Von der Zarenzeit bis zum heutigen Russland: „Evolution“ der russischen Panzer (TEIL 1)

Gemeinfrei; Witaly W. Kusmin/vitalykuzmin.net
Erfahren Sie, wie sich Panzer von Maschinengewehren auf Rädern zu den stärksten Infanteriewaffen auf dem Schlachtfeld entwickelten.

Panzer des Ersten Weltkriegs („Wesdechod“ oder einfach -„überallhin“)

Ein Bild des von Aleksandr Porochowschikow gebauten Panzerprototyps Wesdechod.

Die ersten Kampfmaschinen, die später als „Panzer“ bekannt wurden, erschienen 1914 nach Beginn des Ersten Weltkriegs. Dabei handelte es sich meist um leicht gepanzerte Maschinengewehre auf Ketten, die leicht von Kugeln und/oder Schrapnells durchschlagen werden konnten.  

Auch Russland hatte seinen Prototyp des ersten Panzers. Er trug den Namen Wesdechod, was auf Russisch wörtlich übersetzt „Überall-hin-Fahrer“ bedeutet.

Im Bericht Nr. 4563 der Testkommission heißt es: „Es scheint, dass der Wesdechod eine gute und praktische Idee ist. Er kann eine Geschwindigkeit von 25 Werst/Stunde (26,67 km/h) erreichen, einen Abhang mit einer Neigung von 40 Grad hinauffahren, einen drei Meter breiten Graben überwinden und ein senkrechtes Hindernis von 3/4 Meter überqueren. Zahlreiche Löcher und raue Oberflächen wurden bei den Tests durchquert. Der Wesdechod lässt sich bei schnellen Bewegungen leicht lenken und ist sehr wendig. Dadurch ist das Fahrzeug in der Lage, Gelände und Hindernisse zu durchqueren, die für herkömmliche Kraftfahrzeuge unpassierbar sind.“

Der Prototyp erschien erst 1917, als Russland bereits seinen Austritt aus dem Krieg vorbereitete. Die Maschine ging daher nicht in Serienproduktion. 

Der „Russische Renault“ und die ersten sowjetischen Panzer überhaupt

Sowjets erster leichter Panzer MC-1.

Die allerersten sowjetischen Panzer kamen aus dem Ausland. Diese Maschinen dienten als Prototypen, um die besten Technologien (Bewaffnung, Panzerung, Aufhängung und Fahreigenschaften) zu testen und sie für künftige Maschinen anzupassen.

Die ersten sowjetischen Panzerprototypen erschienen 1921. Sie wurden als „russische Renault“ bezeichnet, da sie auf der französischen Plattform "Renault FT-17" basierten. Einige Jahre später schufen die Hersteller eine Kombination aus dem italienischen „Fiat-3000“ und einem Fahrwerk des französischen "Renault NC27“.

Diese Fahrzeuge bildeten die Grundlage für die Entwicklung des leichten Panzers MS-1 (oder T-18). Diese Maschinen verfügten über eine verbesserte, an das russische Gelände angepasste Aufhängung und waren etwas kürzer als ihre ausländischen Gegenstücke. Bewaffnet waren sie mit leistungsstarken 7,62-mm-Degtjarjow-Maschinengewehren, die in der Lage waren, leichte Panzerfahrzeuge effektiv zu durchschlagen und die Infanterie auf dem Schlachtfeld schnell auszuschalten. 

In den 1930er-Jahren formulierte die Militärführung neue Anforderungen an Panzer für den Einsatz auf dem Schlachtfeld. Diese Maschinen sollten 12 Tonnen wiegen und als schnelle und leistungsstarke Unterstützungseinheiten für die Infanterie eingesetzt werden. Sie mussten manövrierfähig sein und auch als Schutzschild während des Angriffs dienen.

Experimente in den 1930er-Jahren

Tank Grotte TG an der Militärakademie für Motorisierung und Mechanisierung der Roten Arbeiter- und Bauernarmee, benannt nach Stalin, 1931.

In den ersten Jahren der Panzerentwicklung in der Sowjetunion zeigte sich, dass es dem Land an Erfahrung im Bereich der Panzertechnik, des Personals und der Großserienproduktion fehlte.

Neben der Entwicklung von leichten, mittelschweren und schweren Panzern mit nur einem Geschütz, experimentierte man mit dem Bau von schweren Mehrzweckpanzern. Dies waren beispielsweise die Prototypen des TG-1, der vom deutschen Ingenieur Edward Grotte entwickelt wurde und des T-35, der auf dem britischen A1E1 "Independent" basierte.

Die Schlachten des sowjetisch-finnischen Krieges zeigten jedoch, dass die Infanterie auf dem Schlachtfeld weniger hauptsächlich sehr wendige Maschinen benötigte. Schwere Panzer waren zwar für Belagerungen und Angriffe auf schwer gepanzerte Ziele geeignet, für die Infanterie aber keine große Hilfe. 

Die Sowjetunion beschloss daher, sich stärker auf die Entwicklung von Maschinen mit nur einem Geschütz zu konzentrieren und hauptsächlich mittlere Panzer zu entwickeln. Diese eigneten sich perfekt für die Massenproduktion und verfügten über recht wirksame Waffen zur Unterstützung der Infanterie auf dem Schlachtfeld.

Panzer des Zweiten Weltkriegs 

Sowjetischer leichter Panzer T-26.

Die Panzer des Zweiten Weltkriegs wurden in drei Gruppen eingeteilt: leichte, mittlere und schwere Panzer.

Der Unterschied zwischen den Maschinen lag in ihrem Einsatzzweck auf dem Schlachtfeld.

Leichte Panzer wurden für Aufklärungsmissionen sowie als Unterstützungsfahrzeuge für Luftlandetruppen und Marinesoldaten eingesetzt.

Der im Zweiten Weltkrieg am häufigsten eingesetzte leichte Panzer der Sowjetunion war der T-26. Die Rote Armee verfügte über bis zu 11.300 Maschinen dieses Typs. Jeder von ihnen hatte eine 45-mm-Kanone mit zwei 7,62x54-mm-Degtjarjow-Maschinengewehren. Diese Waffen waren recht effektiv gegen Infanterie, konnten aber schwereren und größeren Maschinen wenig anhaben.  

Mittlere Panzer wurden hingegen zu den Arbeitspferden auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs.

Der am weitesten verbreitete Panzer der sowjetischen Armee war der mit einer 76-mm-Kanone ausgerüstete T-34. Da er die effektivste Waffe gegen die starken und schwer gepanzerten deutschen Panzer war, kann man sagen, dass das Erscheinen dieses Panzertyps die Karten im Zweiten Weltkrieg neu mischte. Dennoch war der T-34 auch wendig und wirksam gegen andere Ziele - Außenposten, Maschinengewehrstellungen, gepanzerte Fahrzeuge, Infanterie usw.

Dieser Panzer wurde zum meistproduzierten Fahrzeug der sowjetischen Armee. Während und nach dem Krieg wurden mehr als 35.300 Stück hergestellt.

Die sowjetische Armee verfügte auch über schwere Panzer mit massiver Frontpanzerung und den stärksten 100- und 120-mm-Kanonen der damaligen Zeit. Der bekannteste sowjetische Panzer dieses Typs war der IS-2. Er war der stärkste Panzer der sowjetischen Armee und konnte fast jedes Ziel mit einem einzigen Schuss ausschalten. Sie spielten eine große Rolle bei der Belagerung und Erstürmung von Städten, waren aber recht teuer und schwierig herzustellen, so dass die Armee im Vergleich zu den leichten und mittleren Panzern weniger Maschinen dieses Typs in ihren Reihen hatte. Es wurden bis zu 3.500 IS-2 eingesetzt.

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