Zu Befehl! Russischer Soldat sein, ist nicht immer leicht

Gennady Popov/TASS
Ein Russia-Beyond-Reporter beschreibt seine persönlichen Erfahrungen vom Wehrdienst in der russischen Armee.

Als ich zur russischen Armee kam, war ich viel älter als durchschnittliche Rekruten. Mit meinen 25 Jahren hatte ich mich jahrelang der Wehrpflicht entzogen. Gleichzeitig hatte ich, in die Familie eines Berufsoffiziers und Kriegsberichterstatters hineingeboren, auch immer Schuldgefühle, dass ich meiner Pflicht, dem Vaterland zu dienen, bisher nicht nachgekommen war.

Also entschloss ich mich, zum Militär zu gehen und alle Nachteile und Lasten zu ertragen, die einem Mann in der russischen Armee zuteil werden. Einige der folgenden Aufgaben haben mir tatsächlich gefallen – beispielsweise das Laufen, im Dreck zu kriechen, aus Maschinengewehren zu schießen, mit Scharfschützengewehren zu hantieren und Ähnliches. Doch es gab auch Aufgaben, die einfach getan werden mussten, obwohl niemand logisch erklären konnte, warum.

Nachfolgend ist eine Liste der kuriosesten Aufgaben, die man in der russischen oder einer anderen Armee auf der Welt erledigen muss.

1 Ideale Schneewälle formen

Die Winter in Russland können hart sein. Sie sind kalt und es macht keinen Spaß, mit einem Gewehr und einem Rucksack auf dem Rücken durch einen Wintersturm zu marschieren.  

Mit dem Winter kommen zudem zusätzliche Aufgaben auf einen zu, und beim Militär gibt es kein „Ich will nicht und ich werde nicht“. Man nimmt also eine Schaufel in die Hand und befreit den Stützpunkt vom Schnee. Tonnen von Schnee. Wortwörtlich.

Die Schneewälle, die man dann aus dem Schnee baut, müssen stets eine ideale Form haben. Sie sollten alle ebenmäßig und etwa zwei Meter hoch sein und ideal glatte Seiten haben. Es stellte sich für mich jedoch nach und nach heraus, dass man keine Ingenieur- oder Designerausbildung benötigt, um sie zu machen.

Schnee-Rasen mähen

Ja, Sie haben richtig gelesen. Manchmal gibt es keine Schaufeln mehr und man bekommt von den Offizieren den Befehl, stattdessen den Rasenmäher dafür zu benutzen.

Manchmal muss man den Schnee sogar auf die altmodische Art beseitigen – mit einer Sense.

Im Armeestil Betten machen

Ein großer Teil des Soldatenlebens dreht sich darum, alles ordentlich und sauber zu halten. Vor allem am Morgen.

Das Bettenmachen wird bei jedem Militär weltweit auf die gleiche Weise erledigt. Im folgenden Video zeigt ein US-Marinesoldat einer Reporterin, wie man sein Bett am besten machen sollte. Schauen Sie es sich an.  

Einsam am Barackeneingang auf einem Podest Wache stehen

Offiziere sollten immer darüber Bescheid wissen, was in ihren Baracken geschieht und was jeder Soldat macht. Deshalb steht jeden Tag 24 Stunden lang jemand aus der Brigade auf einem Podest am Gebäudeeingang Wache. Er schreibt jeden auf, der kommt und geht, kündigt die Befehle der Offiziere an und verlässt nie seinen Posten. Auch nachts nicht, wenn der Rest der Truppe schläft.

„Es ist der sinnloseste und unangenehmste Teil des Dienstes. Die Knöchel schmerzen, man möchte schlafen und muss zum Schluss für 180 Mann die gesamte Baracke sauber machen. Ich habe es gehasst“, erinnert sich der ehemalige Unteroffizier Jewgenij Michitarjan, der das Militär nach zwei Jahren verließ.

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Blut, Schweiß und jede Menge Dreck: Dieser bekannten Dreifaltigkeit setzte sich unser Redakteur Nikolai Litowkin aus, als er mit einer Gruppe der unterschiedlichsten Männer auszog, um sich einem dreitägigen Training zu unterziehen.

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