Geheim, geheimer, Sowjetunion: Diese zehn Orte wurden vor Bürgern und der Welt versteckt

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Forschungszentren für Kern- und Biochemiewaffen, unterirdische Marinebasen, superstarke Radare und sogar einen ersten Großen Hadronen-Speicherring hielt die Sowjetführung strickt unter verschluss: Keine Fotos, keine Artikel, keine Besuche!
Large Hadron Collider in Protwino, Moskauer Gebiet

In den 1980er Jahren begann die Sowjetunion mit der Projektierung ihres ersten Large Hadron Colliders. Der nötige 21 Kilometer lange Ringtunnel entstand im Forschungszentrum Protwino im Moskauer Gebiet. Er befindet sich in 60 Metern unter der Erde. 

Der Zerfall der UdSSR jedoch zerstörte auch jene weitreichenden Forschungspläne. Dennoch schützen die Wissenschaftler die Einrichtung bis heute - in der Hoffnung, die Experimente einst doch noch wieder aufnehmen zu können.

Radiocomplex Sura

Die Forschungsanlage für Ionosphären- und Temperaturforschung Sura in der Nähe von Nischni Nowgorod war für militärische Zwecke gedacht. Dort wurde der Einfluss des Militärs auf das Klima untersucht, bis 1977 eine UN-Resolution soclhe Forschungsanlagen verbot. Seitdem wird die Anlage nur noch zur Untersuchung der Ionosphäre benutzt.

Raketensilo Dwina, heute Lettland

Der mittlerweile brachliegende Dwina-Raketensilo befindet sich im heutigen Lettland. Benannt wurde er nach dem größten Fluss der Region, der Dwina. Der Raketensilo besaß vier Startplätze für ballistische R-12-Raketen. Diese können eine Reichweite von 300 bis 3500 Kilometern erreichen.

Über das Sowjetische Virenforschungszentrum in Sagorsk-6 im Moskauer Gebiet ist bis heute nicht viel bekannt, denn es gist noch immer einer von wenigen weiter bestehenden geschlossenen Orten in Russland, die man nur mit einem besonderen Passierschein betreten darf.

1959 brachte eine Delegation indischer Wissenschaftler eine kleine schwarze Kiste in den russischen Ort. Darin befand sich die bakterielle Waffe "India-1", die in Sagorsk geschützt wird. 

Arzamas-16

In Arzamas-16 wurden vor allem sowjetische Atomwaffen erarbeitet. Lange Zeit durften weder Arbeiter noch deren Familienangehörige den Ort jemals verlassen. Heute heißt der Ort Sarow. Forschung zur Produktion von Kernwaffen wird hier aber noch immer betrieben.

Dieser unterirdische U-Boot-Stützpunkt auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim, unweit von der Hafenstadt Sewastopol, war früher auch als Objekt 825 GTS bekannt. Hier erarbeitete die sowjetische Marine neue U-Boote, die dem Feind künftig auch Atomschläge versetzen können sollten. Der riesige Komplex beherbergte bis zu 14 Boote.

Heute befindet sich hier ein sehr beliebtes Museum.

Swerdlowsk-45

Das Geheimnis der Kleinstadt Swerdlowsk-45 besteht in dem Uranium-Reichtum der ihn umgebenden Ural-Landschaft. Der Ort galt lange auch als Ziel ausländischer, feindlicher Geheimdienste. 

Unweit von Swerdlowsk-45 ist am 1. Mai 1960 der berühmte US-Pilot Francis Garyx Powers und sein U-2-Spionflieger von einer neuartigen Raketenabwehrrakete der Sowjetunion abgeschossen worden. Powers überlebte den Absturz und wurde dann in der Sowjetunion zu zehn Jahren Haft verurteilt, aber schon nach zwei Jahren wurde er gegen den sowjetischen Spion Abel in den USA auf der Glienicker Brücke in Berlin ausgetauscht.

Swerdlowsk-45 heißt heute Lesnoj - Waldstadt - und ist weiter für die Allgemeinheit geschlossen.

Skrunda-1

Die Radarstationen Dnepr-M und Dnestr-M in dem kleinen Stästchen Skrunda - früher Skrunda-1 - im heutigen Westlettland sollten einst den gesamten Luftraum über Westeuropa kontrollieren. Jeden auch nur hypothetischen start einer ballistischen Rakete sollten sie registrieren können. Seit dem Ende der UdSSR verkam Skrunda in den 90ern schon zu einer verlassenen Geisterstadt.

Das Objekt-221 in einem "Loch" unweit der Krim-Hafenstadt Sewastopol war einst eine geheime Reserve-Kommandozentrale der Sowjetischen Marine. Geschützt wurde sie von einem Nuklearschild. Von hier aus sollte im Ernstfall die gesamte Schwarzmeerflotte geleitet werden.

Insel der Wiedergeburt

Die Insel der Wiedergeburt im heutigen Usbekistan wurde erst vor einigen Jahren Teil des Festlandes, als der Aralsee immer weiter austrocknete. 

Zu Sowjetzeiten wurden hier bakterielle und biochemische Waffen getestet. Außerdem war die Insel ein Zentrum für die Marine und Luftwaffe sowie die Rüstungsforschung. Details zu den Arbeiten dort werden bis heute unter Verschluss gehalten.

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