Russland beginnt Militäreinsatz in Syrien

Vor allem Aufklärungs- und Kampfflugzeuge wie die Su-25 sollen in Syrien eingesetzt werden.

Vor allem Aufklärungs- und Kampfflugzeuge wie die Su-25 sollen in Syrien eingesetzt werden.

Reuters
Nur wenige Stunden nachdem der Föderationsrat einen Auslandseinsatz autorisiert hatte, begann die russische Armee mit Angriffen auf Stellungen des IS in Syrien. Russische Politiker begrüßen den Einsatz. Dennoch soll daraus keine langfristige Mission werden.

Gestern begannen russische Soldaten mit Luftangriffen auf Stellungen des Islamischen Staates (IS) in Syrien. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Beginn der Offensive. Generalmajor Igor Konaschenkow, offizieller Vertreter des Ministeriums, erklärte, die Luftschläge zielten auf Nachrichten- und Transportzentren, Waffenlager, Kampf- und Treibstoffvorräte sowie die Militärtechnik der terroristischen Vereinigung.

Unterstützung der syrischen Armee

Nach Informationen des US-amerikanischen Nachrichtensenders „CNN“ erfolgten die Einsätze der russischen Armee im Umland der syrischen Stadt Homs. Der Sender beruft sich auf Angaben aus der US-Regierung. Kurdische Medien berichteten über Luftschläge in der Nähe der 213 Kilometer nördlich von Damaskus gelegenen Stadt Hama. Russland äußerte sich zu den genauen Zielen der Luftangriffe bisher nicht.

Zur gleichen Zeit bekräftigte Russlands Präsident Wladimir Putin bei einer Besprechung mit Regierungsmitgliedern erneut, dass die Beteiligung Russlands an Bodenoperationen ausgeschlossen sei. Russland habe „nicht vor, sich in diesen Konflikt zu stürzen“, soll Putin gesagt haben. „Wir werden die syrische Armee ausschließlich in ihrem Kampf gegen terroristische Gruppierungen unterstützen“, sagte der Präsident. Seinen Worten nach werde die Unterstützung so lange gewährt, wie die Bodenoffensive der syrischen Armee andauere.

Weiterhin erklärte Wladimir Putin, dass alle ausländischen Partner Russlands über die Pläne informiert wurden, und lud alle interessierten Staaten ein, die Tätigkeit des internationalen Informations- und Koordinationszentrums in Bagdad zu unterstützen.

Schnelles Ende angestrebt

Hochrangige russische Politiker begrüßen den Militäreinsatz in Syrien. Walentina Matwijenko, Präsidentin des Föderationsrates, sagte, der Auslandseinsatz sei autorisiert worden, weil sich die Lage im Nahen Osten zugespitzt habe und eine rasche Reaktion erforderlich geworden sei. „Es besteht Gefahr für die gesamte Welt; die Gefahr, dass der Islamische Staat sich auf weitere Staaten bis hin nach Europa und Russland ausdehnen wird“, warnte Putin.

Der Vorsitzende der Kommission des Föderationsrates für internationale Angelegenheiten Konstantin Kosatschew betonte, dass der Einsatz der russischen Luftwaffe in Syrien keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes sei, und Russland in diesem Falle „keine eigenen nationalen Interessen, außer zur Gewährleistung der Sicherheit der eigenen Bürger im Ausland“ verfolge. Die Onlinezeitung Gazeta.ru berichtet, Kosatschew habe auf einer geschlossenen Sitzung des Föderationsrates erklärt: „Niemand ist daran interessiert, dass sich die Operation hinzieht“. Sie solle stattdessen so schnell wie möglich beendet werden, sagte eine nicht genannte Quelle.

Auch aus der Staatsduma gibt es Zustimmung für den Auslandseinsatz: „Die Entscheidung Putins ist die Entscheidung eines Friedensstifters, der seine Bevölkerung vor Gefahren bewahrt. Der Präsident denkt an sein Land, an sein Volk“, sagte der Vorsitzende der Duma-Kommission für Arbeit, Sozialpolitik und Veteranen Olga Batalina.

Der Vorsitzende der Duma-Kommission für Verteidigung Admiral Wladimir Komojedow glaubt zu wissen, welche Technik die russische Luftwaffe in Syrien einsetzen wird. „Den Vorrang werden Kampf- und Aufklärungsflugzeuge haben, also vor allem Suchojs, etwa die Su-25. Diese Maschinen können als universelle Jagdbomber eingesetzt werden. Zweifellos werden auch Kampfhubschrauber zum Einsatz kommen“, so Komojedow gegenüber der Nachrichtenagentur „Tass“.

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