kaspersky Lab?

Kurorte in der Arktis, Städte unter Wasser

Die Erderwärmung wird laut Kaspersky immer weiter voranschreiten: Bis 2050 wird das Eis am Nordpol so weit schmelzen, dass die Arktis im Sommer komplett eisfrei sein wird. Das könnte neue Perspektiven eröffnen: Dann wären beispielsweise Militär- und Handelsreedereien und sogar neue Kurorte in der Arktis denkbar. Die nördlichen Länder werden die Erderwärmung entsprechend zu ihren Gunsten nutzen: Der Permafrost wird nicht mehr existieren, was die Erschließung von großen Gebieten in Sibirien und Kanada ermöglichen wird.

Doch es gibt auch schlechte Nachrichten – die einzigartige Natur wird leiden und viele Städte, darunter etwa Dhaka in Bangladesch, werden infolge des erhöhten Meeresspiegels in den Fluten untergehen. Ein Panorama von Atlantis kann man sich auf der Seite anschauen.

Hungersnöte vs. fruchtbare Acker

Besonders schlimm hört sich eine andere Prognose an: Danach werden die Erderwärmung, das kontinuierliche Bevölkerungswachstum und ein resultierender Wassermangel zu Hungersnöten und Aufständen sowie zu Rohstoffkriegen führen.

Aber es gibt auch positive Szenarien. So heißt es in einer weiteren Prognose, dass Wissenschaftler mithilfe von Nano-Technologien eine komfortable Lösung zur Meerwasserentsalzung entwickeln werden. Das wird Afrika und Lateinamerika vor Dürren bewahren und dort die landwirtschaftliche Nutzung ermöglichen. Auch Inselstaaten werden von diesem Verfahren profitieren. Zudem verspricht eine Aufforstung die Reinigung der Luft.

Smarter Alltag für Wohlhabende

Das Leben in den Industrieländern wird laut Kaspersky Lab noch komfortabler. Stühle, Sofas und Betten können individuell an den Menschen angepasst werden. Möglich macht das ein 3-D-Drucker, den es in jeder Wohnung der Zukunft geben wird. Statt Fernsehen wird man Streaming-Kanäle in Highspeed-Geschwindigkeit schauen, deren Inhalt der Nutzer selbst bestimmen und ändern kann. Auch die Kommunikation wird sich stark ändern: Hologramme bringen Freunde und Familie näher.

Diese Annehmlichkeiten wird sich jedoch nur leisten können, wer viel Geld hat. Da viele Dinge und Dienstleistungen nicht mehr käuflich zu erwerben, sondern nur noch über Abonnements zu beziehen sein werden, wird die Ungleichheit in der Gesellschaft weiter wachsen.

Imperium der künstlichen Intelligenz

Kaspersky Lab hält eine fortschreitende Automatisierung für unvermeidlich: Maschinen werden mehr und mehr die Kontrolle übernehmen. Auf der einen Seite ist das bequem, denn damit müssen Menschen immer weniger selbst arbeiten. Auf der anderen Seite birgt das auch gewisse Risiken – beispielsweise bei der Ausbeutung von Rohstoffen. Maschinen können gehackt und zum Rohstoffdiebstahl missbraucht werden.

Ebenso wird sich die künstliche Intelligenz weiterentwickeln: Roboter werden auch im Privatleben irgendwann Menschen ersetzen. Ian Pearson beispielsweise glaubt, dass im Jahr 2050 Menschen öfter Sex mit Robotern als mit anderen Menschen haben werden. Die Technologien würden so gut sein, dass ein Unterschied kaum zu merken sein werde. Es gibt auch gewagtere Prognosen, die besagen, dass Regierungen auf die Hilfe von künstlicher Intelligenz bauen werden – bis sie irgendwann selbst von dieser ersetzt werden.

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