Alle russischen Herrscher auf einen Blick (Teil 3): Von Lenin bis Putin

Russia beyond (Foto: Global Look Press; Paul Delaroche; Public domain; Yuri Abramochkin/Sputnik; Alexey Panov/TASS)
Lernen Sie alle russischen Herrscher kennen: Von den Gründern des Moskauer Zarenreichs bis zum heutigen Präsidenten.

Im Jahr 1917, drei Jahre nach dem ´das Russische Reich in den Ersten Weltkrieg eingetreten ist, hörte es auf zu existieren. Nikolaus II. dankte ab und er wurde mit seiner Familie in Jekaterinburg von den Bolschewiki ermordet.  

Zwischen dem Untergang des Russischen Reiches 1917 und der Gründung der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik 1918 hatte Russland keinen offiziellen Führer. Alexander Kerenski (1881-1970), der Ministerpräsident der Provisorischen Regierung Russlands, fungierte vorübergehend als informeller Führer des Landes, aber seine Regierung wurde am 7. November (25. Oktober u.Z.) 1917 in der Oktoberrevolution von den Bolschewiki gestürzt.

Die UdSSR

Wladimir Lenin (1918-1924)

Wladimir Lenin (1870-1924), der Führer und Begründer der bolschewistischen Partei (Russische Sozialistisch-Demokratische Arbeiterpartei), ergriff 1918 die Macht in Russland. Als Vorsitzender des Rates der Volkskommissare - der Regierung der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik und ab 1922 der Regierung der UdSSR - übernahm er die Führung des Staates. Die UdSSR war der neu gegründete sozialistische Föderationsstaat, der den größten Teil der ehemaligen Gebiete des Russischen Reiches umfasste. Wladimir Lenin starb 1924 an einer Gehirnkrankheit.

Josef Stalin (1924-1953)

Der als Iosif Dschugaschwili (1878-1953) in Georgien geborene Stalin schloss sich schon in jungen Jahren der revolutionären Bewegung an - er organisierte Arbeiterstreiks, wurde von der zaristischen Polizei verfolgt und verbrachte einige Zeit im Exil. Bis 1917 war er einer der engsten Mitarbeiter Lenins und Mitglied des Zentralkomitees der neu gegründeten bolschewistischen Partei.

Nach Lenins Tod konzentrierte Stalin allmählich alle Macht in seinen Händen und wurde zum Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der UdSSR und zum Vorsitzenden des Ministerrats der UdSSR. In dieser Eigenschaft übte er uneingeschränkte Macht aus und regierte die UdSSR bis zu seinem Tod im Jahr 1953 faktisch allein.

Seine Herrschaft war durch harte Repressionen gegen die herrschende Elite und auch gegen das einfache Volk gekennzeichnet. Gleichzeitig wurde die problematische Politik der Fünfjahrespläne und der Kollektivierung umgesetzt, die Russland und seine Wirtschaft unwiderruflich veränderte.

Georgi Malenkow (1953-1955)

Georgi Malenkow (1901-1988) war Stalins Nachfolger im Amt des Vorsitzenden des Ministerrats der UdSSR, wurde jedoch bald von einer Parteigruppe unter der Führung von Nikita Chruschtschow, dem Ersten Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, abgesetzt.

Nikita Chruschtschow (1953-1964)

Nachdem Georgi Malenkow 1955 abgesetzt und ins Exil geschickt worden war, wurde Nikita Chruschtschow (1894-1971) zum Führer der UdSSR. Im Jahr 1956 prangerte er den so genannten „Stalin-Personenkult“ an, was dazu führte, dass viele Stalin-Denkmäler in der gesamten UdSSR abgerissen wurden und die Innenpolitik vorübergehend liberalisiert wurde. In die Geschichtsbücher ging diese Zeit als „Tauwetterperiode“ ein. Chruschtschow wurde 1964 von einer Gruppierung in der Partei um Leonid Breschnew abgesetzt.

Leonid Breschnew (1964-1982)

Die Zeit, in der Leonid Breschnew (1906-1982) Generalsekretär des ZK der KPdSU war, wird als „Zeitalter der Stagnation“ (russisch „Zastoi“) bezeichnet. Der Kalte Krieg war in vollem Gange, was zu einer kulturellen Blockade zwischen den Ländern des Warschauer Paktes und den westeuropäischen Ländern führte. In der UdSSR hatten die Menschen mit wirtschaftlicher Ungleichheit und ideologischer Unterdrückung zu kämpfen - die Behörden verboten alles, was nicht der kommunistischen Ideologie entsprach, einschließlich ausländischer Literatur, Filme und Musik.

Es heißt, Breschnew sei in den letzten Jahren seiner Regierungszeit bereits senil gewesen. Er hatte Schwierigkeiten, sich zu artikulieren und seine Bewegungen zu koordinieren, was möglicherweise auf die Einnahme starker Medikamente zurückzuführen war.

Juri Andropow (1982-1984)

Die relativ kurze Amtszeit von Juri Andropow (1914-1984) als Generalsekretär des ZK der KPdSU war von heftigen internen Rivalitäten in der Kommunistischen Partei geprägt. Andropow erkrankte fünf Monate nach seinem Amtsantritt schwer. Er starb und hatte keine Zeit, politisch etwas zu bewirken. 

Konstantin Tschernenko (1984-1985)

Der nächste Generalsekretär, Konstantin Tschernenko (1911-1985), verbrachte seine Amtszeit überwiegend im Krankenhaus.

Michail Gorbatschow (1985-1991)

Michail Gorbatschow (geb. 1931), der nächste Generalsekretär nach Tschernenko, prägte die Ära von Glasnost („Öffentlichkeit“) und Perestroika („Erneuerung“. Sein Ziel waren Reformen, die zu einer Veränderung des politischen und sozialen Klimas in der UdSSR führen sollten. Die internen wirtschaftlichen Probleme der UdSSR waren zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits so gravierend, dass Im Land Einheit und Stabilität nicht mehr aufrechterhalten werden konnten. 

In den Jahren 1990-1991 löste sich die UdSSR auf, und viele ehemalige Republiken erklärten ihre Unabhängigkeit von Moskau. In den Jahren 1990-1991 war Michail Gorbatschow kurzzeitig der einzige Präsident der UdSSR. Er versuchte, die Union zusammenzuhalten. Doch schließlich wurde die UdSSR endgültig aufgelöst und die Russische Föderation gegründet.

Russische Föderation

Boris Jelzin (1991-1999)

1991 wurde Boris Jelzin (1931-2007), der zuvor ein hochrangiger Funktionär in der Kommunistischen Partei der Sowjetunion war, der erste Präsident der Russischen Föderation. Er führte eine Reihe nützlicher und umstrittener Reformen durch, die die politische Haltung und das Klima im postsowjetischen Russland prägten. Am 31. Dezember 1999 trat er von seinem Amt zurück und wurde von seinem gewählten Nachfolger, Premierminister Wladimir Putin, abgelöst.

Wladimir Putin (1999-2000 als amtierender Präsident, 2000-2008 als Präsident)

Wladimir Putin (geb. 1952), der zuvor im letzten Jahr der Amtszeit von Boris Jelzin als Ministerpräsident fungierte, wurde am 31. Dezember 1999 zum amtierenden Präsidenten Russlands ernannt. Am 26. März 2000 wurde Wladimir Putin zum Präsidenten Russlands gewählt. Er wurde 2004 erneut zum Präsidenten gewählt und blieb in seiner zweiten Amtszeit weitere vier Jahre im Amt.

Dmitri Medwedew (2008-2012)

Dmitri Medwedew (geb. 1965) wurde 2008 als Nachfolger von Wladimir Putin zum Präsidenten Russlands gewählt. Seine Amtszeit war von wirtschaftlicher Entwicklung und gleichzeitig von einer Finanzkrise und Rezession geprägt.

Wladimir Putin (2012-heute)

Wladimir Putin wurde 2012 als Nachfolger von Dmitri Medwedew zum russischen Präsidenten erneut gewählt. Im Jahr 2018 wurde er wieder gewählt und trat seine vierte Amtszeit als Präsident Russlands an.  

>>> Alle russischen Herrscher auf einen Blick (Teil 1): Aufstieg und Fall der Rurikiden-Dynastie

>>> Alle russischen Herrscher auf einen Blick (Teil 2): Aufstieg und Fall der Romanows

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