Olympia 2016: Diese Russen fahren wohl nicht nach Rio

Maria Kutschina.

Maria Kutschina.

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Auch nach der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees steht nicht endgültig fest, ob und welche russischen Leichtathleten an den Spielen in Rio teilnehmen dürfen. Die Sportler kritisieren die Sperre scharf.

Am Freitag, den 17. Juni, entschied der Leichtathletik-Weltverband IAAF, die Sperre der russischen Athleten, die im November 2015 wegen Doping-Verstößen beschlossen wurde, zu verlängern. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bekräftigte am Montag die Entscheidung des Verbands.

Bereits seit gut acht Monaten sind die russischen Leichtathleten nun von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen – dazu zählen auch Sportler, die noch nie unter Dopingverdacht standen.

Gleichwohl der IOC am Montag auch entschied, dass unter bestimmten Auflagen die Teilnahme an den Olympischen Spielen für einige nachweislich saubere Athleten unter russischer Flagge möglich sein könnte, stehen die Chancen schlecht. Der IAAF betonte bereits, der einzige Weg nach Rio führe über den Internationalen Sportgerichtshof.

Ob eine Klage die Rettung bringt, bleibt abzuwarten, immerhin beginnen die Spiele bereits am 5. August. Die betroffenen Top-Athleten müssen also weiterhin bangen.

1. Jelena Issinbajewa

Foto: Alexander Shcherbak/TASSFoto: Alexander Shcherbak/TASS

Die zweifache Olympiasiegerin im Stabhochsprung Jelena Issinbajewa, die 28 Weltrekorde aufstellte, ist im Vorfeld der Olympischen Spiele in Brasilien nach ihrer Elternzeit in den Sport zurückgekehrt. Die russischen Leichtathletik-Landesmeisterschaften im Juli könnten jedoch ihr letzter öffentlicher Auftritt sein.

„Ich sehe für mich keine andere Möglichkeit, an den Olympischen Spielen teilzunehmen, als im russischen Nationalteam“, erklärte Issinbajewa bereits im Dezember vergangenen Jahres gegenüber RBTH. Seitdem hat sich an der Einstellung der Sportlerin nichts geändert. Erst kürzlich mahnte sie in einem offenen Brief in der „New York Times“, die Verantwortung für den Doping-Missbrauch nicht auf saubere Sportler abzuschieben.

2. Sergej Schubenkow

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Bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking machte Sergej Schubenkow von sich reden: Er gewann den Hürdenlauf über 110 Meter – eine Disziplin, in der sowohl sowjetische als auch russische Leichtathleten zuvor erfolglos geblieben waren. Den für Russland einzigartigen Sprinter erwischte die Disqualifizierung auf dem Höhepunkt seiner Karriere – in dieser Saison darf er an keinen internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Dabei legte er bei nationalen Wettbewerben in diesem Jahr bereits ein besseres Ergebnis (13,24 Sekunden) an den Tag als der derzeitige weltweite Favorit, der Kubaner Orlando Ortega.

Bereits zu Beginn seiner sportlichen Laufbahn nahm Schubenkow vom Teamsport Abstand, um seine Ergebnisse selbst verantworten zu können. Vielleicht ist das seine Chance, wenn es zu einer Einzelfallprüfung kommen sollte, wie es das IOC in Aussicht gestellt hat.

3. Maria Kutschina

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Ebenso wie Schubenkow ist Maria Kutschina weltweit Beste in ihrer Sportart. In Rio könnte sie durchaus ihren Erfolg von Peking 2015 wiederholen, als sie vor den beiden Favoritinnen, der Kroatin Blanka Vlasic und der Russin Anna Tschitscherowa, auf Platz eins landete.

Kutschina trainiert in einem entlegenen Trainingslager im Süden Russlands unweit ihrer Heimatstadt Prochladny. Noch nie war Kutschina ins Visier von Anti-Doping-Behörden geraten, obwohl russische Leichtathleten im Laufe der vergangenen Monate schärfsten Kontrollen unterzogen wurden.

„Vertreter der Wada besuchen mich jeden Monat. Einmal kamen sie zu mir in die Sporthalle während meines Trainings. Sie besuchten mich auch zu Hause. Um sechs Uhr morgens klingelte es an meiner Tür: ‚Ich bin ein Offizier der Wada, ich würde gern Frau Kutschina sprechen‘“, erzählte die Sportlerin dem Fernsehsender Match-TV.“ Sie nimmt das aber gelassen, wie sie hinzufügte: „Von mir aus können sie mich jeden Tag besuchen kommen.“

 

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