Neues Online-Tool: Russische Universitäten locken ausländische Studenten

17. Oktober 2016 Jelena Proschina
Ein neuer Online-Navigator für russische Universitäten hilft dabei, eine Hochschule zu finden und eine Online-Bewerbung zu verschicken. Angesprochen werden damit ausländische Studenten, die sich bisher mühsam per Post bewerben mussten.
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Ein neues Online-Tool soll die Aufnahme eines Studiums erleichtern. Quelle:ShutterStock/Legion-Media

Der Online-Navigator „Beste Unis in Russland. Wähle deine eigene“ wurde speziell für ausländische Studenten konzipiert, die sich an einer russischen Hochschule einschreiben wollen. Auf der Website http://russia.study kann sich jeder eine russische Hochschule aussuchen und sofort eine Bewerbung abschicken.

In der Datenbank des Online-Tools sind bislang 207 der rund 900 Hochschulen Russlands verzeichnet. Der Leiter der Regierungsagentur für internationale Arbeit und Kulturaustausch Rossotrudnitschestwo Dmitry Gushelja erzählt im Interview mit RBTH, dass die Auswahlkriterien sehr streng gewesen seien: Jede Universität im System müsse eine Abteilung für ausländische Studenten, ein Studentenwohnheim, eine Homepage auf Englisch und Accounts in sozialen Netzwerken haben.  

Welche Informationen bekommt man im Navigator?

Die neue Datenbank ermöglicht es ausländischen Studierenden, Auskünfte über Universitäten in Russland zu bekommen, und vereinfacht den Bewerbungsprozess deutlich. Früher mussten sich Studenten entweder persönlich bewerben oder ihre Unterlagen per Post an die Hochschule schicken. 

Der Navigator verfügt über Antworten auf alle Fragen: Schwerpunkte einer Hochschule, der Platz in den internationalen Ratings, Vorteile des jeweiligen Hochschulabschlusses, die Möglichkeit eines kostenlosen Studiums, Studienkosten sowie zu erwartende Ausgaben für das Wohnen im Studentenwohnheim und die Verpflegung.

Demnächst kann man dank dem Navigator zudem erfahren, ob eine Hochschule Studentenwohnheime besitzt, wie viele ausländische Studierende dort ihren Abschluss machen, welche Bewerbungsfristen gelten und wie es mit Sportangeboten aussieht.

So funktioniert das System:

1. Der Bewerber meldet sich auf der Website an. 

2. Danach müssen Angaben zur Person sowie Zeugnisse hochgeladen werden.

3. Der Bewerber darf bis zu sechs Hochschulen auswählen und sie nach Priorität sortieren.

4. Die Bewerbung wird abgeschickt.

5. Nach dem Einloggen kann man den Status der eigenen Bewerbung verfolgen und Rückmeldungen von Universitäten anschauen.

Wie wird eine Bewerbung bearbeitet?

Im Interview mit RBTH erklärt Gushelja, dass auch die Hochschulen eine eigene Auswahl treffen.

Etwa 15 000 ausländische Studierende werden jährlich kostenlos in Russland ausgebildet. Jede Bewerbung muss zunächst bei Rossotrunditschestwo im jeweiligen Land registriert werden, danach wird sie an das russische Bildungsministerium weitergeleitet.

„Nachdem die Bewerbung bei der Prüfungskommission des Bildungsministeriums angekommen ist, wird sie an die Hochschulen verschickt. Die Hochschulen dürfen die Bewerber selbst auswählen, weil jeder Bewerber die Universitäten in seiner Bewerbung nach der eigenen Priorität sortiert hat“, sagt Gushelja.  

Wird die Bewerbung abgelehnt, schickt man sie an die nächste Hochschule aus der Liste des Bewerbers. In seinem Account kann jeder Bewerber verfolgen, ob seine Bewerbung abgelehnt wurde und warum. Wenn der Bewerber keine ausreichenden Russischkenntnisse nachweisen kann, wird ihm ein Vorkurs vorgeschlagen. 

Was passiert, wenn man eine Absage von allen sechs Hochschulen bekommt? „Dann wird die Bewerbung an eine siebte Hochschule verschickt, die vom Bewerber zwar nicht angegeben wurde, aber über freie Plätze verfügt“, erklärt Gushelja. 

Der Navigator wird in zwölf Sprachen angeboten und ist auch über die Internetplattformen „Russland Heute“ und „Sputnik“ verfügbar. Zudem gibt es mit http://russia.study/ eine eigene Website. Am Projekt haben das Außenministerium, das Ministerium für Bildung und Wissenschaft sowie Rossotrudnitschestwo mitgewirkt. 

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