Rio: IOC sieht vom Komplettausschluss russischer Athleten ab

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Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Sonntag beschlossen, keinen Komplettausschluss gegen die russischen Athleten bei den Spielen in Rio zu verhängen.

Das IOC hat am Sonntag beschlossen, keinen Komplettausschluss gegen die russischen Athleten bei den Spielen in Rio zu verhängen. Über das Startrecht einzelner Athleten sollen ihre jeweiligen Weltverbände entscheiden. Sportler, die bereits früher wegen Doping gesperrt gewesen waren, werden in Rio aber nicht starten dürfen. 

Das IOC hat beschlossen, der 800 Meter-Läuferin Julia Stepanowa, die die Enthüllungen über Doping in Russland ins Rollen gebracht hatte, die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio zu verbieten.

Seine Entscheidung begründete das IOC damit, dass Stepanowa bereits zuvor wegen Doping disqualifiziert gewesen war. Zugleich dankte das IOC der Whistleblowerin für ihre Enthüllungen im Kampf gegen Doping.

Zuvor hatten die Ermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada das russische Sportministerium, die Anti-Doping-Labors in Moskau und Sotschi sowie den Inlandsgeheimdienst FSB beschuldigt, in ein staatlich gesteuertes Dopingprogramm russischer Athleten involviert zu sein. Die staatlichen Stellen sollen mit Proben manipuliert haben, um gedopte russische Athleten zu schützen, heißt es in dem WADA-Bericht, der in dieser Woche veröffentlicht wurde.

Am Donnerstag entschied der internationale Sportgerichtshof CAS, alle 68 russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro auszusperren.

Das IOC hat bestätigt, dass die Entscheidung des Weltleichtathletikverbandes IAAF, bis auf eine Ausnahme alle russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen auszuschließen, in Kraft bleibt. 

Die IAAF hatte zuvor fast alle Anträge russischer Leichtathleten auf ein Sonderstartrecht bei den Olympischen Spielen in Rio abgelehnt. Einzig Weitspringerin Darja Klischina hat als „neutrale Athletin“ die Starterlaubnis bei internationalen Wettbewerben erhalten.

Russland begrüßt Entscheidung des IOC

Russland hat die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, das russische Team nicht komplett von Olympia 2016 in Rio auszuschließen, begrüßt.

„Das ist möglicherwiese die beste Lösung“, kommentierte Dmitri Swischtschew, der Leiter des Sportausschusses in der Staatsduma (russisches Parlamentsunterhaus). So könnten saubere Athleten beweisen, dass sie nicht gedopt haben. „Aber solche Entscheidungen sollten nicht nur in Bezug auf russische Athleten, sondern auch auf Sportler in der ganzen Welt getroffen werden. Dann wäre das Problem Doping endgültig ausgerottet.“

Auch Schamil Tarpischtschew, Chef des russischen Tennisverbandes, bezeichnete die Entscheidung des IOC als zufriedenstellend und optimal. Dennoch müsse Russland für sich selbst Konsequenzen ziehen.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Sputnik

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