McDonald’s goes East: Sieben Fakten zum Burger-Imperium

Reuters
Der amerikanische Fastfood-Konzern McDonald’s plant ab September die Eröffnung von 20 Filialen in den Regionen Kemerowo, Nowosibirsk, Tomsk und Altai. Rund drei Milliarden Rubel (etwa 40 Millionen Euro) sollen in das Franchise-Projekt fließen. RBTH präsentiert sieben Fakten über den Fastfood-Riesen in Russland.

1. Rekorde zur Eröffnung

„Willkommen bei McDonald’s, Ihre Bestellung, bitte!“, hieß es erstmals am 31. Januar 1990 am Puschkin-Platz in Moskau. Dort eröffnete das erste McDonald’s-Restaurant der damaligen Sowjetunion. Rekordverdächtige 30 000 Menschen wollten sich die Eröffnung nicht entgehen lassen. Bis heute soll es keinen anderen Gastronomiebetrieb geben, der an einem einzigen Tag so viele Gäste bewirtet hat, heißt es bei der Fastfood-Kette. Für Big Mac, Hamburger und Fritten standen die Besucher zwei bis drei Stunden an – und das kilometerlang.

2. Fastfood am Polarkreis

Die McDonald’s-Filiale am Puschkin-Platz ist nach Unternehmensangaben bis heute die größte Europas. Dort werden die Gäste auf einer Fläche von 2 500 Quadratmetern bewirtet. In ganz Russland gibt es 517 Restaurants der Fastfood-Kette, 73 eröffneten allein im vergangenen Jahr. Selbst bis hinter den Polarkreis schaffte es der US-amerikanische Konzern: Die nördlichste russische Filiale befindet sich in Murmansk. Im Osten Russlands war das Land hinter Nowosibirsk bislang eine McDonald’s-freie Zone.

3. Russische Lieferanten

„Das, was wir bei McDonald’s anbieten, erhalten wir zu 85 Prozent von russischen Lieferanten“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Konzerns in Russland und Osteuropa, Chamzat Chasbulatow, in einem Interview mit der Zeitung „Kommersant“. Um die Filialen der Kette unterbrechungsfrei mit Zutaten beliefern zu können, hat das Unternehmen für Russland eine eigene Produktionskette etabliert. Die Hersteller verarbeiten Fleisch, Kartoffeln, Milchprodukte, Gemüse und Backwaren. „Die Erschließung regionaler Märkte erforderte eine sorgfältige Planung. Uns war wichtig, dass diese Restaurants logistisch versorgt werden können“, erklärte er. Die Notwendigkeit, lokale Produzenten in die Produktionskette zu integrieren, sei der Grund dafür gewesen, dass die Expansion der Fastfood-Kette nach Sibirien einen so langen Vorlauf gebraucht hat.

4. Regionale Küche

In einer Werbung für die "Russischen Wochen" aß ein Zar Beef à la Rus. 

Regelmäßig verleiht McDonald’s seinen Produkten nationale Geschmacksnoten. So wurden zum 20-jährigen Bestehen des Schnellrestaurants in Russland im Jahr 2010 die „Russischen Wochen“ veranstaltet. Dafür wurden Beef à la Rus und Piroggen (Teigtaschen) mit Pilzen und Lauch ins Menü aufgenommen.

5. Kein Fastfood auf der Krim

Nach der Angliederung der Krim an Russland im vergangenen Jahr verließ die ukrainische McDonald’s-Kette die Halbinsel. „Wie auch andere multinationale Unternehmen wägt McDonald’s im Augenblick die möglichen Folgen auf der Krim im Bereich der Wirtschaftsregulierung ab. Wegen der Unterbrechung von Finanz- und Bankdienstleistungen haben wir keine andere Wahl“, zitiert RIA Nowosti die Chefin des US-amerikanischen Konzerns Heidi Barker. Bislang bleiben die Restaurants in Jalta, Sewastopol und Simferopol geschlossen.

6. Mangelnde Hygiene?

Im August vergangenen Jahres führte die russische Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor russlandweit Untersuchungen bei McDonald’s durch. Im Anschluss daran wurden zehn Filialen geschlossen, darunter auch die historische Filiale am Puschkin-Platz. Drei Monate lang blieb dort die Küche kalt. Restaurantbesucher sollen sich nach offiziellen Angaben über mangelnde Hygiene in den Filialen beschwert haben. Zeitlich fielen die Untersuchungen mit den wechselseitigen Sanktionen Moskaus und Washingtons zusammen. Als Ergebnis der Untersuchungen wurden schließlich zwei Salate aus dem Angebot genommen. Angeblich enthielten sie Kolibakterien. 

7. 25 Jahre Erinnerungen

Im Januar 2015 feierte McDonald’s in Russland sein 25-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass startete das Unternehmen die Aktion „25 Jahre zusammen“. Die Kunden waren eingeladen, in den sozialen Netzwerken ihre persönlichen McDonald’s-Geschichten auszutauschen. Menschen erzählten beispielsweise, wie sie ihre Prüfungen an der Uni schwänzten, weil sie in der Schlange anstanden. Jemand lernte dort seine zukünftige Ehefrau kennen. Andere nahmen das Einweggeschirr mit und benutzten es weiter, weil es so etwas in der Sowjetunion nicht zu kaufen gab.

Das erste Menü vom russischen McDonalds aus dem Posten von Dmitrij Gapeschin, der an der Jubiläum-Aktion teilgenommen hat. Quelle: 25vmeste.mcdonalds.ru

„Ich weiß noch, wie ich mit meinem Vater 1990 in Moskau war. Wir gingen durch die Stadt und sahen diese lange Schlange vor dem ersten McDonald’s. An den außergewöhnlichen Geschmack des Big Macs erinnere ich mich noch heute … Als Andenken an den Tag behielt ich das Menü und einen Becher“, schrieb etwa Dmitrij Gapeschin. Und die Moskauerin Marina Palta schrieb: „Am 14. Februar 1990 war ich mit meinem Ehemann bei euch. Ich war schwanger und es war Valentinstag. Das war eine sehr romantische Geschichte.“