Des Kremls schönste Waffe: Regina Sbarskaja

Кадр из сериала "Красная королева" про советскую модель Регину Збарскую. В роли Збарской - Ксения Лукьянчикова

Кадр из сериала "Красная королева" про советскую модель Регину Збарскую. В роли Збарской - Ксения Лукьянчикова

Kinopoisk.ru
Das tragische Leben des sagenumwobenen sowjetischen Models wurde verfilmt.

Sie war die Sophia Loren der Sowjetunion. Ihr wurden Beziehungen zum KGB nachgesagt. Und die Umstände ihres Todes werfen bis heute Fragen auf. Regina Sbarskaja ist eine der berühmtesten und geheimnisumwobenen Vorführdamen der UdSSR. 

Allzu viel aus der Biografie des Models wissen wir nicht. Regina Sbarskaja – mit Mädchennamen Kolesnikowa – kam 1935 auf die Welt. Mit 17 zog sie aus Wologda nach Moskau und bekam eine Anstellung beim Modehaus am Kusnezki most. Ihr weiterer Lebensverlauf löst sich in Vermutungen auf. Eine davon bildet die Grundlage für die TV-Serie „Die rote Königin“, die im vergangenen März im russischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Gedreht wurde die Gemeinschaftsproduktion in der Ukraine, Weißrussland und Russland. // Klicken Sie das Bild an, um den Trailer anzusehen. 

Die Hauptrolle übernahm die 23-jährige Xenia Lukjantschikowa. Laut dem Drehbuch wurde das Model von der berühmten sowjetischen Modedesignerin Vera Aralowa entdeckt. Sie führte Sbarskaja auf den Laufsteg.

Wie ihre Kolleginnen berichteten, hatte Regina Sbarskaja schiefe Beine. Dafür fiel sie mit ihrem für eine sowjetische Frau untypischen schillernden „westlichen“ Äußeren auf. Daher durfte sie 1961 in Paris die sowjetische Mode vorführen.

In der französischen Hauptstadt wurde die Presse auf Sbarskaja aufmerksam. Das französische Paris Match nennte die Newcomerin „La plus belle arme du Kremlin“ – Die schönste Waffe des Kremls. Die junge Frau aus der sowjetischen Provinz eroberte die Pariser Haute Couture. Mit Cardin und Dior habe sich Sbarskaja, so sagt man, frei auf Französisch unterhalten können. Die Sprache beherrschte sie perfekt. // Eine Szene aus dem Film.

In den Sechzigern heiratete Sbarskaja den Moskauer Künstler Lew Sbarskij – Sohn des Wissenschaftlers, der den Lenin-Leichnam einbalsamierte. Sieben Jahre hat ihre Ehe überdauert, bis er anfing, andere Frauen zu beachten und letztlich in die USA emigrierte. // Hier posiert die echte Sbarskaja auf einem Archivbild.

In der Serie hat Sbarskaja ihres Ehemanns wegen angefangen für den KGB zu arbeiten. Sie traf ausländische Diplomaten. Das zu prüfen, ist inzwischen unmöglich: Lew ist im vergangenen Februar in New York verstorben. // Archivaufnahmen von Sbarskaja.

Das persönliche Scheitern trieb Sbarskaja in die Verzweiflung: Sie nahm Antidepressiva, schnitt sich zweimal die Pulsadern auf und war in psychiatrischer Behandlung. Doch sie kehrte auf den Laufsteg zurück, wo sie mit dem „roten Dior“ Slawa Saizew (auf dem Bild) zusammenarbeitete. Diesen Beinamen gab dem Modeschöpfer die westliche Presse – in Anlehnung an seine sowjetische Herkunft. 

Sbarskajas letzte Affäre mit einem jugoslawischen Journalisten hat einen internationalen Skandal ausgelöst. Der Journalist hat in Deutschland ein angeblich auf Erzählungen des sowjetischen Models beruhende erotisches Buch veröffentlicht: „Hundert Nächte mit Regina Sbarskaja“. Darin erzählte er, wie Sbarskaja ihre Kollegen denunzierte und wie sie sich zum Leben in der Sowjetunion äußerte. // Hinter den Kulissen des Films.

Nach dem Skandal kehrte Sbarskaja nicht mehr auf den Laufsteg zurück, sondern landete in der Psychiatrie. Nach der Behandlung bekam sie wieder eine Anstellung im Modehaus am Kusnezki most – diesmal als Putzfrau. Mit 52 unternahm sie ihren dritten Selbstmordversuch. Zu ihrer Beerdigung kam niemand. Der Ort, an dem das schönste sowjetische Model ruht, ist unbekannt.

Die Serie „Die rote Königin“ gibt es in russischer Sprache mit englischen Untertiteln bei Youtube.

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