Absolventen der Staatlichen Universität Woronesch kommen in Berlin zusammen

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30. Oktober 2016 Igor Rosin
Deutsche Absolventen der Staatlichen Universität Woronesch trafen sich Ende Oktober in Berlin, um gemeinsam an einer Weiterentwicklung der russisch-deutschen Beziehungen zu arbeiten. Im Vordergrund standen dabei insbesondere die Förderung des wissenschaftlichen Austauschs und der Kooperation. RBTH besuchte das Forum und sprach mit den Organisatoren.
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Die Universität kooperiert auch in schwierigen Zeiten eng mit Deutschland. Quelle:Pressebild

Vom 28. bis 29. Oktober fand im Russischen Haus in Berlin das Forum „Russisch-Deutscher Dialog: Universitätstraditionen der deutschen Absolventen der Staatlichen Universität Woronesch“ mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation statt.

Das Forum für ehemalige Studenten der Staatlichen Universität Woronesch (SUW) wurde in einer für die Beziehungen der beiden Länder nicht ganz einfachen Zeit durchgeführt. Wie die Vorstandsvorsitzende des Verbandes der SUW-Absolventen Tamara Djakowa, Direktorin des Kultur- und Aufklärungszentrums der SUW, anmerkte, habe sich die Krise zwischen Russland und Deutschland praktisch nicht auf die Tätigkeit des Verbandes ausgewirkt. „Viele der Absolventen haben seinerzeit in der Sowjetunion studiert und vertreten den Teil der deutschen Gesellschaft, der das positivste Verhältnis zu unserem Land hat. Sie sind daran interessiert, dass die Gräben in den Beziehungen zu Russland baldmöglichst überwunden werden.“

Die Organisatoren zeigen sich zufrieden

Das wichtigste Ziel der Veranstaltung war die Schaffung einer Plattform für den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch. Die Teilnehmer erörterten ihre Erfahrungen bei der internationalen Zusammenarbeit der SUW mit deutschen Hochschulen und Organisationen sowie der Umsetzung von Sprachprogrammen in den Hochschulen Deutschlands oder den Partnerhochschulen der SUW. Auch die kulturbildende Mission der Universität sowie die Entwicklungen in diesem Bereich wurden diskutiert. Im Rahmen einer erweiterten Tagung des Verbandes der deutschen Absolventen und Freunde der SUW (DAWU) wurde Rechenschaft über die Tätigkeit des DAWU abgelegt sowie der Startschuss für Vorbereitungen zur Hundertjahrfeier der Staatlichen Universität Woronesch gegeben.

Die Organisatoren unterstrichen, dass das Forum die Annäherung der Absolventen verschiedenster Jahrgänge gefördert und eine reale Plattform für den Dialog und die Zusammenarbeit mit russischen Universitätsgemeinschaften sowie zur Suche nach neuen Wegen des Zusammenwirkens geschaffen habe. Zu den praktischen Ergebnissen zählt Djakowa auch Folgendes: „Erstens ist da die Unterstützung bei der Anwerbung deutscher Studenten für die Sommerschule der SUW zum Erlernen der russischen Sprache sowie die Vorbereitung gemeinsamer Publikationen. Außerdem haben wir gute Kontakte zum Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin geknüpft. Im Rahmen unserer Zusammenarbeit planen wir, unter dem Dach des Russischen Hauses ein Praktikum für unsere Studenten einzurichten.“

Gespräch mit Natalia Schurbina, Leiterin der Verwaltung für internationale Zusammenarbeit der SUW:

RBTH: Worin besteht Ihrer Meinung nach der praktische Nutzen des Forums?

Schurbina: Wir hatten die Gelegenheit, eine Menge deutscher Partner zu treffen, haben die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen erörtert und neue Richtungen des Zusammenspiels festgelegt. Zum Beispiel planen wir mit Swetlana Mengel, Direktorin des Instituts für Slawistik an der Martin-Luther-Universität in Halle, ein Online-Programm zur interkulturellen Kommunikation zu organisieren. Auf russischer Seite werden sich an diesem Programm nicht nur die Fakultät für romanisch-deutsche Philologie, sondern auch die Fakultät für Philosophie und Psychologie sowie der Lehrstuhl für Kulturwissenschaft beteiligen.

In welchen Bereichen gibt es eine Zusammenarbeit mit deutschen Hochschulen?

Gegenwärtig arbeitet die SUW mit 18 Hochschulen und Organisationen in Deutschland zusammen, zu denen die Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg, die Albert-Ludwig-Universität in Freiburg, die Georg-August-Universität in Göttingen, das Helmholtz-Zentrum in Berlin, die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster und andere gehören. In erster Linie handelt es sich dabei um den akademischen Austausch von Studenten und wissenschaftlich-pädagogischem Personal. Unsere Dozenten halten nicht nur Vorlesungen, sondern führen gemeinsame Forschungen durch und veröffentlichen wissenschaftliche Artikel.

In Russland arbeitet eine Vielzahl deutscher Unternehmen und Bildungsorganisationen. Inwieweit unterhält die SUW Kontakte zu diesen?

Seit 1964 arbeiten wir mit dem DAAD, unserem langjährigen Partner, zusammen. Über diesen Zeitraum hinweg haben 500 SUW-Studenten und -Dozenten Programme mit Stipendien dieser Organisation absolviert.

Darüber hinaus realisiert der Germanistik-Lehrstuhl der Fakultät für romanisch-deutsche Philologie der SUW mit der Unterstützung des deutschen Goethe-Instituts zurzeit erfolgreich das Projekt „Frühkindlicher Fremdsprachenerwerb – Deutsch im Kindergarten“.

Was die deutsche Unternehmergemeinde betrifft, so kann als Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit das Kooperationsprogramm für die Magisterausbildung Management- und IT-Consulting genannt werden, das wir zusammen mit der J&M Management Consulting aus Deutschland umsetzen. Auf dem Gelände der SUW werden Ausbildungszentren führender IT-Unternehmen, wie zum Beispiel Siemens IT Solutions and Services und T-Systems, betrieben.

Was die Ausbildung deutscher Studenten betrifft, so haben seit 1964 mehr als 2 000 Studenten, Praktikanten und Doktoranden aus Deutschland hier eine Ausbildung erhalten. Beruflich haben viele von ihnen mit Russland zu tun: in den Vertretungen deutscher Firmen und Organisationen in unserem Land, in den russisch-deutschen Joint Ventures, in russischen Organisationen und Einrichtungen in Deutschland.

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