Rent-a-Cat bis Rosenverleih: Die skurrilen Ideen russischer Gründer

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Auf diese Idee muss man erst einmal kommen – könnte man denken, wenn man sich die Geschäftsmodelle von Alexander, Viktoria und Wassilij anschaut. Die drei Unternehmer mischen mit Rosenverleih, vorgewärmten Betten und Stubentigern auf Stundenbasis seit Kurzem die russische Gründerszene auf.

Warum Rosen kaufen, wenn man sie für einen Selfie mieten kann? / Press Photo Warum Rosen kaufen, wenn man sie für einen Selfie mieten kann? / Press Photo

Findige Russen zeigen, dass man auch mit einer sehr skurrilen Idee Geld verdienen kann. Drei besonders ungewöhnliche Geschäftsideen machen seit Kurzem in den Weiten des russischen Internets von sich reden.

101 rote Rosen – zur Miete

Wer träumt nicht davon, einen riesigen Strauß roter Rosen geschenkt zu bekommen und die Welt damit zu beeindrucken? Das haben sich offensichtlich die Gründer von arendatsvetov gedacht, die einen Lieferdienst für Blumen ins Leben gerufen haben – aber nicht irgendeinen, sondern einen Mietservice.

Als Starttermin haben die Jungs den diesjährigen Weltfrauentag gewählt: „Wir haben unsere Arbeit kurz vor dem 8. März aufgenommen, obwohl uns die Idee für einen Blumenverleihdienst schon länger im Kopf herumschwirrte“, sagt Alexander, Gründer und Betreiber des Instagram-Accounts @arendatsvetov.

Die Idee ist simpel: Über soziale Medien können Kunden einen Blumenstrauß, bestehend aus 101 roten Rosen, nach Hause liefern lassen. Dort haben sie zehn Minuten Zeit für ein Fotoshooting mit den Rosen. Wer seine Instagram-Follower richtig beeindrucken will, kann auch den Kurier als schicken Verehrer für ein Foto buchen. Das Ganze kostet 1 000 Rubel (15,90 Euro). Für weitere 300 Rubel (4,80 Euro) liegt dem Blumenstrauß eine Tasche von Chanel, Armani, Tiffany & Сo. oder einer anderen Luxusmarke bei.

Die Nachfrage sei unerwartet hoch gewesen, erzählt Alexander: „Obwohl die Dienstleistung recht provokativ ist, hatten wir innerhalb von nur wenigen Tagen über 100 Anfragen. Die konnten wir gar nicht alle erfüllen.“ In erster Linie seien die Aufträge von jungen Frauen gekommen, doch auch einige Männer hätten den Service bestellt – um sich mit den Luxustaschen fotografieren zu lassen.

Auch nach dem 8. März seien viele Anfragen gekommen. Deshalb tüfteln die Gründer bereits an einer neuen Idee.

Wärme für Bett und Seele

Diese junge Frau wärmt Ihr Bett an. Teuer. / Press Photo Diese junge Frau wärmt Ihr Bett an. Teuer. / Press Photo

Die 21-jährige Viktoria Iw aus Moskau bietet einen sehr persönlichen Service an: Für 4 900 Rubel (77,90 Euro) wärmt sie das heimische Bett an. Viktorias Kunden sind vor allem Geschäftsleute. „Ich fahre zum Kunden, dusche dort, ziehe meinen Pyjama an und lege mich für 15 bis 20 Minuten ins Bett. Ich kann mich auch mit dem Kunden unterhalten, wenn dieser es wünscht. Das Bett wird währenddessen aufgewärmt. Danach gehe ich wieder“, erzählt die junge Unternehmerin.

Es gehe aber nicht um intime Dienstleistungen, will sie betont wissen. Bei der Fahrt zum Kunden wird die junge Frau von einem Bodyguard bis zur Tür begleitet, bei Bedarf kann sie diesen mithilfe der App „Trewoschnaja knopka“ („Alarmknopf“) herbeirufen. Sie habe aber bislang mit ihren Kunden Glück gehabt, sodass dieser Fall noch nie eingetreten sei, sagt Viktoria.

Ihren Service bietet die 21-Jährige seit Ende Januar an. Im Monat verdiene sie damit bis zu 350 000 Rubel (5 560 Euro) – Tendenz steigend: Sie könne sich vor Nachfragen kaum retten, erzählt Viktoria, auch wenn die Temperaturen mittlerweile gestiegen seien.

Kritik lässt die Unternehmerin nicht gelten, sie ist überzeugt von ihrem Geschäftsmodell: Wenn es eine solch starke Resonanz gebe, sei sie auf dem richtigen Weg, glaubt die junge Frau. Sie selbst sieht sich in der Rolle eines Seelenheilers. „Die Menschen verbringen ein Drittel ihres Lebens im Bett, wo sie große energetische Impulse beziehen. Ich bin keine ausgebildete Medizinerin oder Psychologin, aber Tatsache ist: Den Leuten geht es nach einer Unterhaltung mit mir besser“, ist Viktoria überzeugt.

Rent-a-Cat

Katzen können in Kirow nun auch stundenweise gemietet werden. Das hilft bei der Entscheidung, ob ein Haustier wirklich das Richtige ist. / Global Look PressKatzen können in Kirow nun auch stundenweise gemietet werden. Das hilft bei der Entscheidung, ob ein Haustier wirklich das Richtige ist. / Global Look Press

Originelle Geschäftsideen gibt es aber nicht nur in Moskau. In der russischen Stadt Kirow werden seit Kurzem Katzen vermietet. „Viele Menschen, die sich eine Katze zulegen möchten, sind unsicher. Sie schrecken vor dem Geruch, Haaren auf dem Fußboden und der Verantwortung zurück“, erzählte Unternehmensgründer Wassilij der Nachrichtenagentur Interfax. Ob für sie ein Haustier das Richtige sei, könnten seine Kunden mit dem Mietservice herausfinden. Außerdem helfe sein Dienst, Depressionen zu lindern, ist der Gründer überzeugt.  

Drei Katzen stehen derzeit zur Auswahl. Die Tiere seien sehr umgänglich, versichert Wassilij, auch wenn es schon vorgekommen sei, dass eine der Katzen ein Kind zufällig gekratzt habe. Damit die Tiere nicht zu sehr vom Umgang mit fremden Menschen gestresst werden, dauere ihr „Arbeitstag“ nicht länger als drei Stunden, fügt der Unternehmer hinzu.

Der Preis der Dienstleistung wird mit jedem Kunden individuell vereinbart und beträgt zwischen 300 und 600 Rubel (4,80 und 9,60 Euro) pro Stunde. Als Nächstes plant der Gründer, sein Geschäft auszubauen – dazu will er neue haarige Mitarbeiter einstellen.

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