Schminke zum Schutz der Privatsphäre

Grigory Bakunov
Der russische Computerspezialist Gregory Bakunow hat eine spezielle Schminke entwickelt, die die menschliche Identität für künstliche Intelligenzen verschleiern soll.

 / Grigory Bakunov / Grigory Bakunov

Gesichtserkennungssoftware ist eine – teils immer befremdlichere – Realität. In vielen Großstädten werden die Straßen von intelligenten Kameras überwacht, die sozialen Medien haben teilweise riesige Datenbanken mit unseren Gesichtern und keiner weiß, ob und wofür Geheimdienste diese Informationen benutzen.

Doch die Wissenschaft versucht Abhilfe zu schaffen. Die US-amerikanische Carnegie Mellon University zeigte beispielsweise, dass es mit speziellen Brillen möglich ist, in den Augen der Gesichtserkennungssoftware als eine andere Person zu erscheinen. Projekte wie CV Dazzle erforschen indessen, inwiefern Kleidung als Tarnung benutzt werden kann.

Grigory Bakunow, Direktor für Technikvertrieb beim russischen Tech-Giganten Yandex hat auf jeden Fall genug von Überwachungstechnologien. „Die Urheber und Zwecke der Technik sind inzwischen zahlreich, es ist kaum mehr möglich, sich in Moskau zu bewegen, ohne von Kameras erfasst zu werden” schrieb er im Online-Netzwerk Telegram.

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Also begann Bakunow neben seinem Job bei Yandex an einer Technik zu arbeiten, die Gesichtserkennungssoftware davon abhalten sollte, Personen zu identifizieren.

„Ein einfacher aber effektiver Algorithmus war schnell entwickelt, sodass wir in der Lage gewesen wären, ein modernes Make-Up anzubieten, dass intelligente Kameras mit wenigen Gesichtslinien überlisten kann“ schreibt Bakunow.

Trotzdem erwies sich das Projekt als langlebig. Das Risiko einer Nutzung für fragwürdige Zwecke, beispielsweise für die Täuschung von Finanzinstituten oder Ermittlungsbehörden wäre, laut Bakunow, zu hoch gewesen, um das Produkt guten Gewissens auf den Markt bringen zu können.

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