„Russland mischt sich in Limpopo ein“: Wowan und Lexus sind wieder am Werk

Die amerikanische Kongressabgeordnete Maxine Waters ist das jüngste Opfer der beiden Scherzbolde.

Die amerikanische Kongressabgeordnete Maxine Waters ist das jüngste Opfer der beiden Scherzbolde.

Reuters
Die russischen Scherzbolde Wowan und Lexus, die durch ihre Anrufe bei Promis und Staatschefs bekannt wurden, haben ein neues Opfer gefunden: die amerikanische Kongressabgeordnete und Demokratin Maxine Waters. Im Telefongespräch mit Waters brachten die Journalisten sie dazu, die Einmischung Russlands in die inneren Angelegenheiten des imaginären Staates „Limpopo“ zu verurteilen.

Die Prank-Journalisten Wowan und Lexus veröffentlichten am Montag die Aufnahme eines Telefongesprächs mit der amerikanischen Kongressabgeordneten Maxine Waters auf ihrem Youtube-Channel. Im Gespräch gaben sich die beiden als der ukrainische Ministerpräsident Wolodymyr Hrojsman aus und behaupteten, die Sanktionen gegen Russland mit der Politikerin besprechen zu wollen. Ins Gespräch griff allerdings nur einer des Prank-Duos ein – auf Englisch redet in der Regel Wowan. 

Der falsche Hrojsman drückte seine Hoffnung aus, dass der Senat eine Aufhebung der Sanktionen durch Präsident Trump nicht zulassen werde. Stattdessen sollten gar weitere Sanktionen verhängt werden. Seine Worte untermauerte der Anrufer mit neuen Beispielen russischer Aggression, die allerdings allesamt fiktiv waren.

Wahlen in Limpopo

„Sie mischen sich in die inneren Angelegenheiten Limpopos ein“, erzählte der Scherzbold emotional und berichtete darüber, wie russische Hackers die Wahlergebnisse im afrikanischen Land Limpopo manipuliert und „die Marionette Aybolit“ an die Macht gebracht hätten. Waters antwortete, dass sie noch nicht wisse, wie man vorgehen könne, da ihr keine Informationen über die Anzahl der Geheimdienstler in Limpopo vorlägen.

In Wirklichkeit gibt es in Limpopo überhaupt keine amerikanischen Geheimdienstler: Limpopo ist kein Land, sondern ein Fluss in Südafrika, der im sowjetischen Märchen „Aybolit“ von Kornei Tschukowski erwähnt wird. Aybolit ist zudem kein afrikanischer Diktator, sondern ein sehr freundlicher Arzt, der Tiere in Afrika behandelt. Sein Name lässt sich als „Aua, es tut weh“ übersetzen. Doktor Aybolit ähnelt dabei Doktor Dolittle, dem Hauptprotagonisten in den Büchern von Hugh Lofting.  

Erdachte Bosheiten

Zudem erwähnten die Prank-Journalisten im Gespräch mit Waters, dass Russland “Donezk und Lwiw besetzt“ habe. Die Kongressabgeordnete reagierte erstaunt: „Sind Putins Truppen bereits im Westen der Ukraine?” Waters sprach Hrojsman letztlich ihre Unterstützung bei der Kritik gegen Russland und den Diskussionen zu weiteren Sanktionen aus.

Maria Sacharowa, Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, kommentierte das Telefongespräch auf Facebook ironisch: „Präsident Aybolit in Limpopo… Russische Märchen werden Realität. Gott, verlasse die USA nicht!” Als Antwort auf einen Kommentar unter ihrem Beitrag schrieb Sacharowa: „Es ist widerlich, dass jene Leute, die die Geschicke unserer Welt mitgestalten, keinen bloßen Schimmer von dieser Welt haben.“

Dienstzeugnis der Scherzbolde

Wowan und Lexus sind die wohl bekanntesten russischen Scherzbolde. In der Vergangenheit telefonierten sie bereits mit Elton John, dem türkischen Präsidenten Erdoğan und dem amerikanischen Senator McCain. Die Prank-Journalisten werden öfters mit russischen Geheimdiensten in Verbindung gebracht, bestreiten jedoch jegliche Zusammenarbeit.