Yandex-Studie: Wofür nutzen die Moskauer ihr U-Bahn-WiFi?

11. August 2017 Aljona Boldyrewa
Schauen die Leute in der Metro wirklich so viele Pornofilme wie man ihnen nachsagt? Das wollten Experten von Yandex herausfinden und machten eine Studie. Obwohl deren Nützlichkeit eher fragwürdig ist, sind die Ergebnisse durchaus interessant.

/ Pavel Golovkin/TASS/ Pavel Golovkin/TASS

Seit 2014 gibt es im gesamten Moskauer Metronetz kostenloses WiFi. Die Bewohner der russischen Hauptstadt nutzen dies aus und surfen, während sie in der Metro sitzen, was das Zeug hält. Doch was machen sie im Internet? Nutzen einige Pendler den Service vielleicht sogar, um naja, auch sexuell in den Tag zu kommen? Die Wahrheit ist erheblich langweiliger.

Der russische Tech-Gigant und einheimische Google-Konkurrent Yandex hat über 300 000 Suchanfragen ausgewertet, um herauszufinden, was die beliebtesten Themen im Moskauer Untergrund sind. Laut der Studie drehen sich die meisten Suchanfragen aus der Metro um IT-Themen. Offenbar kann man unterirdisch sehr gut über solche Dinge nachdenken, nach diesen Themen wird hier doppelt so häufig gesucht wie im Rest Moskaus. Dort sind dann wieder die sexuellen Themen beliebter, die Suchbegriffe „Porno“ und „Prostituierte“ wurden im Metro-Netz gerade einmal halb so häufig gezählt wie in der gesamten Stadt.

Yandex berücksichtigte bei seiner Studie auch die verschiedenen Tageszeiten. Am meisten wird offenbar in den klassischen Pendlerzeiten zwischen 7:40 und 9:40 Uhr sowie zwischen 17:20 und 19:50 Uhr gesurft. Morgens suchen die Passagiere viel nach Traumdeutung und Gebetsbüchern während sie mittags Routenplaner nutzen oder nach nahegelegenen Sehenswürdigkeiten, Museen, Shoppingzentren und Kinos gucken. Am Abend geht es dann schließlich um die Befriedigung der leiblichen Gelüste, allerdings im Sinne von Restaurants und Kochrezepten.

Sollten Sie also einmal nach Moskau reisen und dort die Metro nutzen, ist es relativ unwahrscheinlich dass ihr verdächtig auf sein Smartphone schauender Sitznachbar tatsächlich auf Internet-Pornoseiten unterwegs ist – es wäre auch möglich, dass er die entsprechenden Inhalte schon im Voraus heruntergeladen hat.

Alle Rechte vorbehalten
+
Folgen Sie uns auf Facebook