Minister Gabriel reist mit hochrangiger Wirtschaftsdelegation nach Moskau

Auf dem Besuchsprogramm von Sigmar Gabriel stehen unter anderem Gespräche mit dem russischen Industrieminister Denis Manturow.

Auf dem Besuchsprogramm von Sigmar Gabriel stehen unter anderem Gespräche mit dem russischen Industrieminister Denis Manturow.

Thomas Häntzschel / nordlicht
Drei Tage nach den Wahlen zur russischen Duma reist Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zusammen mit einer Wirtschaftsdelegation nach Moskau. Präsident Wladimir Putin ließ bereits wissen, dass er den deutschen Vizekanzler empfangen wird. Gabriel hatte sich zuletzt mehrfach für die Lockerung der Sanktionen eingesetzt.

Auf dem Besuchsprogramm der Wirtschaftsdelegation stehen unter anderem Gespräche mit dem russischen Industrieminister Denis Manturow und dem Minister für wirtschaftliche Entwicklung Alexej Uljukajew. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft wird vertreten von Vorstandsmitglied Siegfried Russwurm (Mitglied des Vorstandes der Siemens AG) und dem Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms. Viele mittelständische Unternehmen zeigen mit ihrer Teilnahme ihr Interesse an einer Produktion in Russland.

„Wir begrüßen es sehr, dass der Bundeswirtschaftsminister mit der Reise so kurz nach den Wahlen die Gesprächsfäden in die russische Politik und Wirtschaft wieder aufnimmt“, sagte Russwurm. „Wir erwarten, dass der Besuch zu einer weiteren politischen Entspannung beiträgt und die Position der deutschen Wirtschaft in Russland stärkt.“ Gleichzeitig gab Russwurm seiner Hoffnung Ausdruck, „dass die neue Duma einen wirtschaftsfreundlicheren Kurs einschlägt und die Regierung ein verlässliches Umfeld für in- und ausländische Investoren und Unternehmensgründer sicherstellt.“

Der Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms verwies angesichts zunehmender protektionistischer Tendenzen in Russland darauf, dass nationale Abschottung zu Innovationsschwäche und Wohlstandsverlusten führe. „Unsere Unternehmen erwarten von der russischen Politik faire Marktzugangsbedingungen und klare Regeln für die Lokalisierungspolitik“, betonte Harms. Ausländische Investoren in Russland sollten mit einheimischen Produzenten gleichgestellt werden.

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