Sieben kuriose Dinge, die in Russland arbeitende Ausländer amüsieren

Alena Repkina
Bei der Arbeit mit Russen wird es nie langweilig. Für gewöhnlich kommen sie zu spät zu Sitzungen, fangen nicht vor zehn Uhr morgens mit der Arbeit an, bringen Süßigkeiten und Kuchen ins Büro und haben eine brillante Art zu denken, weshalb sie sich kopfüber in jede Aufgabe stürzen. Dennoch sind sie ein bisschen seltsam.

Viele Menschen zieht es bei der Karrieresuche nach Russland. Wenn sie das Glück haben, dort fündig geworden zu sein, finden sie sehr schnell heraus, dass ein Job in Russland einige Überraschungen für sie parat hält. Russia Beyond sprach mit ein paar Auswanderern darüber, wie es ist, mit Russen zusammenzuarbeiten und welche seltsamen Gewohnheiten es in ihren Büros gibt.

  1. Flexible Arbeitszeiten

Bei der Zeitplanerstellung sollte zunächst Folgendes beachtet werden: Um 8:30 Uhr sind die meisten Büros in Russland noch verschlossen. „Einmal, während einer Geschäftsreise, habe ich meinen Zeitplan so ausgerichtet, dass ich all meinen Klienten einen Besuch abstatten konnte“, sagt die Deutsche Ute Heller. „Ich habe beschlossen, mir ein paar Orte am Morgen meines letzten Aufenthaltstages anzusehen, aber ich hatte keine Ahnung, dass die russischen Büros häufig nicht vor zehn Uhr öffnen!“

  1. Spät dran? Keine Sorge!

Trifft man sich mit Russen zu einem Meeting oder einer Konferenz, darf man mit Wartezeit rechnen. „Ein um drei Uhr nachmittags vereinbartes Treffen wird voraussichtlich mindestens 15 Minuten später stattfinden“, sagt die Italienerin Cecilia Mussi. Aufgrund des starken Verkehrs in Moskau verzögern sich Geschäftstermine häufig. Aber für die, die in der Stadt leben, kann das manchmal auch etwas Gutes haben. „Ich habe gelernt, meine Meetings in der Nähe von Cafés oder Restaurants zu planen, so dass ich einen Kaffee trinken oder etwas essen kann, falls sich die Person, die ich treffe, verspätet“, fügt Heller hinzu.

  1. Behalte die Zeitverschiebung im Auge

Russland ist das größte Land der Welt und hat elf Zeitzonen. Wenn man also zum Beispiel mit Kunden aus Wladiwostok zusammenarbeitet, wird man höchstwahrscheinlich Ferngespräche per Telefon und Videokonferenzen per Skype am frühen Morgen oder am späten Abend haben. „Vor ein paar Jahren habe ich zusammen mit einem Geschäftspartner nach neuen Kunden für die Entwicklung unseres Projektes gesucht“, erzählt der Franzose Louis Fayet. „Wir haben dann mit Entsetzen festgestellt, dass wir um sechs Uhr morgens anfangen müssen zu arbeiten, weil die Büros in Wladiwostok früher besetzt sind.“

  1. Nimm kein Blatt vor den Mund

„In der Arbeitswelt sind Russen sehr direkt. Sie sagen dir das, was sie denken, ins Gesicht“, sagt die Italienerin Sara Donadini. „Im Allgemeinen halten sie ihr Wort und können sogar pünktlicher sein als die Italiener.“

  1. Komme niemals mit leeren Händen

In Russland ist es üblich, zu Meetings mit Geschenken oder kleinen Süßigkeiten, Keksen oder Schokolade zu erscheinen. „Es ist großartig, mit Russen zu arbeiten, denn sie bieten dir immer Tee und Schokolade an, wenn du dich mit ihnen triffst“, fügt Donadini hinzu.

  1. Einsatz und Hingabe

Russen neigen dazu, sich mit Elan und Hals über Kopf in eine neue Aufgabe zu stürzen: sei es eine neue Sprache zu lernen oder einer künstlerischen Tätigkeit nachzugehen. „Sie widmen sich intensiv einer Aufgabe und haben großen Respekt sowie großes Interesse an allem, was den Lernprozess betrifft“, betont der Brasilianer Giggio Giovanni, der seit zehn Jahren in Moskau lebt.

  1. Moskau, die Stadt der Möglichkeiten

In einer Sache sind sich alle einig: Die russische Hauptstadt bietet viele Möglichkeiten für Freiberufler. „Es gibt so viele potenzielle Kunden, die die Zeit und das Geld haben, zu investieren“, fasst Giovanni abschließend zusammen.

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