Patriotische Sänger in Russland können eigene Radio- und TV-Sender bekommen

Artjom Korotajew / TASS
Mit diesem Anliegen wendeten sich die Vertreter der größten musikalischen Holding bereits 2014 an Putin. Ihre Initiative wird nun allmählich realisiert.

Auf Basis der größten russischen Radioholding "Russkaja Mediagruppa" (zu dt.: Russische Mediengruppe, RMG) wird womöglich "ein Inkubator ideologisch korrekter Künstler" gegründet. Nach Angaben der Zeitung "Wedomosti" verfassten die Vorsitzende des Direktorenrats der RMG Olga Plaksina und der Gründer des Wohltätigkeitsfonds "Federazija" Wladimir Kiseljow schon im Oktober 2014 einen Brief mit diesem Anliegen an Putin. Diese ganze Zeit über existierte die Initiative auf Ebene von Gerüchten, und erst jetzt wurde bekannt, dass das Programm in Gang gesetzt wird.
 
Der Meinung der Autoren des Briefs zufolge, würde die Gründung einer patriotischen Mediengruppe das Problem der Importersetzung auf Musiksendern und Radiostationen zu lösen helfen. "Das Land kann nicht auf ausländische Künstler setzen, deshalb ist es notwendig, ein eigenes Cluster ideologisch korrekter Millionenidole zu gründen", wird im Brief bemerkt.
 
Zur RMG gehört der Radiosender "Russkoje radio", wo sowieso ausschließlich Lieder russischsprachiger Künstler gespielt werden, und ebenso der Rock-Radiosender Maximum, Radio Monte Carlo, bei dem 80% der Sendezeit langsame ausländische Hits der letzten Jahrzehnte ausmachen, und die Videoversion von "Russkoje Radio" - der musikalische Fernsehkanal Ru.TV.

Ende Juni 2015 wurde bekannt, dass das föderale staatliche Unternehmen "Goskonzert", das dem russischen Kulturministerium untergestellt ist, die RMG-Holding gekauft hat. Alle Radiosender der RMG gingen also zum Staat.
 
Außerdem empfiehl der stellvertretende Minister für Telekommunikation Alexej Wolin Mitte Juli den Operatoren des Pay-TVs auf einer Konferenz, musikalisch-patriotische Sender in ihren Paketen anzubieten.
 
Vertreter musikalischer Fernseh- und Radiosender, sowie Wolin selbst, lehnten Kommentare ab. Dennoch wird nach Angaben der "Wedomosti" bereits die Möglichkeit diskutiert, dass der Gründung einer patriotischen Mediaholding 2 Mrd. Rubel (imgerechnet 31 Mio. Euro) aus dem Staatshaushalt bereitgestellt werden könnten.

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