Fünf gute Gründe, das Puschkin-Museum zu besuchen

Am 31. Mai feiert das Staatliche Puschkin Museum für bildende Künste den 105. Jahrestag seiner Gründung. Wir kennen mindestens fünf Gründe, warum Gäste wie Bewohner der Stadt das Museum unbedingt besuchen sollten.

 / Maksim Blinov/RIA Novosti / Maksim Blinov/RIA Novosti

Am 31. Mai 1912 eröffnete das Zar-Alexander-III.-Museum für schöne Künste an der Moskauer Universität. 1932 wurde es ins Museum für bildende Künste umbenannt. 1937, am Jahr des 100. Todestages Alexander Puschkins, erhielt die Kulturstädte ihren heutigen Namen, benannt nach dem berühmten Dichter.

Neben der Eremitage in Sankt Petersburg gilt das Puschkin-Museum heute als Heimat der größten Kunstsammlung verschiedenster Epochen, von der Antike bis zur Kunst der Gegenwart. Das Museum ist nur wenige Fußminuten vom Kreml und dem bekannten Kulturzentrum Multimedia Art Museum entfernt. Ganzjährig werden im Museum historische und moderne Kunstwerke ausgestellt, sowie Führungen auf Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch und Chinesisch durchgeführt. Es sind aber vor allem die Museumsschätze, die Touristen aus der ganzen Welt anlocken.

1. Parthenon aus Athen und David von Michelangelo an einem Ort

/ Sergei Bobylev/TASS/ Sergei Bobylev/TASS

Das Puschkin-Museum wurde als ein Ausbildungszentrum für Künstler und Studierende konzipiert. Deshalb wurden bereits vor Baubeginn Kopien der besten Architekturwerke und Plastiken aus der ganzen Welt in berühmten europäischen Handwerksstätten bestellt. Sie wurden originalgetreu und im Maßstab 1:1 hergestellt. So kann man im Griechischen Hof des Museums bedeutende Abschnitte der Tempel Parthenon und Erechtheion bewundern. Im Italienischen Hof gibt es drei Variationen der Skulptur „David mit dem Kopf von Goliath“ aus der Renaissance zu vergleichen – jeweils im Original von Michelangelo, Donatello und Verrocchio geschaffen. Auch das Portal der Liebfrauenkirche aus Freiburg und das Tor des Baptisterium San Giovanni gibt es zu bestaunen.

2. Eine der besten impressionistischen und postimpressionistischen Sammlungen außerhalb Frankreichs

„Tänzerinnen in Blau“ von Edgar Degas / The Pushkin State Museum of Fine Arts„Tänzerinnen in Blau“ von Edgar Degas / The Pushkin State Museum of Fine Arts

Anfang des 20. Jahrhunderts kauften die zwei Industriellen und Mäzene Sergej Schukin und Iwan Morosow großzügig bei französischen Händlern Kunstwerke ein und etablierten so qualitativ einzigartige Sammlungen in Russland. Nach der Revolution 1917 wurden die Kollektionen im Museum für neue westliche Kunst ausgestellt. Als dieses 1948 geschlossen wurde, teilte die sowjetische Regierung alle Kunstwerke unter dem Puschkin-Museum und der Eremitage auf. In Moskau blieben ein Porträt von Jeanne Samary, gemalt von Renoir, „Tänzerinnen in Blau“ von Degas sowie die wichtigsten Arbeiten von Monet, die von „Boulevard des Capucines“ über „Kathedrale von Rouen“ bis zu „Wasserrosen“ reichen. Auch die Gemälde „Roter Weinberg“ von van Gogh, „Nachtcafé in Arles“ und „Tahitische Frauen“ von Gauguin, „Goldfish“ von Matisse sowie „Girl on the Ball“ von Picasso nennt das Museum sein Eigen.

3. Parallelen zwischen der klassischen Kunst und der Kunst der Gegenwart

/ Alan Vouba / Alan Vouba

Das Museum hat ein neues Programm mit dem Titel „Puschkinskij XXI“ etabliert. In dessen Rahmen werden Ausstellungen der modernen Kunst organisiert und mit sogenannten Interventionen kombiniert: In den Sälen mit klassischen Kunstwerken werden dazu im Kontext passende oder ähnliche Kunstwerke der Gegenwart ausgestellt. In diesem Format konnten unter anderem Wim Delvoye, Wiktor Piwowarow und Yasumasa Morimura ausstellen. Auf der internationalen Kunstausstellung in Venedig präsentierte das Museum zudem zum ersten Mal eine Sammelausstellung moderner Künstler.

4. Fünf Museen auf einmal besuchen

/ Artyom Geodakyan/TASS / Artyom Geodakyan/TASS

In den mehr als 100 Jahren seines Bestehens expandiert das Puschkin-Museum regelmäßig und erweitert sein Angebot um neue Kollektionen und Ausstellungsräume. Derzeit bietet das Museum Besuchern sein Hauptgebäude mit der klassischen Fassade und Kunstwerken aus dem Altertum bis hin in das frühe 19. Jahrhundert sowie die Abteilung für europäische und amerikanische Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, Sammlungen aus Privatbesitz, ein Studierendenkunstmuseum mit Abbildungen und die Museumswohnung des bekannten Pianisten Swjatoslaw Richter.

5. Den Moskauer Louvre besuchen

/ The Pushkin State Museum of Fine Arts; Architectural bureau "Project Meganom"/ The Pushkin State Museum of Fine Arts; Architectural bureau "Project Meganom"

Die Sammlung origineller Kunstwerke des Puschkin-Museums umfasst einige Jahrhunderte der Kunstgeschichte: vom Alten Ägypten mit Mumien und Sarkophagen bis zu Botticelli, Veronese und Künstlern der Moderne. Genauso wie bei allen anderen großen Museen wie dem Louvre oder der Eremitage reicht ein Tag zu Besichtigung aller Sammlungen nicht aus. Bis 2024 soll um das Museum herum eine Museumsstadt mit historischen und modernen Gebäuden sowie zahlreichen Kunstobjekten aus verschiedenen Epochen entstehen. Die Sammlung wird sich also noch einmal verdoppeln.