„Staatsterrorismus“: Moskau nennt Vorwürfe des polnischen Ministers haltlos

Der damalige russische Ministerpräsident Wladimir Putin (r.) besichtigt mit Sergej Schojgu, damals Minister für Zivil- und Katastrophenschutz, den Unglücksort, wo am 10. April 2010 die Tu-154M des polnischen Präsidenten Lech Kaczyński abgestürzt war.

Der damalige russische Ministerpräsident Wladimir Putin (r.) besichtigt mit Sergej Schojgu, damals Minister für Zivil- und Katastrophenschutz, den Unglücksort, wo am 10. April 2010 die Tu-154M des polnischen Präsidenten Lech Kaczyński abgestürzt war.

Aleksey Nikolskyi / RIA Novosti
Antoni Macierewicz provoziert mit Aussage über Flugzeugabsturz von Smolensk.

„Auf der öffentlichen Ebene gibt es viele dieser Informationen unter Berufung auf unsere offiziellen Vertreter, auf die Personen, die die Ermittlungen leiteten, die sich mit den Umständen dieser Flugkatastrophe beschäftigten“, sagte der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitrij Peskow. Davon ausgehend könne man derartige Erklärungen als haltlos bezeichnen, als nicht objektiv und fern der tatsächlichen Umstände der Tragödie, so der Kreml-Sprecher.

Auch im russischen Parlament reagierte man auf die Erklärungen Macierewiczs. Die Vorsitzende des Duma-Sicherheitsausschusses bezeichnete sie als „unangemessen“. Für „dumm und absurd“ hält das russische Ermittlungskomitee die Aussage Macierewiczs.

Am 12. März erklärte Antoni Macierewicz: „Nach der Smolensker Katastrophe können wir sagen, dass Polen als erstes dem Terrorismus im Rahmen des modernen Konflikts, der sich vor unseren Augen abspielt, zum Opfer gefallen ist“, sagte der polnische Minister. Der Flugzeugabsturz sei eine Folge des „Staatsterrorismus“, der die „russische Militärexpansion“ ergänze.

Die Tu-154M des polnischen Präsidenten ist am 10. April 2010 nahe der russischen Stadt Smolensk abgestürzt. Der Katastrophe sind 96 Menschen zum Opfer gefallen, darunter auch Lech Kaczyński mit seiner Ehegattin.

Das in Moskau ansässige Zwischenstaatliche Luftfahrtkomitee machte einen Pilotenfehler für den Absturz verantwortlich. Aufgrund einer eigenständigen Untersuchung gab die polnische Seite russischen Fluglotsen eine Teilschuld an der Katastrophe.