Abgasskandal: Volkswagen ruft Autos in Russland zurück

Mikhail Fomichov / RIA Novosti
Im vergangenen September haben russische Behörden keine Überschreitungen der Abgasgrenzwerte bei Volkswagen-Autos festgestellt. Inzwischen muss der Konzern auch in Russland im Rahmen einer europaweiten Rückrufaktion seine Dieselfahrzeuge nachbessern.

Rund 43.000 Autos mit dem Dieselmotor EA189 sollen in Russland im Rahmen einer europaweiten Rückrufaktion zurück in die Werkstatt: „Eine für die Antriebssteuerung zuständige Software muss ausgetauscht werden. Die aktuelle Version des Steuerungsprogramms kann erkennen, ob sich das Fahrzeug auf dem Prüfstand befindet und die Stickstoffoxid-Emissionen in diesem Modus optimieren“, heißt es auf der Interseite des Unternehmens. Betont wird indes, dass alle Autos mit dem EA189-Motor technisch einwandfrei und ohne Einschränkung fahrtauglich seien.

Der Software-Update betrifft alle in den Jahren 2008 bis 2015 in Russland verkauften Fahrzeuge. Konkret sind es 25592 Pkw und 7012 Nutzfahrzuge der Marke Volkswagen, 3684 Autos aus dem Hause Škoda und 6652 Audis, die mit Dieseltreibwerken mit 1,6 und 2 Liter Hubraum ausgestattet sind.

„Die Fahrzeughalter werden schriftlich benachrichtigt und zu offiziellen Volkswagen-Händlern eingeladen, um die technische Nachbesserung durchzuführen. Alle Arbeiten sind kostenfrei. Die Rückrufaktion läuft in mehreren Etappen ab und wird bis Ende 2016 verlängert“, heißt es vonseiten des Unternehmens.

Der Pressesprecher der Volkswagen Group Rus erklärte, in der Mehrzahl der Fälle werde lediglich die Software erneuert. Rund eine halbe Stunde erfordere die Fehlerbehebung. In drei Prozent der Fälle werde jedoch der Einbau zusätzlicher Hardware und ein Programmupdate benötigt, was rund eine Stunde dauere.

Die Software werde in Abstimmung mit der russischen Föderalagentur für technische Normung und Metrologie, Rosstandart, aktualisiert. Im vergangenen September habe die Behörde in ihren Untersuchungen jedoch keine Überschreitungen der Abgasgrenzwerte bei den Volkswagen-Autos festgestellt, teilte der russische Industrie- und Handelsminister, Denis Manturow, der Nachrichtenagentur Interfax mit.

„Ausgehend von den Daten des Rosstandart – diese Behörde überwacht die Einhaltung staatlich festgelegter Normen – haben wir gegenwärtig keine Probleme mit Verletzungen unserer Normen und Standards“, erklärte der Minister und betonte, dies gelte nicht nur für die Autos der Marke Volkswagen, bei denen in den westlichen Ländern erhöhte Grenzwerte festgestellt worden seien, sondern auch für die Fahrzeuge anderer Hersteller.

Am 18. September letzten Jahres hielt die US-Umweltschutzbehörde Volkswagen vor, dass die in den Dieselmotoren des Herstellers eingebaute Steuerungssoftware es ermögliche, die Emissionswerte nur auf dem Prüfstand einzuhalten, im Straßenverkehr jedoch arbeite die Abgasreinigung des Fahrzeugs mit geringerer Leistung, wodurch mehr Schadstoffe ausgestoßen würden als zulässig sei.

Die US-Führung wies den Wolfsburger Konzern an, 500.000 Fahrzeuge in den USA zurückzurufen. Volkswagen war gezwungen den Absatz ganzer Modellreihen von Dieselautos auf dem US-amerikanischen Markt zeitweise auszusetzen. Der Autobauer räumte ein, dass die fehlerhafte Software weltweit in rund elf Millionen Fahrzeugen installiert sei. Im Zuge des Skandals traten der VW-Vorstandvorsitzende Martin Winterkorn und eine Reihe von Top-Managern zurück. Zum Nachfolger des VW-Chefs wurde sein Porsche-Kollege Matthias Müller.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RBC.ru.

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