Geschichte Tag für Tag: 13. September

Heute lesen Sie in unserem historischen Rückblick von den deutschen Wurzeln des ersten russischen Atlas und dem diplomatischen Resultat des Moskauer Besuch von Konrad Adenauer.

1955: Erstes deutsch-russisches Treffen seit Kriegsende

Bundeskanzler Konrad Adenauer trifft sich mit dem ersten Parteisekretär Nikita Chruschtschow und Außenminister Wjatscheslaw Molotow in Moskau. Das Treffen findet auf Initiative der sowjetischen Seite statt und erregt die Aufmerksamkeit der ganzen Welt.

Aber vor allem interessierte es die deutschen Kriegsgefangenen, die noch immer in der Sowjetunion seit Kriegsende waren. Die Hauptaufgabe der deutschen Delegation war es, die Rückkehr der ehemaligen Soldaten und Offiziere der Wehrmacht in die Heimat zu erwirken.

Am 13. September einigen sich die Sowjetunion und die Bundesrepublik Deutschland auf die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und eine sofortige Rückkehr der 10 000 verbliebenen deutschen Kriegsgefangenen.

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1745: Russland bekommt eine Karte

Russischer Atlas, 1745

Die ersten Versuche, die Landkarte von Russland zu schaffen, wurden noch im 16. Jahrhundert unternommen. Aber erst Ende des 17. Jahrhunderts unter Zar Peter I. erschienen detaillierte Zeichnungen des Landes. Am 13. September 1745 erschien die erste Auflage des geographischen Atlas von Russland, der 19 Karten der russischen Provinzen und eine allgemeine Karte enthielt.

Der Atlas wurde ins Deutsche, Französische und Lateinische übersetzt. Viele deutschstämmige russische Wissenschaftler und Forscher nahmen bei der Zusammenstellung des Werks teil: der Astronom Christian von Winsheim, Mathematiker und Geograph Gottfried Heinsius, sowie Historiker und Russlandforscher Gerard Friedrich Miller.

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