Moskau plant das größte Riesenrad Europas

140 Meter hoch soll es werden.

140 Meter hoch soll es werden.

Regions Group
Moskau soll ein neues Riesenrad bekommen – und es soll wieder das höchste Europas werden. Der Investor hofft, dass die Attraktion zu den fünf meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt gehören wird.

An dem Ausstellungs- und Messegelände WDNCh im Nordosten Moskaus wird bald wieder eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten der russischen Hauptstadt stehen: das größte Riesenrad Europas.

Die 140 Meter hohe Attraktion – fünf Meter höher als der Rekordhalter „London Eye“ in der britischen Hauptstadt und fast doppelt so hoch wie das alte, inzwischen demontierte Riesenrad der russischen Metropole – soll jährlich bis zu 1,5 Millionen Besucher anziehen, sagte Amiran Muzojew, Vorstandsmitglied von Regiony, dem einzigen Investoren des Projekts, in einem Gespräch mit RBTH.

Entworfen und erbaut werden soll es bis 2018 von dem britischen Architekturbüro Chapman Taylor und dem Schweizer Maschinenbauunternehmen Intamin, das auf Freizeitparks spezialisiert ist. Einzelheiten zu den Investitionen nannte Muzojew nicht, doch man erwarte eine Amortisation innerhalb von acht Jahren.

Große Pläne

„In den nächsten Jahren wird das Riesenrad zu den fünf meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt gehören“, ist Amiran Muzojew sicher. Er glaubt, dass die Anzahl an Touristen aus dem In- und Ausland um mehr als 1,5 Millionen Besucher pro Jahr zunehmen wird – das wäre eine Steigerung um knapp neun Prozent. Nach Angaben des Departments für Tourismus und Sport der Moskauer Stadtregierung besuchten im vergangenen Jahr 17,5 Millionen Touristen Moskau, darunter 4,5 Millionen aus dem Ausland.

Das Moskauer Riesenrad soll über 30 geschlossene Kabinen mit einer jeweiligen Kapazität von 20 Personen verfügen. Eine Umdrehung ist für 25 Minuten angesetzt. Vorgesehen sind zudem eine große überdachte Promenade, Themenrestaurants, Souvenirläden, ein Kino und ein Wachsfiguren-Kabinett.

„Wir haben uns entschieden, das höchste Riesenrad Europas in Moskau zu bauen, da es für die Stadt von strategischer Bedeutung ist“, erklärte Muzojew. Das neue Riesenrad soll die Entwicklung der Unterhaltungs- und Tourismusindustrie in Russland stimulieren.

Der lokalen Wirtschaft nützt es nichts

Doch Irina Irbitskaja, Leiterin des Zentrums für Städtebau an der Russischen Akademie für Volkswirtschaft und Staatsdienst, ist skeptisch. „Im Hinblick auf chinesische Touristen ist das eine interessante Geschäftsidee, aus Sicht der Stadt ist sie jedoch fragwürdig. Moskau wird damit kein Geld verdienen“, meint die Stadtforscherin im Gespräch mit RBTH.

Denn wichtig sei, dass das Projekt nicht nur für die Besitzer profitabel werde, sondern auch für die klein- und mittelständischen Unternehmen, die sich dort ansiedelten. Das Gelände sei aber schon jetzt überladen, gibt Irbitskaja zu bedenken.

„Touristen anzuziehen ist eine komplexe Angelegenheit, die von der Qualität der Umgebung und dem Wohlstand der Bewohner abhängig ist. Das ‚London Eye‘ zum Beispiel steht bei Besuchern der Stadt bei Weitem nicht ganz oben auf der Liste. Die Touristen kommen vor allem deshalb nach London, weil die Stadt einen hohen Standard hat und interessant ist“, sagt Irbitskaja.

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