Kleines Bernsteinzimmer auf großer Reise

Bernsteinzimmer in Paris

Bernsteinzimmer in Paris

Maria Tschobanow / Russia Beyond
Im Rahmen der "Europäischen Kulturerbetage" findet in der Russischen Botschaft in Paris die Ausstellung "Diplomatische Geschenke von Peter dem Großen bis heute" statt.

Der erste Teil der Ausstellung am 16. und 17. September besteht aus der Rekonstruktion des etwa fünf Quadratmeter großen Bernstein-Kabinetts, die damit erstmals einem großen und ausländischemn Publikum vorgestellt wird.

Das eigentliche Bernsteinzimmer wurde in Preußen im Auftrag von König Friedrich I. gefertigt und vom selben an Peter den Großen verschenkt. Das Kabinett, welches aus kunstvoll von Hand gefertigten Bernsteinpanelen und vergoldeten Holzelementen besteht, wurde später im Auftrag von Königin Elisabeth durch den Architekten Bartolomeo Francesco Rastrelli mehrmals erweitert und umgestaltet. Das edle Zimmer wurde vor dem Zweiten Weltkrieg im Katherinenpalast in Zarskoe Selo (heute Puschkin, Anm. d. Red.), einer kleinen Vorstadt von Sankt Petersburg, aufbewahrt. Als Leningrad während des Krieges eingekesselt war, wurden alle Vorstädte geplündert und zerstört, weswegen das Bernsteinzimmer aus der Stadt gebracht und den ganzen Krieg über für die Öffentlichkeit zugänglich im Schloss von Königsberg, dem heutigen Kaliningrad, ausgestellt wurde.

Als die sowjetischen Streitkräfte Königsberg stürmten, ging jedoch das Zimmer verloren. Gerüchten und Spekulationen zufolge brannte der Prachtraum während der Bombardierung nieder. Andere meinen, man hätte das Zimmer im Keller des Königsschlosses versteckt, darum solle es jetzt auch dort für immer begraben liegen. Wieder andere behaupten, man hätte es geschafft, das Zimmer aus Königsberg zu bringen, weswegen es nun entweder irgendwo in Deutschland, Tschechien oder Österreich versteckt sei. Man weiß es bis dato nicht. Die Suche nach dem Bernsteinzimmer dauerte deshalb auch fast die ganze zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts an, bis man endlich beschloss, ein neues Bernsteinzimmer anzufertigen. Dieses Vorhaben dauerte von 1981 bis 1997. Zur Gänze fertiggestellt und der Öffentlichkeit im Katherinenpalast präsentiert wurde es aber erst 2003, als man das 300-jährige Jubiläum von Sankt Petersburg feierte.

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