Waffenbauer Kalaschnikow nimmt Fashionmarkt in Angriff

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Mit der Neuausrichtung begegnet der Konzern westlichen Sanktionen.

Russlands größter Waffenproduzent, der Kalaschnikow-Konzern, hat angekündigt, bis Ende dieses Jahres eine eigene Modekollektion auf den Markt zu bringen.

„Mir erschließt es sich nicht, wie es sein kann, dass wir keine Kleidung und Accessoires unter unserem Label herstellen“, sagte Wladimir Dmitriew, Marketingdirektor des Rüstungskonzerns im Interview mit der Zeitung Iswestija.

Die Konzernsprecherin bestätigte auf Anfrage von RBTH, dass der Waffenhersteller momentan an neuer Kleidungskollektion arbeite. Der kommende Oktober werde als Veröffentlichungsdatum anvisiert, wobei die erste Vorstellung bereits kurz zuvor möglich sei.

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„Solche Giganten wie Caterpillar und Ferrari fahren zehn Prozent ihres Gewinns mit eigenen Modemarken ein“, sagt Dmitriew. Der Marketingdirektor ist überzeugt, dass Kleidung und Accessoires unter dem Konzern-Label bei zivilen Nutzern gut ankommen werden.

Mit der Erschließung des Modemarkts geht der Waffenkonzern einen Schritt hin zur Anpassung seiner Marketingstrategie an die vom Westen verhängten Wirtschaftssanktionen. Die Vereinigten Staaten und die EU haben den Kalaschnikow-Konzern neben anderen großen russischen Rüstungsherstellern auf ihre Sanktionsliste gesetzt.

Laut dem Marketingdirektor hat Kalaschnikow sich nach dem heimischen Markt neuorientieren müssen, weil die Absatzzahlen auf den westlichen Märkten gefallen sind. Sich dem zivilen Verbraucher zuzuwenden, sei in der momentanen Umgebung nur logisch, sagt Dmitriew.

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Der Kalaschnikow-Konzern ist Russlands größter Produzent von Maschinen- und Scharfschützengewehren mit 95-prozentigem Anteil am russischen Kleinwaffenmarkt. Für den zivilen Markt stellt der Konzern größtenteils Jagd- und Sportgewehre her. Erhältlich sind die Kalaschnikow-Produkte nach Konzernangaben in über 27 Ländern der Welt.

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